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Borussia News

NEWS: 18.12.2011

„Der Ehrgeiz lebt“

„Der Ehrgeiz lebt“
FSV-Coach Thomas Tuchel

Borussias heutiger Gegner, der FSV Mainz 05, brauchte in dieser Saison eine Weile, um sich zurechtzufinden. Trainer Thomas Tuchel hat sein Team aber rechtzeitig auf Kurs gebracht

Nach dem 1:1-Unentschieden am vergangen Dienstag im Nachholspiel beim 1. FC Köln verließen die Mainzer den Platz mit hängenden Köpfen. Durch das späte Gegentor durch Lukas Podolski wurde ihnen der „Dreier“ kurz vor Schluss noch aus den Händen gerissen. „Wir haben lange Phasen des Spiels so abgeliefert, dass ein Auswärtssieg möglich gewesen wäre. Da fühlt es sich schon ziemlich bitter an, wenn man so kurz vor Schluss noch den Ausgleich hinnehmen muss“, sagte FSV-Coach Thomas Tuchel. Die Enttäuschung seiner Elf wertete er aber positiv: „Das ist gut, denn es zeigt unseren Anspruch. Der Ehrgeiz lebt.“

Serie ausgebaut

Immerhin bauten die 05er mit dem Punktgewinn ihre Erfolgsserie aus. Fünfmal hintereinander sind sie inzwischen schon ungeschlagen. „Wir fahren mit breiter Brust nach Gladbach“, kündigte Tuchel an. Das hätte sich vor wenigen Wochen sicher noch anders angehört. Nach der 2:4-Niederlage (nach einer 2:0-Pausenführung) gegen den FC Schalke 04 am dritten Spieltag stürzten sie in eine wochenlange Krise. Achtmal in Folge blieben sie ohne eigenen Sieg, konnten lediglich in Hannover (1:1), Nürnberg (3:3) und Berlin (0:0) jeweils einen Zähler erringen und kamen der Abstiegszone bedrohlich nahe. Plötzlich machte sich der Qualitätsverlust doch bemerkbar, denn im Sommer hatte der Tabellenfünfte der Vorsaison in André Schürrle (Bayer Leverkusen), Lewis Holtby und Christian Fuchs (beide Schalke 04) gleich drei Leistungsträger abgeben müssen. Knapp 13 Millionen spülten die Transfers in die Kasse, die Mainz in gleich zwölf neue Spieler investierte. So war es nicht verwunderlich, dass der Findungsprozess dieser neu zusammen gestellten Mannschaft einige Zeit brauchen wird.

Seit dem 12. Spieltag haben die Rheinhessen in die Erfolgsspur zurückgefunden. Mit einem 3:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart stoppten sie ihre Talfahrt und bewiesen, zu was sie im Stande sind, wenn sie das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite haben. Direkt danach ließen sie einen 3:2-Erfolg über den FC Bayern München sowie Unentschieden in Wolfsburg (2:2), gegen den HSV (0:0) und zuletzt in Köln (1:1) folgen. „Die Mannschaft macht einen sehr gefestigten Eindruck auf mich. Sie ist seit zweieinhalb Jahren sehr stabil. Diese Stabilität war immer vorhanden“, betont Tuchel.

Wetklo wieder im Tor

Einen großen Anteil am Aufschwung hat die neue Nummer eins, Christian Wetklo. In der Vorbereitung gab es ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Heinz Müller und ihm. Zunächst entschied Müller es für sich, doch seit dem elften Spieltag steht Wetklo zwischen den Pfosten und zahlt das in ihn gesetzte Vertrauen mit guten Leistungen zurück. Abwehrchef des FSV ist der mazedonische Nationalspieler Nikolce Noveski. Er fiel jedoch zuletzt wegen eines lädierten Oberschenkelmuskels aus und stieg erst in der vergangenen Woche wieder ins Mannschaftstraining ein. Neben Niko Bungert verteidigt daher im Abwehrzentrum der frühere Borusse, Bo Svensson. Über die Außenbahnen kommen Zdenek Pospech, der im Sommer aus Kopenhagen nach Mainz wechselte, und der frühere Berliner Malik Fathi.

Auf der Doppel-Sechs wechseln sich je nach Gegner und taktischer Ausrichtung Jan Kirchhoff, Julian Baumgartlinger, Elkin Soto und der langjährige Borusse Eugen Polanski ab. In der offensiven Dreierreihe präsentierte sich Andreas Ivanschitz zuletzt in überragender Verfassung. Doch der Anführer der vereinsinternen Torjäger- und Scorerliste zog sich im Duell gegen den HSV eine Innenbanddehnung im Knie zu und fällt somit heute aus.

Sein Ausfall Ivanschitz‘ könnte die Chance für Yunus Malli sein, erstmals als Profi im BORUSSIA-PARK aufzulaufen. Der 19-Jährige, der vor der Saison von Borussias U23 an den Bruchweg wechselte, kam lange nicht über die Rolle des Jokers hinaus. Im jüngsten Heimspiel gegen Hamburg beorderte Tuchel den Spielmacher aber zuletzt in die Startelf. Die offensiven Außenbahnen können Marco Caligiuri, Nicolai Müller, Mario Gavranovic und Zoltan Stieber bekleiden. Marcel Risse fehlt derzeit wegen einer Knochenstauchung. Setzt Tuchel auf ein 4-2-3-1-System, das er gerade auswärts bevorzugt, streiten sich Eric-Maxim Choupo-Moting und Sami Allagui um den Posten der einzigen Spitze.

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