Friedel Rausch ist als Trainer viel herum gekommen, zwei seiner Stationen in der 35-jährigen Trainerlaufbahn waren der 1. FC Kaiserslautern (1993 bis 1996) und Borussia, mit der er 1998 sensationell den Klassenerhalt schaffte. Vor dem morgigen Duell beider Teams riefen wir beim 71-Jährigen in der Schweiz an.
Herr Rausch, Sie waren Trainer in Kaiserslautern und in Mönchengladbach, morgen spielen ihre beiden Ex-Clubs gegeneinander. Was erwarten Sie für eine Begegnung?
Friedel Rausch: Das wird sehr interessant. Der FCK muss eigentlich punkten, Borussia kann, wie in den letzten Wochen auch, frisch, fromm, fröhlich, frei aufspielen.
Die Lauterer haben zuletzt elf Ligaspiele in Serie nicht gewinnen können, woran hapert es dort Ihrer Meinung nach?
Friedel Rausch: Sie haben einen vergleichsweise kleinen Kader. Und wenn dann ein personeller Engpass entsteht, kann in Kaiserslautern nicht einfach die Schatulle geöffnet und für viele Millionen Euro neue Spieler geholt werden.
Wie sehen Sie denn die Chancen des FCK auf den Klassenerhalt?
Friedel Rausch: Ich bin überzeugt, die schaffen das. Ich glaube, wenn die Handlungsträger in Kaiserslautern ruhig und sachlich bleiben, dann kann die Liga gehalten werden. Wenn alle Spieler fit sind, haben sie genügend Klasse im Kader.
Das wird Ihren alten Torjäger aus Lauterer Tagen, Stefan Kuntz, sicher freuen…
Friedel Rausch: Stefan ist ein ganz korrekter, feiner Junge, das hat ihn immer ausgezeichnet. Er passt einfach zu diesem Verein und macht einen guten Job. Damals als Stürmer war er ein Schlitzohr, aber auch da stets korrekt. Als ich zum Betzenberg kam, hatte er gerade ein eher schwaches Jahr hinter sich, in der ersten Saison unter mir ist er dann gleich Torschützenkönig geworden.
Kennen Sie von den momentanen Handlungsträgern bei Borussia jemanden persönlich?
Friedel Rausch: Aber ja. Ich kenne Lucien Favre aus seiner Zeit in der Schweiz. Als ich Trainer in Luzern war, war er Spieler bei Servette Genf. Da habe ich ihn in sehr guter Erinnerung, er war nie jemand, der großes Theater gemacht hat, sondern gerade heraus ist. Und so ist er ja auch als Trainer. Er hat schon bei seinen ersten Stationen in der Schweiz sehr gute Arbeit gemacht. Er ist absolut vom Fach, sehr selbstbewusst, lässt nach seinem Konzept spielen und war überall, wo er im Amt war, erfolgreich. Ich gönne ihm von Herzen den Erfolg, den er jetzt mit Borussia hat.
Wie stark schätzen Sie momentan Borussia ein?
Friedel Rausch: Ich bin davon überzeugt, dass Borussia bis zum Saisonende in der Tabelle oben dran bleibt. Die Leistungen sind kein Zufall. Der Trainer leistet, wie gesagt, ganz hervorragende Arbeit, er hat aber auch eine Mannschaft, die aus wirklich guten Spielern besteht und die jetzt zum Teil unter Favre erst richtig aufblühen. Die Mannschaft hat Selbstvertrauen und spielt konstant. Ich habe das Gefühl, dass die Borussen immer noch besser werden. Sie legen eine wahnsinnige Spielfreude an den Tag, und wenn sie einmal nicht früh in Führung gehen, behalten sie die Ruhe.
Werden Sie sich das Spiel morgen anschauen?
Friedel Rausch: Nein, ich werde wahrscheinlich bei einem Tennisturnier mitmachen.
Was glauben Sie denn, wie das Spiel ausgeht?
Friedel Rausch: Der Bessere an diesem Tag soll gewinnen. Oder noch besser, dann tue ich keinem meiner Ex-Vereine weh: sagen wir 2:2-Unentschieden.













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Vom 18.05.2012
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