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NEWS: 27.01.2012

Erinnerungstag im deutschen Fußball

Erinnerungstag im deutschen Fußball
Julius Hirsch spielte siebenmal für die deutsche Nationalmannschaft und wurde von den Nationalsozialisten in Auschwitz ermordet.

Unter dem Motto "Einmischen statt wegsehen" erinnert die Deutsche Fußball Liga (DFL) mit ihren Vereinen an diesem Spieltag an die Opfer des Nationalsozialismus.

Anlässlich der Befreiung der Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 soll mit dem öffentlichen Erinnern den Verfolgten und Ermordeten und ihren Familien Respekt erwiesen werden. Aufgrund ihres Glaubens, ihrer politischen Überzeugung, ihrer Herkunft, wegen Krankheit, Behinderung oder weil sie aus anderen Gründen den damals Herrschenden nicht ins Bild passten, wurden zwischen 1933 und 1945 Millionen Menschen ausgegrenzt, verfolgt, in die Emigration getrieben, grausam gequält und ermordet. Unter ihnen waren auch viele Sportler. Sie erkämpften für Deutschland Olympiasiege und Weltmeistertitel. Sie spielten in der deutschen Fußballnationalmannschaft, wie Julius Hirsch der im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde.

Wer den Terror überlebte, musste das Leben in der Freiheit wieder mühsam lernen. Über das Fußballspielen in einer Mannschaft kam der eine oder andere mit der Normalität des Alltags wieder in Kontakt. Ernst Grube aus München, einer, der als Kind das Konzentrationslager überlebte, sagt heute: „Für mich bedeutete das Fußballspielen im Verein, dass ich gleichberechtigt war und akzeptiert wurde. Das war für mich ein ganz neues Gefühl, weil ich Freundschaft als jüdisches Kind, und ich war ja auch ein deutsches Kind, in der Nazizeit nicht erlebt hatte.“

Wie notwendig es ist, diesen Teil der Geschichte nicht zu vergessen, wird deutlich durch die vor wenigen Wochen aufgedeckten Morde der Neonazis an unseren türkischen und griechischen Mitbürgern. Am Fußballplatz und in unserer Gesellschaft gibt es keinen Platz für Nazis – keinen Platz für Rassismus, Diskriminierung und Gewalt. Daher gilt es nicht wegzusehen, sondern laut zu widersprechen, wenn rassistische Parolen gerufen oder Spieler und Fans anderer Vereine diskriminiert werden.

Fußball führt Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kulturen und Religionen zusammen. Das erlebt man jedes Wochenende in den deutschen Fußballligen. Auch bei der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine werden die Fans wieder die Erfahrung machen: Wenn „der Ball im Spiel ist“, werden Grenzen überwunden und Menschen kommen sich näher.

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