Suchen

Borussia News

NEWS: 12.12.2012

„Sicheres Stadionerlebnis weiter ermöglichen“

„Sicheres Stadionerlebnis weiter ermöglichen“
Borussias Geschäftsführer und DFL-Aufsichtsratsmitglied Stephan Schippers.

Standpunkt: Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) wird bei ihrer ordentlichen Mitgliederversammlung am morgigen Mittwoch in Frankfurt über das Konzeptpapier „Stadionerlebnis“ entscheiden. Wir haben uns mit Borussias Geschäftsführer und DFL-Aufsichtsratsmitglied Stephan Schippers über das Konzeptpapier und die sportliche Situation des VfL unterhalten.

Herr Schippers, warum ist es so wichtig, dass die Vereine das Thema Sicherheit im Fußballstadion jetzt angehen?

Stephan Schippers: Wir müssen es im Rahmen der Verbandsautonomie schaffen, die Sicherheit im Fußballstadion zu gewährleisten. Wir dürfen nicht von außen, zum Beispiel durch die Politik, durch die Gesetzgebung, Einschränkungen erfahren, die wir nicht beeinflussen können. Dafür ist das Prinzip der Verbandsautonomie ganz wichtig, also, dass die Vereine selbst aktiv werden und entscheiden. Es ist von großer Bedeutung, dass die vorliegenden Anträge morgen beschlossen werden. Diese Beschlüsse begründen nämlich einen Prozess, der zukunftsweisend ist.

In der Öffentlichkeit wird viel über das Antragspaket diskutiert und man hat den Eindruck, dass nicht jeder genau weiß, worum es in dem Antragspaket im Detail geht. Können Sie den Inhalt kurz skizzieren?

Stephan Schippers: Es geht um eine ganz klare Ächtung von Diskriminierung und Gewalt in Stadien. Gleichzeitig geht es um ein Bekenntnis zu den gültigen Gesetzen. Das heißt natürlich auch die Ächtung von Pyrotechnik. Wir wissen, dass das nicht jedem schmeckt. Aber so sind nunmal unsere Gesetze. Um diese drei Kernpunkte geht es in dem Antragspaket. Darüber hinaus verbessert es insgesamt die Rahmenbedingungen, zum Beispiel durch regelmäßige Schulungen der Ordnungskräfte oder die Verbesserung der Infrastruktur. Wir sind der Überzeugung, dass nicht jeder, der sich derzeit an der öffentlichen Diskussion beteiligt, auch das bestehende Regelwerk kennt. Die oft diskutierte Frage um die Reduzierung der Gästekarten ist beispielsweise gar nicht Gegenstand des Antragspakets. Es ist schon heute und auch ohne diese Anträge möglich, im Falle eines Risikospiels die Gastbereiche zu reduzieren - und zwar nicht auf fünf, sondern sogar auf null Prozent. Das geben die Statuten her. Mit den Anträgen soll das Ganze nur verfeinert werden, so dass man zum Beispiel auch Sitzplätze sperren kann, um etwa Pufferzonen zu den Stehplätzen einzurichten. Das sind alles kleine Regelungen, die aber nicht zum Ziel haben, der Willkür freien Lauf zu lassen. Es kann auch nicht im Interesse der Vereine sein, Gästebereiche komplett zu sperren. Im Gegenteil. Die Stehplätze gehören ausdrücklich zu unserer Fankultur.

Von Teilen der Fanszene ist sogar zu hören, dass es mit dem Antragspaket um die Abschaffung der Fankultur gehe. Was entgegnen Sie solchen Stimmen?

Stephan Schippers: Dass das Gegenteil der Fall ist. Wir sind stolz auf unsere Fankultur und stolz darauf, dass wir diesen hohen Zuschauerschnitt in der Bundesliga haben. So soll es auch bleiben. Wir wollen keine Ganzkörperkontrollen, wir wollen keine Nacktscanner und wir wollen die Stehplatzbereiche nicht beschneiden. Es geht uns darum, den mehr als 99 Prozent der friedlichen Stadionbesucher weiterhin ein sicheres und friedliches Stadionerlebnis zu ermöglichen. Und das heißt, dass wir gegebenenfalls bestimmten Gruppen klarmachen müssen, dass sie nichts im Fußball zu suchen haben, wenn sie Gewalt suchen. Dem wollen wir Einhalt gebieten. Natürlich geht das auch über eine hohe Aufklärung, also beispielsweise genauere Bildaufnahmen, um eine Täterermittlung zu betreiben.

Das Antragspaket ist seit Wochen in der Diskussion. Wie hat Borussia das Thema intern diskutiert und wer war daran beteiligt?

Stephan Schippers: Einer der wichtigsten Punkte, und der wird bei Borussia seit Jahrzehnten praktiziert, ist der Dialog. Wir haben drei Fanbeauftragte im Verein und das Fanprojekt Mönchengladbach, mit dem wir eng zusammen arbeiten. Und wir haben in jedem Quartal den Arbeitskreis Fandialog, bei dem alle Beteiligten zusammen kommen. Es ist ganz wichtig, auf Augenhöhe mit jedem zu diskutieren und nicht einfach zu sagen: So ist es jetzt. Nehmen wir etwa den Punkt Fankodex. Wir haben einen Fankodex, den sich die Fans bereits vor einigen Jahren selber gegeben haben. Das ist der richtige Weg. Wir brauchen keine zweite Hausordnung. Wir brauchen diesen Kodex, an den sich der Fan verbindlich hält und bei dem er im Rahmen der Selbstregulierung auch mal zu seinem Nachbarn sagt: Jetzt halt mal die Finger still.

Das heißt, vieles von dem, was Inhalt des Antragspaketes ist, wird bei Borussia ohnehin schon lange umgesetzt?

Stephan Schippers: So ist es. Wenn dieses Antragspaket beschlossen wird, wird der Zuschauer im BORUSSIA-PARK davon nichts merken.

Zum Abschluss noch ein Blick aufs Sportliche: Die Hinrunde steht kurz vor dem Ende. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Stephan Schippers: Wir hatten etwas Anlaufschwierigkeiten und den erwartet schweren Start nach der überragenden Vorsaison mit Platz vier. Zuletzt hatten wir versöhnliche Ergebnisse und stehen nun bei 24 Punkten. Die Hinrunde ist für uns aber noch nicht beendet. Wir haben noch Spiel bei Bayern München, das wir mit aller Konzentration angehen werden. Dass wir die Gruppenphase der Europa League überstanden haben und jetzt im Sechzehntelfinale stehen, zeigt, dass wir uns nicht überhoben haben und in die richtige Richtung gehen. Es wird natürlich immer wieder Rückschläge geben. Aber die Tendenz muss stimmen. Und die stimmt bei uns. Deshalb können wir uns alle auf das Weihnachtsfest und danach auf den Rückrundenstart freuen.

Weitere News

„Mit so einem Start rechnet man nicht“

„Mit so einem Start rechnet man nicht“ 31.08.2016

Standpunkt: Sportdirektor Max Eberl spricht über Borussias gelungenen Saisonstart und die weiteren Aussichten der Fohlenelf in Bundesliga und UEFA Champions League.

Mitglied werden

Stadionführung

Böklunder

Borussia MitgliedschaftBitburger