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Borussia News

NEWS: 19.02.2012

Zusammenhalt

Zusammenhalt
Jubel über das tolle 2:0 durch Juan Arango.

Der gestrige 2:1-Sieg Borussias beim 1. FC Kaiserslautern hat Stoff für viele Geschichten: Es ist Borussias erster Erfolg auf dem Betzenberg seit 1995, der siebte Sieg aus den vergangenen acht Pflichtspielen und ein Spiel mit wunderbaren Treffern auf beiden Seiten. Aber vor allem: ein Beleg für die mannschaftliche Geschlossenheit Borussias.

Das Tor zum 1:0 und die Verletzung von Patrick Herrmann – zwei wesentliche Eckdaten der Bundesligabegegnung zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Borussia. Zwei völlig unterschiedliche Szenen auf dem Lauterer Betzenberg, die beide ein wunderbarer Beleg für den tollen Zusammenhalt in der VfL-Mannschaft sind. Denn der zeigte sich nicht nur beim gemeinsamen Torjubel – hier bildete die Mannschaft rhythmisch klatschend einen Kreis und ließ das in der Mitte sitzende Geburtstagskind Roman Neustädter hochleben – sondern auch nach der unglücklichen Verletzung von Patrick Herrmann. Als der 21-Jährige nach einem Luftkampf zu Boden ging und von Mannschaftsarzt und Physiotherapeut behandelt wurde, bildete sich ebenfalls ein Kreis. Jeder schaute, wie es dem Kollegen geht, auch in den Minuten nach dem Schlusspfiff erkundigten sich alle zunächst nach dem Wohlbefinden des U21-Nationalspielers. Die Diagnose Schlüsselbeinbruch trübte die Freude über diesen wichtigen Auswärtssieg merklich.

Borussia ging bei den abstiegsbedrohten Pfälzern selbstbewusst ins Spiel und nach einem schön heraus gespielten Tor auch früh in Führung: Igor de Camargo schickte Patrick Herrmann steil, der setzte sich im Eins-gegen-Eins gegen FCK-Verteidiger Leon Jessen durch und schoss den Ball an Keeper Kevin Trapp vorbei zum 1:0 ins Netz. „Ein Super-Tor“, fand Favre. Dieses Urteil fällte er auch – völlig zu Recht – beim zweiten VfL-Treffer des Tages: Eine Kombination über Marco Reus und dem laufstarken Igor de Camargo landete nach Steilpass von Reus bei Juan Arango, der den Ball direkt und mit unendlich viel Ballgefühl mit dem linken Außenrist ins lange Eck schlenzte – ein Kunstwerk von einem Tor. Nach diesem Treffer verflachte die Partie und wurde auf dem schwer zu bespielenden Untergrund immer zerfahrener. „Der Platz soll keine Entschuldigung sein, aber hier war es sehr schwer, Fußball zu spielen“, so Favre. „Deswegen können wir mit dem Ergebnis auch sehr zufrieden sein.“ Zumal Borussia auch das Quäntchen Glück auf ihrer Seite hatte, als Lauterns Pierre de Wit beim Stand von 0:1 einen Freistoß an die Latte setzte: Marc-Andre ter Stegen wäre wohl chancenlos gewesen.

Betzenberg-Atmosphäre

Genauso chancenlos wie beim Anschlusstreffer durch Jessen. Kaiserslautern hatte sich in der Halbzeitpause viel vorgenommen, kam entschlossen aus der Kabine und durch Leon Jessens Sonntagsschuss in den Winkel zum 1:2. „Ab da wurde es ein ekelhaftes Spiel“, sagte Tony Jantschke. Er und seine Kollegen hatten wahrlich alle Mühe, das Ergebnis über die Zeit zu retten. Entlastungsangriffe gab es kaum noch, Lauterns Trainer Marco Kurz fand: „Der Ausgleichstreffer lag in der Luft.“ Auch wenn die VfL-Defensive das Geschehen weitestgehend im Griff hatte: Es entstand diese typische Betzenberg-Atmosphäre voller Hektik, lautstarker Unterstützung der Fans und kampfstarken Lauterern. Eine Atmosphäre, in der sich die Borussen in der jüngeren Vergangenheit nicht allzu wohl gefühlt haben: Der letzte Sieg beim FCK war im Jahr 1995, dass diese Negativserie beendet wurde, interessierte die Spieler nicht wirklich. Jantschke: „Ich weiß schon gar nicht mehr, wie viele Serien wir jetzt schon gebrochen haben. Aber es ist ja auch egal, denn dieser Sieg bringt uns auch nur drei Punkte.“

Drei Punkte, die Borussia auch nach dem 22. Spieltag in der Spitzengruppe der Liga halten. Und was es wert ist, ein Auswärtsspiel bei einem Team aus dem Abstiegskampf zu gewinnen, das hat der Spieltag gezeigt. Spitzenreiter Dortmund hatte beim 1:0-Sieg in Berlin ebenfalls Mühe, Bayern München ließ beim 0:0 in Freiburg sogar zwei Punkte liegen. Das hat zur Folge, dass Borussia den FCB in der Tabelle überholt hat und nun sogar Tabellenzweiter ist. Verfolger Schalke ist mit fünf Punkten Rückstand auf Borussia Vierter. „Das alles ist aber eher uninteressant“, so Jantschke. „Es bleibt dabei: Wir gucken nur auf uns. Wir wollten aus Lautern was mitnehmen und unsere Serie ausbauen.“ Und die kann sich wahrlich sehen lassen: Von den vergangenen acht Pflichtspielen gewann Borussia sieben und spielte einmal remis.

Eigentlich ein Grund, nun beruhigt Karneval zu feiern, oder, Lucien Favre? „Nein, das geht nicht. Es geht sehr schnell, schon am Freitag haben wir unser nächstes Heimspiel gegen den Hamburger SV, das wird sehr schwer. Da hat Erholung oberste Priorität.“ Zumal das Spiel in Kaiserslautern an die Substanz ging (siehe Extrameldung auf borussia.de). Vielleicht hilft ja dem einen oder anderen der morgige trainingsfreie Tag zur Regeneration, am Dienstag beginnt die Vorbereitung auf die Partie gegen den HSV.

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