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NEWS: 23.01.2012

"Kein Grund abzuheben"

"Kein Grund abzuheben"
Vizepräsident Rainer Bonhof

Standpunkt: Vizepräsident Rainer Bonhof spricht über den gelungenen Rückrundenstart, das Titelrennen und verschiedene Personalien.

Herr Bonhof, Borussia hat mit dem 3:1-Sieg gegen den FC Bayern einen perfekten Start in die Rückserie erwischt. Was hat sie an dem Spiel am meisten beeindruckt?

Bonhof: Die Art und Weise, wie der Sieg zu Stande gekommen ist. Wir haben wunderbar aus der Defensive gespielt, haben hinten nichts zugelassen und vorne immer wieder die Nadelstiche gesetzt, die Lucien Favre vor der Partie gefordert hatte. Es war klar, dass wir hinten kompakt stehen müssen, aber um zu gewinnen, muss man sich auch vorne melden – und das hat die Mannschaft hervorragend umgesetzt. Wir haben jetzt zweimal gegen die Bayern gewonnen, im Hinspiel hatten wir ein wenig Glück, diesmal war es ein überzeugender und völlig verdienter Erfolg.

Ein Teil dieser starken Defensive war am Freitag Roel Brouwers, der eine starke Vorstellung geboten hat. Trotzdem droht ihm im nächsten Spiel die Bank, da Dante seine Gelbsperre abgesessen hat…

Bonhof: Ich weiß nicht, wie der Trainer entscheidet. Unabhängig davon ist es eine Sache, auf die wir stolz sein können; dass wir wichtige Spieler gleichwertig ersetzen können, ohne dass ein Loch entsteht. Roel hat super gespielt, und Lucien Favre wird in dieser Woche sicherlich genau im Training hinschauen, und dann entscheiden, wen er am Sonntag in Stuttgart in die Innverteidigung stellt.

Patrick Herrmann hat doppelt getroffen. Wie wertvoll ist er inzwischen für die Mannschaft?

Bonhof: Patrick hat eine Riesen-Entwicklung genommen. In seiner Anfangszeit kam er meist von der Bank und hat immer wieder reinschnuppern dürfen. Nach der Verletzung von Igor de Camargo in der Hinrunde, hat er die Chance erhalten, dauerhaft zu spielen – und die hat er genutzt. Patrick macht die rechte Seite gut zu und ist immer gewillt, mit seiner Pferdelunge mit nach hinten zu arbeiten. Nach vorne setzt er immer wieder seine Nadelstiche, strahlt selbst Torgefahr aus und bereitet auch Treffer vor. Er ist auf dem richtigen Weg. Ich glaube aber, dass er sogar noch Luft nach oben hat.

Die Bayern haben verloren, die drei Verfolger allesamt gewonnen – spannender könnte es im Meisterschaftsrennen kaum zugehen, oder?

Bonhof: Das stimmt – vor allem für die Fans ist es eine tolle Sache, dass wir mit dem Sieg gegen die Bayern das Titelrennen wieder enger gemacht haben. Dass Dortmund gut drauf ist und Schalke zu Hause gewinnen wird, war für mich nicht überraschend. Für uns war es wichtig, dass wir gut in die Rückrunde hereinkommen, und ich hoffe, dass wir diese Welle mit in die nächsten Spiele nehmen.

Wie sehen Sie Borussias Rolle im Titelkampf?

Bonhof: Man sollte die Rolle eines Titelanwärters gar nicht erst annehmen. Wir sind mit der aktuellen Situation sehr zufrieden, stehen derzeit zu Recht weit oben in der Tabelle, weil wir kompakt und homogen spielen. Dennoch gibt es für uns überhaupt keinen Grund abzuheben und von unserer Marschroute – von Spiel zu Spiel zu denken – abzuweichen. Damit sind wir bislang gut gefahren und andere Dinge sollten wir auch nicht von außen an uns herantragen lassen.

Als nächstes stehen für den VfL drei Auswärtspartien an. Erst geht am Sonntag nach Stuttgart, darauf die Woche nach Wolfsburg und dann im DFB-Pokal nach Berlin. Was ist Ihrer Meinung nach in diesen drei Begegnungen drin?

Bonhof: Ich hoffe, dass uns das eine oder andere dieser Spiele entgegenkommt. Stuttgart hat am Wochenende verloren, sie stehen jetzt etwas unter Zugzwang. Das könnte uns Räume zum Kontern einbringen. Wolfsburg befindet sich nach den vielen Wintereinkäufen noch in der Findungsphase. Wir haben dort eigentlich immer ganz gut gespielt, oftmals aber sehr unglücklich verloren, so dass wir dort vielleicht etwas gut machen können. In Berlin geht es natürlich um sehr viel, denn der DFB-Pokal ist der kürzeste Weg nach Europa, und wenn man im Viertelfinale steht, ist das natürlich eine große Chance. Aber die Berliner träumen vom Finale im eigenen Stadion und werden entsprechend Gas geben. Das wird alles andere als ein leichtes Unterfangen für uns.

Medienberichten zufolge soll der FC Luzern Interesse an Raul Bobadilla haben. Ist es möglich, dass er Borussia noch in der Winterpause verlässt?

Bonhof: Das kann ich nicht sagen. Ich habe Raul als Mensch in mein Herz geschlossen, deswegen tut es mir für ihn persönlich leid, dass er am Freitag nicht im Kader stand. So lange alle Spieler fit sind, sieht es für ihn im Moment nicht so gut aus. Entsprechend wird sein innerlicher Zustand sein. Er ist ein Fußballer mit Herzblut und will spielen und muss einfach versuchen, sich weiter im Training anzubieten.

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