Nach dem Halbfinaleinzug im DFB-Pokal hat Borussia in der Bundesliga das Topspiel gegen Schalke souverän gewonnen. Einer fantastischen ersten Halbzeit folgte ein zweiter Spielabschnitt mit totaler Dominanz.
Natürlich war es nur ein Scherz, als Mike Hanke am Samstagabend nach dem 3:0 gegen Schalke einem Radioreporter ins Mikrofon sprach, bei den Spielern würde morgens auf dem Wecker nicht die Uhrzeit sondern der Satz „Wir denken nur von Spiel zu Spiel“ leuchten. Dass diese Philosophie, die Trainer Lucien Favre seiner Mannschaft schon Ende der vergangenen Saison einimpfte, aber mehr als eine hohle Phrase ist, zeigt sich immer wieder auch nach zum Teil berauschenden Spielen. Auch nach der Partie gegen Schalke kreisten die Gedanken der Borussen nur um die kommende Aufgabe, das Auswärtsspiel beim 1. FC Kaiserslautern. „Darauf liegt jetzt unser Fokus. Kaiserslautern hat seit neun oder zehn Spielen nicht mehr gewonnen. Das wird sehr schwer für uns“, sagte Trainer Lucien Favre.
Der Schweizer fand in seiner Analyse des Spiels durchweg lobende Worte für sein Team. „Gestern lief alles sehr gut für uns. Wir waren klar besser. Alle Tore waren fantastisch anzusehen und wir haben wieder zu Null gespielt“, so Favre. Ähnlich wie im ersten Rückrundenspiel gegen die Bayern kam dem VfL die frühe Führung entgegen. Diesmal traf Marco Reus bereits in der zweiten Minute nach Zuspiel von Patrick Herrmann.
Die Gäste aus Gelsenkirchen, die sehr offensiv ausgerichtet waren, bemühten sich ins Spiel zu finden, schafften dies aber zu keiner Phase. Die Mittelfeldzentrale um die erneut sehr emsigen Havard Nordtveit und Roman Neustädter fing viele Angriffsversuche ab, auch weil die Offensivreihe des VfL wie schon gewohnt viel Druck auf die Schalker Verteidiger ausübte und so zu Fehlern im Aufbauspiel zwang. „Die frühe Führung hat uns sehr viel Selbstbewusstsein gegeben. Es war dadurch leichter für uns“, räumte Lucien Favre ein. Nach dem 2:0, einem doppelten Doppelpass von Mike Hanke mit Patrick Herrmann und Juan Arango, hätten die Königsblauen bereits etwas resigniert. Das Freistoß-Tor von Arango zum 3:0 vor der Pause war letztlich schon die Vorentscheidung. „Wir wollten in der zweiten Halbzeit noch ein weiteres Tor schießen“, sagte Favre. „Wir hatten zwei bis drei Konter sehr gut vorbereitet, haben es aber leider nicht geschafft, noch ein Tor zu erzielen.“
Absolut dominant
Das war gestern aber nicht mehr als ein kleiner Schönheitsfehler. Neben der spielerisch absolut überzeugenden ersten Halbzeit beeindruckte Favres Team auch im zweiten Spielabschnitt. Weniger mit berauschendem Offensivfußball, als mit absoluter Dominanz auf dem Platz. Der Ball lief gut in den eigenen Reihen. Schalke fand kein Mittel gegen die Kompaktheit des VfL , der über die gesamten 90 Minuten keine echte Torchance der bis dato gemessen an den Toren zweitbesten Offensive der Bundesliga zuließ. „Die ganze Mannschaft hat sehr gut verteidigt“, lobte Favre, der nach dem erfolgreichen DFB-Pokal-Viertelfinalspiel am Mittwoch von einer sehr guten Woche für Borussia sprach.
Bis Dienstag hat der VfL-Coach seiner Mannschaft freigegeben. Bis dahin sollten auch Marco Reus, Roman Neustädter, Mike Hanke und Juan Arango ihre leichten Blessuren aus dem Schalke-Spiel auskuriert haben. Heute blieben sie in der Kabine, waren auf dem Fahrrad-Ergometer oder ließen sich behandeln. Die übrigen Spieler, die gestern zum Einsatz kamen, liefen aus. Die Ersatzspieler absolvierten eine leichte Einheit auf dem Trainingsplatz.













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Vom 18.05.2012
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