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NEWS: 22.01.2012

Die Zahlen zum Spiel gegen den FC Bayern

Die Zahlen zum Spiel gegen den FC Bayern
Borussias "Kilometerfresser" am Freitag: Havard Nordtveit.

Die zwei schönsten Zahlen dieses Bundesliga-Spieltags standen Freitagabend nach 90 Minuten auf der Anzeigetafel: 3 und 1. Doch nicht nur das pure Ergebnis ist interessant, nach Borussias tollem Heimsieg gegen die Bayern lohnt auch ein Blick in die Spielstatistik.

Fouls:

Borussia 11 ⇔Bayern 12: Hart, intensiv, aber fair war das Spiel zwischen Borussia und den Bayern, das zeigt die Foulstatistik. Elfmal langte der VfL regelwidrig hin, zwölf Mal der Rekordmeister. Es wundert kaum, dass die Partie so sportlich ablief, denn immerhin trafen bundesligaweit die Mannschaften mit den wenigsten (Borussia) und drittwenigsten (Bayern) Foulspielen aufeinander. Die einzige Gelbe Karte des Abends sah im Übrigen Juan Arango.

Abseits:

Borussia 1 ⇔ Bayern 7: Es bleibt dabei: Die Borussen tappen von allen Bundesligisten am seltensten in die Abseitsfalle, im Heimspiel gegen die Bayern war es wieder nur ein einziges Mal der Fall, dass bei einem VfL-Angriff die Fahne des Schiedsrichter-Assistenten hoch ging. Die Bayern hingegen wurden sieben Mal zurückgepfiffen.

Ecken:

Borussia 4 ⇔ Bayern 8: Nur vier Ecken erspielte sich Borussia im Laufe der 90 Minuten, aus keiner dieser Standardsituationen konnte die Mannschaft Kapital schlagen. Die Bayern hingegen hatten acht Ecken und waren hierbei gefährlicher: Beim Stand von 3:0 nutzte Bastian Schweinsteiger nach einem Bayern-Eckball die entstandene leichte Unordnung in der VfL-Defensive und schoss zum 3:1-Anschlusstreffer ein.

Torschüsse:

Borussia 9 ⇔ Bayern 18: Die Bayern schossen doppelt so oft auf das VfL-Tor, der VfL aber trifft dreimal so häufig – am Freitag war nicht die Häufigkeit der Torschüsse entscheidend, sondern deren Qualität. Zwar hatten die Bayern in Person von Mario Gomez noch eine weitere Riesenchance, die jedoch vom sehr starken Borussen-Torwart Marc-André ter Stegen zunichte gemacht wurde. Abgesehen vom 3:1-Anschlusstreffer kamen die Bayern nur selten zum gefährlichen Torabschluss, was natürlich an der herausragenden Defensivarbeit des gesamten Teams lag. Und die eigenen Angriffe des VfL saßen: Marco Reus probierte es von allen VfL-Profis am häufigsten, verwertete einen seiner drei Versuche zum 1:0. Und Patrick Herrmann erwischte wahrlich einen Sahnetag: zweimal hatte er abgezogen und zweimal getroffen. Bei den Bayern versuchte es Gomez (vier Torschüsse) am häufigsten.

Gewonnene Zweikämpfe:

Borussia 56,8% ⇔ Bayern 43,2%: Auch dieser Wert zeigt, welch starke Leistung die Borussen in diesem Spiel abgeliefert haben. Die Borussen waren giftiger in den Zweikämpfen, allen voran Juan Arango, der 15 direkte Duelle für sich entschied. Der Bayer Holger Badstuber konnte 14 direkte Duelle für sich entscheiden, genau wie der starke VfL-Rechtsverteidiger Tony Jantschke. Auf den weiteren Plätzen folgen ausschließlich Spieler von Borussia: Havard Nordtveit (12), Patrick Herrmann und Mike Hanke (je 11). Prozentual gesehen war Badstuber allerdings zweikampfstärkster Spieler auf dem Platz (73,68%), Philipp Lahm (20%) der schwächste Spieler in dieser Kategorie.

Ballkontakte:

Borussia 494 ⇔ Bayern 881: Die Bayern waren zu knapp zwei Dritteln der Spielzeit im Ballbesitz – das kennen die Münchener sicherlich, deren Spiel auf Dominanz und Ballbesitz ausgerichtet ist. Oftmals haben sie auch keine andere Wahl, dann nämlich, wenn der Gegner vor allen Dingen Konterfußball spielt und sich in erster Linie auf die Defensivarbeit konzentriert. Das haben auch die Borussen, freilich, ohne sich hinten „einzumauern“. Die Bayern schoben sich auf der Suche nach der Lücke in der VfL-Verteidigung häufig den Ball zu, was dazu führte, dass Philipp Lahm (127), Toni Kroos (94), Holger Badstuber (90), Bastian Schweinsteiger (87), Jerome Boateng (86), Arjen Robben (74) und Daniel van Buyten (67) mehr Ballkontakte hatten als der in dieser Kategorie „fleißigste“ Borusse – und der war Torwart Marc-André ter Stegen (66). Patrick Herrmann übrigens genügten 33 Ballkontakte, um zwei Tore zu erzielen.

Angekommene Pässe:

Borussia 199 ⇔ Bayern 579: Natürlich dominierten die Bayern auch in dieser Kategorie, und auch relativ war die Gastmannschaft hier besser: 88,53 Prozent der Pässe brachten sie an den Mann, bei den Borussen waren es nur 77,43 – Lucien Favre beklagte nach dem Spiel ja auch die hohe Anzahl an Ballverlusten. Besonders passsicher war Bayerns Philipp Lahm, der 94 Bälle zum Mitspieler brachte. Zum Vergleich: Der beste Borusse war Roman Neustädter mit 24 erfolgreichen Zuspielen.

Fehlpässe:

Borussia 58 ⇔ Bayern 75: Der Mann mit den meisten Ballkontakten bei Borussia war dieses Mal auch der Mann mit den meisten Fehlpässen: Marc-André ter Stegen war zwar ein ganz starker Rückhalt im VfL-Tor, konnte aber 14 seiner Pässe nicht zum Mitspieler bringen. Bei den Bayern waren Toni Kroos und Jerome Boateng (je 12) hier an der Spitze. Keinen einzigen Fehlpass spielten übrigens Martin Stranzl, Roel Brouwers und der erst spät eingewechselte Bayer Luiz Gustavo.

Flanken:

Borussia 2 ⇔ Bayern 24: Schon in den Vorwochen lief Borussias Offensivspiel eher durch die Mitte, so eindeutig war es aber wohl noch nie. Dass die Bayern es angesichts ihrer Weltklasse-Außenspieler Arjen Robben und Toni Kroos gern über die Flügel versuchen, war zu erwarten. Borussia war darauf aber eingestellt, das Abwehrzentrum stand mit Ausnahme des bereits erwähnten Gomez-Kopfballs nach Flanken aber sicher – und das eine Mal war ter Stegen per Glanzparade zur Stelle.

Laufleistung:

Borussia 123,28 km ⇔ Bayern 118,31 km: Vielleicht eine Folge des hohen Münchener Ballbesitzes ist die Tatsache, dass Borussia knapp fünf Kilometer mehr unterwegs war als das Gästeteam. Bemerkenswert ist, dass alle Feldspieler Borussias mehr als zehn Kilometer gelaufen sind, bei den Bayern waren es sieben Spieler. Die „Kilometerfresser“ in Borussias Team waren wieder einmal die beiden defensiven Mittelfeldspieler Havard Nordtveit (12,72 km) und Roman Neustädter (12,44 km). Bei den Bayern ragten hier Thomas Müller (12,71 km) und Bastian Schweinsteiger (12,70 km) heraus.

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