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NEWS: 29.12.2011

"Weiter oben dranbleiben"

"Weiter oben dranbleiben"
U23-Trainer Sven Demandt freut sich gemeinsam mit Co-Trainer Adrian Spyrka (l.) über die Entwicklung der U23 und blickt zuversichtlich in die Zukunft.

Borussias U23 überwintert auf dem dritten Rang der Regionalliga und hat nicht nur deswegen eine starke Hinrunde gespielt, wie Coach Sven Demandt im Interview verrät.

Sven, Tabellenplatz drei und 35 Punkte auf dem Konto, kann man sagen, dass die Hinrunde ganz nach deinem Wunsch verlief?

Sven Demandt: Ja, eigentlich schon. Natürlich darf und sollte man nicht mit allem zufrieden sein, denn das wäre ein großer Fehler. Gerade, wenn ich an unsere vier letzten Auswärtspartien denke, sehe ich noch Potenzial.

Inwiefern, kannst du das genauer erklären?

Sven Demandt: Vor dem Sieg in Mainz am letzten Spieltag haben wir auswärts viermal 1:1-Unentschieden gespielt. Das kligt zwar nicht schlecht, immerhin hat man kein einziges Spiel verloren . Aber vor allem die Art und Weise war ärgerlich, da wir immer gut gespielt haben und immer ein Sieg drin war. Aber insgesamt kann ich sagen: Ich bin zufrieden.

Wenn du auf die Hinserie zurückblickst, gab es für dich einen Höhepunkt?

Sven Demandt: Ich bin vor ein paar Tagen in die Kabine zu den Jungs gekommen und habe sie beglückwünscht. Nicht nur zu dem bisher Erreichten, sondern vor allem dazu, dass sie eine echte Truppe ist. Und das ist das größte Kompliment, das ein Trainer seiner Mannschaft machen kann.

Wie stellt man als Coach fest, dass sein Team zu einer Einheit geworden ist?

Sven Demandt: Dann muss man nicht mit den Jungs reden, die spielen, denn die sind natürlich gut drauf. Es geht insbesondere um die Jungs, für die es sportlich nicht optimal lief – aus welchen Gründen auch immer. Und genau diese Spieler zeigen bei uns Charakterstärke, lassen sich nicht hängen, sondern sorgen zum Beispiel für ein unglaublich hohes Trainingsniveau.

In der letzten Saison wart ihr nach der Hinrunde Zweiter und damit die Überraschungsmannschaft. In diesem Jahr bestätigt ihr dies. Ist das höher zu bewerten?

Sven Demandt: Es ist immer schwerer, eine Leistung zu bestätigen als sie einmal zu erbringen. Unser Ziel vor der Spielzeit war es, an die letzte Saison anzuknüpfen. Mit zwei Niederlagen direkt zu Beginn mussten wir dann sofort einen Rückschlag hinnehmen. Aber das Team ist ruhig geblieben, hat gewusst, dass die Qualität vorhanden ist - und das hat sich ausgezahlt.

Was sind deiner Meinung nach die Gründe, warum es auch in diesem Jahr gut läuft?

Sven Demandt: Auch vor dieser Saison hat sich personell einiges getan. Wenn man bedenkt, dass wir lediglich einen externen Neuzugang hatten und der Rest der Spieler aus unserer Jugend hochkam, werden wir unserer Vorgabe des Ausbildungsteams einmal mehr voll gerecht. Und die Jungs sind schnell eine Einheit geworden - ich denke, dass dies der wichtigste Aspekt ist. Dass die Qualität der Einzelspieler natürlich vorhanden sein muss, ist selbsterklärend.

Erklären ist ein gutes Stichwort: Wie schwierig ist es, seinen Spielern, mit denen man unter der Woche arbeitet, zu erklären, dass sie nicht spielen, da Profispieler runterkommen?

Sven Demandt: Da musst du besser die Spieler fragen (lacht). Aber ich denke, dass ein ehrlicher Umgang das Entscheidende ist. Natürlich ist es als Spieler nicht einfach, dies zu akzeptieren, es wäre auch schlimm, wenn dem so wäre. Und sie haben es doch selbst in der Hand, den Spieß irgendwann mal umzudrehen.

Was meinst du damit?

Sven Demandt: Das Ziel ist doch von jedem U23-Spieler, in Zukunft dem Kader der Profis anzugehören. Sie wollen also das erreichen, was die Jungs, die runterkommen und spielen, erreicht haben.

Auch wenn du ungern über einzelne Spieler sprichst, aber kannst du dennoch Akteure hervorheben, über deren Entwicklung du dich freust?

Sven Demandt: Natürlich sticht mit nun zwölf Toren Elias Kachunga heraus, immerhin hat er damit schon jetzt elf Tore mehr erzielt als in der gesamten letzten Saison. Aber mehr als jede Torquote ist natürlich die Entwicklung entscheidend.

Im Gegensatz zur vergangenen Spielzeit kam Kachunga in diesem Jahr aber noch nicht in der Bundesliga zum Einsatz …

Sven Demandt: Man sollte sich freimachen von dem Gedanken, dass man nach zwei Spielen in der Ersten Liga sofort Bundesligaspieler ist. Elias hat gemerkt, dass er noch mehr tun muss, und genau das ist der richtige Schritt, um dauerhaft Erfolg zu haben.

Kommen wir noch einmal auf die Regionalliga zurück. An der Tabellenspitze sind die Sportfreunde aus Lotte noch immer ungeschlagen und haben schon zehn Punkte Vorsprung. Wäre es vermessen, wenn ihr sagen würdet, dass ihr noch einmal ganz oben angreifen wollt?

Sven Demandt: Das ist sowieso nicht unser Thema. Und was andere Teams machen, können wir doch gar nicht beeinflussen. Lotte nimmt in dieser Saison eine ähnliche Vormachtstellung ein wie Münster im letzten Jahr.

Aber um Motivationsprobleme für den Rest der Spielzeit muss man sich deswegen keine Sorgen machen, oder?

Sven Demandt: Ganz sicher nicht. Die Jungs wollen immer gewinnen und wollen ganz sicher oben weiter mitspielen. Und wenn man sieht, wie viele Zweitvertretungen von Proficlubs dabei sind, dann ist es schön zu sehen, dass aktuell nur zwei Vereine vor uns stehen, die finanziell dafür auch einiges investiert haben.

Zum Schluss wirf bitte noch einen Blick auf die zweite Saisonhälfte, wie soll es weitegehen?

Sven Demandt: Am besten natürlich so wie bisher. Das Team entwickelt sich gut und ist auf dem richtigen Weg. Wir hoffen, diesmal besser in die ersten Spiele zu kommen und weiter oben mitzuspielen.

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