Standpunkt: Sportdirektor Max Eberl spricht über den gelungenen Start in die Rückrunde, das heutige Ende der Transferperiode und die Ziele für den Rest der Saison.
Max, heute endet die Transferperiode. Borussia hat zuletzt Raul Bobadilla an Young Boys Bern abgegeben und Lukas Rupp an Paderborn ausgeliehen. Wird sich noch etwas in Sachen Neuzugängen tun?
Eberl: Nein. Wir haben die Entscheidungen über Neuzugänge schon relativ früh getroffen. Tolga Cigerci wollten wir ja bereits im vergangenen Sommer holen. Mit ihm und Alexander Ring haben wir zwei Spieler bekommen, die unserer Ansicht nach zu dem von uns eingeschlagenen Weg passen. Es sind junge Spieler mit Entwicklungspotenzial, die mehrere Positionen spielen können und damit unser Mittelfeld verstärken. Für Joshua King, den wir wieder an Manchester abgegeben haben, ist Amin Younes nach oben gerückt. Er hat sich den Platz aufgrund seiner Leistungen im Trainingslager und in der Endphase der Vorbereitung verdient. Damit steht unser Kader. Bei Raul Bobadilla waren wir uns lange Zeit sicher, dass er bleibt. Er hat sich dann aber dahin gehend geäußert, dass er gerne mehr spielen würde. Das ist bei uns schwierig gewesen. Und weil die Rahmenbedingungen passten, haben wir einem Transfer zugestimmt, ohne dass wir jetzt noch einmal reagieren mussten. Der Kader und das Mannschaftsgefüge sind stimmig. Wir haben genug Potenzial in der Offensive. Die Ausleihe von Lukas Rupp passt auch zu unserem Weg, junge Spieler zu holen und sie zu entwickeln. Wenn das bei uns wegen geringer Spielzeiten relativ schwierig ist, gehen wir den Weg über die Ausleihe zu einem anderen Verein. Das ist bei Elias Kachunga auch so. Wir hoffen, wir werden langfristig davon profitieren.
Neuzugänge sind die eine Sache, Leistungsträger zu halten die andere. Wie sieht es derzeit in Sachen Vertragsverlängerung von Juan Arango aus?
Eberl: Da sind wir auf der Zielgeraden. Es müssen nur noch Kleinigkeiten geklärt werden. Wir gehen sehr stark davon aus, dass Juan den Vertrag verlängern wird.
Kommen wir zur sportlichen Situation: Nach dem erfolgreichen Rückrundenauftakt gegen die Bayern gab es jetzt einen souveränen 3:0-Auswärtserfolg beim VfB Stuttgart. Wie stolz ist man als Sportdirektor auf das Auftreten der Mannschaft?
Eberl: Wir sind natürlich sehr zufrieden, wie es momentan läuft. Es greift derzeit ein Rädchen ins andere. Die Mannschaft hat ein Selbstbewusstsein entwickelt und konzentriert sich auf die Spiele, weiß aber auch, welche Qualität sie mittlerweile hat. Das hat man am Sonntag auch in Stuttgart gesehen. Die Mannschaft ist hoch konzentriert aufgetreten, wusste, was sie tun muss und hatte das Selbstvertrauen, im richtigen Moment die fußballerischen Mittel einzusetzen, um die Tore zu erzielen.
Die Stimmung im Team ist sehr gut. Das macht es Spielern einfach, die in die Startelf rücken. Ist das eine der großen Stärken der Mannschaft?
Eberl: Wir haben vor der Saison ein Hauptaugenmerk darauf gelegt, den Kader so zusammenzuhalten, dass alle Leistungsträger bleiben. Danach wollten wir in einem zweiten Schritt den Kader in der Breite verstärken, um so auch Konkurrenzsituationen zu schaffen. Dabei haben sich derzeit die Stammspieler aus der vergangenen Saison durchgesetzt. Wie wichtig es aber ist, einen guten Kader zu haben, sieht man dann, wenn Spieler ausfallen. Als sich Igor de Camargo in der Hinrunde verletzt hat, kam Patrick Herrmann rein und entwickelte sich in einer fantastischen Art und Weise. Martin Stranzl ist in der Hinserie auch öfter ausgefallen, da hat ihn Roel Brouwers schon gut ersetzt. Jetzt hat er gegen die Bayern ein richtig gutes Spiel gemacht. Gegen Stuttgart kam Oscar Wendt rein und hat seine Aufgabe sehr gut erledigt. Wir haben also einen Kader, der Ausfälle auffangen kann.
In der Vorbereitung gab es wegen der angekündigten Wechsel von Marco Reus und Roman Neustädter viel Gesprächsstoff für die Medien. Wie froh bist du, dass jetzt wieder das Sportliche bei der Berichterstattung im Mittelpunkt steht?
Eberl: Es ist medial in den ersten Tagen der Vorbereitung in der Tat sehr viel geschehen. Es gab eine Hysterie, die nicht nachzuvollziehen war. Aber die Mannschaft und der ganze Verein zeigen nach der schwierigen Phase in der vergangenen Saison erneut, wie wir zusammenstehen und dass wir eine Einheit sind. Wir konzentrieren uns lediglich darauf, die gute Hinrunde zu bestätigen und den größtmöglichen Erfolg zu erzielen. Der Club ist momentan sehr stabil und lässt sich von äußeren Dingen nicht beeinflussen. Das hat uns vergangene Saison stark gemacht, und das macht uns auch diese Saison stark.
Viele hatten einen Einbruch bei Borussia erwartet oder warten noch immer darauf. Glaubst du, der könnte noch kommen?
Eberl: Was wir immer wieder sagen ist, dass wir nur von Spiel zu Spiel denken. Das haben die Spieler schon im vergangenen Jahr in einer aussichtsloseren Situation verinnerlicht und wunderbar in die neue Saison mitgezogen. Seitdem sagen wir uns, dass in jedem Spiel alles möglich ist. Uns war klar, dass es zu Hause gegen die Bayern und jetzt in Stuttgart schwer wird. Auf dem Platz darf das aber keine Rolle spielen. Und mit dieser Einstellung fahren wir jetzt auch nach Wolfsburg. Da haben wir auch lange nicht mehr gewonnen. Aber auch dort werden wir jetzt alles versuchen, um zu gewinnen. Über Rückschläge machen wir uns keine Gedanken. Wir haben aber in der Vergangenheit gezeigt, dass wir auch mit Niederlagen umgehen können.
Borussia hat aktuell 39 Punkte. Nun wird von vielen Seiten verlangt, dass ihr neue Ziele formuliert. Wird man sich dieser Forderung auf Dauer verweigern können?
Eberl: Es ist immer wieder das gleiche Spiel. Man muss als Verein vor der Saison ein Ziel ausgeben. Wenn man dieses Ziel nicht erreicht, spricht man direkt von Fehlplanung. Und wenn es positiv in die andere Richtung läuft, heißt es sofort, man müsse das Ziel korrigieren. Das ist das ewige Spiel. Davon lassen wir uns aber nicht beeinflussen. Wir haben uns vor der Saison das Ziel gesetzt, 40 plus x Punkte zu erreichen. Das haben wir jahrelang nicht mehr geschafft. Jetzt sind wir dabei, dieses Ziel zu erreichen. Das ist der erste Schritt. Danach wollen wir den größtmöglichen Erfolg erzielen. Je mehr Zähler es am Ende über der 40-Punkte-Markte sind, desto besser.














Borussias Twitter Feed
Die Uefa war heute zu Gast im BORUSSIA-PARK: Es war ein erster Besuch wegen der Champions League. Ende Juni kommt erneut eine Delegation.
Vor ca. 2 Stunden
Der zweite Neuzugang ist da: Peniel Mlapa kommt von 1899 Hoffenheim und erhält einen Vierjahresvertrag. http://t.co/vY1v2AFq
Vorgestern
Der Transfer ist perfekt: Herzlich Willkommen, Granit Xhaka! http://t.co/FQDNSwdc
Vom 18.05.2012
Borussia bei Facebook
Borussia bei Youtube
Videos aus unserem Youtube-Kanal