Für den grippeerkrankten Martin Stranzl rückte gestern Roel Brouwers wieder in die Startelf und sorgte mit seiner Routine und Spielsicherheit dafür, dass die Borussen ohne Gegentreffer den Platz verließen.
Roel, für die meisten kam es doch etwas überraschend, dass man deinen Namen in der Aufstellung gelesen hat. Wann hast du erfahren, dass du von Beginn an auflaufen wirst?
Brouwers: Nach dem Frühstück habe ich erfahren, dass Martin Stranzl krank ist und ich dafür in die Mannschaft rücke. Aber das war ja überhaupt kein Problem, man bereitet sich ja sowieso konzentriert auf das Spiel vor. Daher macht das keinen großen Unterschied.
Man hat den Eindruck, dass ihr es "locker wegsteckt", wenn einer der Innenverteidiger ausfällt …
Brouwers: Ich denke, dass wir mit Martin, Dante und mir drei erfahrene Innenverteidiger haben, die spielintelligent genug sind, sich schnell auf den Nebenmann einzustellen. Wir reden vor, nach und vor allem während des Spiels viel miteinander. Die Abstimmung stimmt einfach, egal, wer von uns dreien innen spielt.
Und so bleibt man dann auch in Wolfsburg ohne Gegentor. Bist du damit zufrieden?
Brouwers: Damit, dass wir wieder zu Null gespielt haben, auf jeden Fall. Dass aber vielleicht sogar mehr drin war, ärgert einen doch etwas. Aber insgesamt war das Unentschieden schon in Ordnung.
Wie ist das Spiel au deiner Sicht gelaufen?
Brouwers: Ich denke, gerade im ersten Durchgang haben wir phasenweise die Partie doch dominiert, hatten mehr Ballbesitz und haben hinten kaum etwas zugelassen. Aber insgesamt waren wir nicht zielstrebig genug, haben die Spielkontrolle nicht zählbar ausgenutzt. Und so ging es auch torlos in die Kabine...
...aus der die Wolfsburger mit mehr Schwung kamen. Ward ihr in dieser Phase zu passiv?
Brouwers: Ja, dadurch, dass wir selbst einige leichte Ballverluste hatten, sind die Wolfsburger immer mehr ins Spiel gekommen und sind selbstbewusster aufgetreten. Man hat gesehen, dass die ein richtig gutes Team mit viel Qualität haben.
Gerade der eingewechselte Mario Mandzukic hat für Wirbel gesorgt …
Brouwers: Durch ihn wurde das Angriffsspiel variabler. So hatten sie im Zentrum einen weiteren Spieler, der die Bälle prallen lässt und die Möglichkeit bietet, dass die Mittelfeldspieler nachrücken können. Zudem haben wir es selbst auch zu oft durch die Mitte versucht und wenn du dann den Ball verlierst, sind Konterchancen sofort gefährlich.
Wenn man sich die Statistik anschaut, fällt auf, dass ihr gestern 13 Mal ins Abseits gelaufen seid. Habt ihr euch nicht clever genug angestellt oder war Wolfsburg zu abgebrüht?
Brouwers: Wohl von beidem etwas - wir haben es immer wieder mit langen Bällen versucht und darauf haben die Wolfsburger sich schnell eingestellt. Aber nicht nur deswegen war es schwer, gegen sie zu spielen. Sie waren insgesamt taktisch sehr geordnet und haben es routiniert gespielt.
Kann man also von einem gerechten Unentschieden reden?
Brouwers: Ja, wenn man sich die beiden Halbzeiten anschaut, finde ich, geht das so in Ordnung. Und Chancen hatten beide Seiten, das Remis war leistungsgerecht.
Dank des Punktgewinns habt ihr nun die viel zitierten 40 Zähler erreicht. Ist jetzt der Moment, an dem man neue Ziele ausgeben muss?
Brouwers: Warum sollten wir das? Wir sind doch super damit gefahren, jedes Spiel neu anzugehen. So werden wir es auch weiter. Natürlich wollen wir oben weiter dabeibleiben, das ist doch klar. Aber deswegen fangen wir nicht an zu träumen. Wir wissen, dass wir eine gute Runde spielen und wollen die fortsetzen. Was dann dabei rauskommt, wird man sehen.
Für euch geht es bereits Mittwoch mit der Pokalpartie in Berlin weiter, das Ziel dürfte klar sein …
Brouwers: Es sind nur noch zwei Spiele bis zum Endspiel, dann wieder in Berlin. Da wollen wir unbedingt hin und wir sind uns der Chance bewusst, die wir haben. Deswegen hat die Partie eine sehr große Bedeutung und ab heute gilt die volle Konzentration nur dem Spiel in Berlin.













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Vom 18.05.2012
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