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NEWS: 10.12.2012

Voll im Soll

Voll im Soll
So jubelte Mike Hanke nach seinem Führungstor mit Lukas Rupp und Patrick Herrmann.

Borussia gewann ihr letztes Heimspiel im Jahr dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit verdient gegen Mainz 05. Trainer Lucien Favre lobte die Entwicklung seiner Mannschaft, sieht aber noch viele Details, die es zu verbessern gibt.

Die beiden Fußballlehrer waren sich einig. Auf der Pressekonferenz nach dem gestrigen 2:0-Sieg der Borussen über Mainz 05 sprachen Lucien Favre und sein Gegenüber Thomas Tuchel von einer Partie mit zwei Gesichtern. „Es gibt ein Spiel vor dem 1:0 für Gladbach und eins danach“, schilderte Tuchel seine Wahrnehmung. „Ich kann meinem Kollegen da nur zustimmen“, pflichtete der VfL-Coach ihm bei. In der Tat sahen die Zuschauer im BORUSSIA-PARK zwei unterschiedliche Halbzeiten. Das 1:0 für die Fohlenelf durch Mike Hanke (57.) nimmt in der Nachbetrachtung einen Platz als Schlüsselstelle ein. Ausgangspunkt des Treffers war der eingewechselte Stürmer selbst. Am Strafraumeck bediente der Blondschopf Havard Nordtveit. Die Steilvorlage von Tony Jantschke drückte Hanke wenige Sekunden später unter die Latte. „Ich habe Tony noch auf dem Spielfeld gesagt, dass er es in dieser Situation eigentlich alleine hätte machen müssen. Aber zum Glück ist der Pass ja angekommen“, sagte der Angreifer nach dem Abpfiff grinsend.

Einen Wendepunkt – und da geht die Meinung der beiden Trainer ein wenig auseinander - erkannte Favre schon mit dem Seitenwechsel. „Von der ersten Sekunde an waren wir besser im Spiel. Wir haben höher gespielt, mehr Druck ausgeübt und mit mehr Risiko agiert“, resümierte der Schweizer, der aber auch feststellte, dass „wir nach der Führung erleichtert waren“. Nur sechs Minuten später erhöhte Juan Arango mit einem unnachahmlichen Kunstschuss aus 44 Metern zum vorentscheidenden 2:0. „Wir dachten auf der Bank, der Ball geht drüber“, beschrieb Favre die Szene aus der 63. Minute. „Doch dann war er plötzlich drin. Wieder ein Tor des Jahres. Ich weiß nicht, was er hat in dieser Saison, aber es ist unglaublich“, schwärmte der 55-Jährige. Trotz des herrlichen Treffers des Venezolaners machte der Übungsleiter keinen Hehl aus seiner Unzufriedenheit über den Auftritt im ersten Durchgang. „Die erste Halbzeit geht klar an Mainz. Hätten wir so weitergespielt, wäre es eine Frage der Zeit gewesen, bis wir uns ein Tor gefangen hätten“, haderte Favre.

Effizienz als Erfolgsrezept

Doch im zweiten Durchgang verstand es sein Team, sich auf die taktische Ausrichtung der Mainzer einzustellen. Ein wesentlicher Grund für den Erfolg und die sechste ungeschlagene Pflichtspiel-Begegnung in Folge war wie so oft in der jüngeren Vergangenheit die Effekttivität vor dem gegnerischen Gehäuse. „Es zeichnet uns im Moment aus, dass wir nicht viele Chancen brauchen, um zu treffen", sagte Hanke. „Man muss einfach effizient spielen, das ist uns zuletzt gelungen", pflichtete ihm sein Trainer bei. Doch nicht nur die Kaltschnäuzigkeit stimmen den Schweizer zufrieden, auch die Defensive steht stabiler als noch zu Beginn der Saison. „Um effizient zu sein, muss man clever verteidigen. Das haben wir seit dem Heimspiel gegen Olympique Marseille geschafft “, sagte der Übungsleiter.

Auch deshalb sieht Favre seine Schützlinge, die aus den vergangenen vier Bundesliga-Partien ungeschlagen blieben und acht Punkte holten, auf einem guten Weg: „Wir machen kleine Fortschritte, treten spielerisch besser auf und sind konstanter als zu Saisonbeginn.“ Mit 24 Punkten liegt die Fohlenelf auf Platz acht und damit voll im Soll. Überzogenes Anspruchsdenken ist bei den Verantwortlichen ohnehin fehl am Platze. „Wir müssen weiter von Spiel zu Spiel denken und um jeden Punkt kämpfen. Wir dürfen nicht träumen.“ „Wunderdinge“, betont der Coach mit Nachdruck, dürfe man vor dem letzten Hinrunden-Spieltag bei Bayern München am Freitag (20.30 Uhr) nicht erwarten: „Doch da haben unsere Fans ein gutes Gespür.“

Beim Rekordmeister nicht dabei sein wird Alvaro Dominguez, der gestern wegen Ballwegeschlagens seine fünfte Gelbe Karte sah und somit am Freitag gesperrt ist. "So richtig nachgedacht habe ich bei der Aktion nicht. Die Verwarnung war trotzdem ziemlich hart", befand der Spanier. "Ich wusste sofort, als der Schiedsrichter auf mich zugeaufen kam, dass mir die Sperre droht. Ich habe noch versucht, ihn zu besänftigen, aber da war es schon zu spät." Bei Igor de Camargo, der gestern zur Pause wegen einer Rückenprellung ausgewechselt werden musste, muss man abwarten, ob er rechzeitig für das Spiel beim Rekordmeister wieder ist.

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