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NEWS: 20.02.2012

„Das Team ist stabil“

„Das Team ist stabil“
Borussias Vizepräsident Rainer Bonhof

Standpunkt: Vizepräsident Rainer Bonhof spricht über den Erfolg in Kaiserslautern, die Verletzung von Patrick Herrmann, die Wechselgerüchte um Dante und das bevorstehende Spiel gegen den HSV.

Borussia hat am Wochenende 2:1 in Kaiserslautern gewonnen. Zuvor hatte sich das Team mit Mannschaften im Tabellenkeller eher schwer getan. Ist der Erfolg auch ein Indiz dafür, dass die Mannschaft in dieser Saison noch weiter gereift ist?

Rainer Bonhof: Ich sehe, dass die Mannschaft seit Wochen stabil spielt. Und wir stellen uns wöchentlich neuen Herausforderungen. In Kaiserslautern bestand die Notwendigkeit, den Kampf anzunehmen. Das hat die Mannschaft gemacht und es tut gut, das zu sehen.

Sie hatten sich nach dem Spiel gegen Schalke schon auf Mike Hankes Treffer zum 2:0 als „Tor des Monats“ festgelegt. Müssen Sie Ihre Meinung nach dem Tor von Juan Arango noch einmal ändern?

Rainer Bonhof: Es konnte ja niemand ahnen, dass er so ein Traumtor nachlegt. Aber die beiden Treffer sind aus meiner Sicht absolut in der engeren Wahl. Und es ist doch schön, wenn man die Qual der Wahl hat.

Wie schon gegen Schalke lag Borussia auch in Kaiserslautern nach 15 Minuten bereits 2:0 vorne. Wie wichtig ist eine solch frühe Führung?

Rainer Bonhof: Das Wichtigste war, dass wir durch die frühe Führung Kaiserslautern taktisch nicht in die Karten gespielt haben. Wir haben zwei super Tore gemacht und dadurch das System der Lauterer früh durcheinander gebracht. Wer weiß, was passiert wäre, wenn Kaiserslautern lange das 0:0 gehalten hätte.

Die Schattenseite des Erfolgs in Lautern ist der Schlüsselbeinbruch von Patrick Herrmann. Wie schwer wiegt sein Ausfall?

Rainer Bonhof: Wenn man die Aufgaben betrachtet, die wir noch vor uns haben, hätte ich ehrlich gesagt lieber Unentschieden gespielt und Patrick Herrmann hätte sich nicht verletzt. Aber als Profi weiß man, dass so etwas passieren kann im Fußball. Wir sind jetzt gefordert, seinen Ausfall in den nächsten Wochen zu kompensieren.

Stellt der Ausfall nicht auch eine Chance für Spieler dar, die bislang noch nicht so zum Zuge gekommen sind?

Rainer Bonhof: Man redet immer gerne von Alternativen. Ich denke aber, dass wir generell einen sehr guten Kader haben, der in den vergangenen Wochen bewiesen hat, dass wir den einen oder anderen Ausfall auch ausgleichen können. Und grundsätzlich ist jeder Spieler ein wertvoller Bestandteil der Truppe.

Neben dem Erfolg in Kaiserslautern hat Dante die Schlagzeilen in diesen Tagen bestimmt. Angeblich soll sein Wechsel nach München schon perfekt sein. Was können Sie dazu sagen?

Rainer Bonhof: Ich weiß, dass wir mit Dante und seinem Berater in Gesprächen und Verhandlungen sind. Die sind bislang gut verlaufen, so dass wir zu einem wohlwollenden Abschluss für beide Seiten kommen sollten. Ich sehe die Situation momentan so, dass sich Dante auch bei uns für den Europapokal qualifizieren kann. Dafür müsste er nicht irgendwo anders hin gehen.

Sie kennen die Situation auch aus Ihrer aktiven Karriere. In den erfolgreichen Siebzigern gab es bei Borussia immer wieder Angebote für Spieler oder auch Wechsel. Danach wurde immer wieder gesagt, die Mannschaft breche auseinander. Das ist nie eingetreten. Sehen Sie diesbezüglich eine Parallele zur jetzigen Situation?

Rainer Bonhof: Schon in der Winterpause haben viele gesagt, Borussia breche auseinander. Und siehe da: Die Mannschaft ist nicht auseinander gebrochen. Das Team ist stabil. Solche Störfeuer gehören immer wieder mal dazu. Wir werden aber auch weiter so zusammenhalten, wie wir das im Moment tun.

Am Freitag steht das nächste Spiel in der Bundesliga an. Der HSV kommt in den BORUSSIA-PARK. Was erwarten Sie für ein Spiel?

Rainer Bonhof: Der HSV ist wieder eine andere Mannschaft als Kaiserslautern und dementsprechend auch eine andere Herausforderung für die Jungs. Wir sind mit unserem Denken von Spiel zu Spiel bislang sehr gut gefahren. Das werden wir jetzt auch nicht ändern. Ich bin überzeugt davon, dass das der richtige Weg ist. Wir werden die Aufgabe am Freitag richtig anpacken und die Mannschaft wird sich so präsentieren, dass wir ein tolles Spiel sehen werden, das wir hoffentlich als Sieger beenden.

Das Spiel gegen Hamburg ist ausverkauft, für die übrigen Heimspiele gibt es kaum noch Tickets. Gerade hat der Verein das 50.000. Mitglied begrüßt. Erleben wir derzeit einen Boom bei Borussia?

Rainer Bonhof: Alle, die mit dem Herzen bei der Borussia sind, haben in den vergangenen Jahren sehr gelitten. Jetzt genießen wir die aktuelle Erfolgsgeschichte. Dementsprechend groß ist auch der Zuspruch bei der Fangemeinde. Jeder Einzelne kann stolz darauf sein, dass es derzeit so läuft.

In der Tabelle ist Borussia am Wochenende an Bayern München vorbeigezogen. Am kommenden Wochenende kommt es in München zum Spitzenspiel gegen Schalke. Für wen ist man da als Borusse?

Rainer Bonhof: Da muss man niemandem die Daumen drücken. Wir konzentrieren uns nur auf uns und gucken, dass wir unsere Hausaufgaben möglichst gut erledigen. Alles andere können wir ohnehin nicht beeinflussen.

Otto Rehhagel ist am Wochenende als Trainer von Hertha BSC Berlin in die Bundesliga zurückgekehrt. Hat Sie das überrascht?

Rainer Bonhof: Man spricht bei Otto ja gerne über das Alter. Aber er ist topfit und folgt auch im hohen Alter noch den modernen Gegebenheiten des Fußballs. Ich glaube, Hertha wird für ihn eine hochinteressante Aufgabe, auf die er sich freuen kann. Er wird in Berlin die Ruhe reinbringen, die nötig ist, um den Klassenerhalt zu schaffen. Und wenn Hertha Ostern in den BORUSSIA-PARK kommt, hat die Mannschaft vielleicht schon nichts mehr mit dem Abstieg zu tun.

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