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NEWS: 06.10.2014

„Wo soll der Arm denn hin?“

„Wo soll der Arm denn hin?“
Patrick Herrmann, Martin Stranzl und Christoph Kramer diskutieren mit Schiedsrichter Manuel Gräfe üder dessen Entscheidung. Julian Korb schaut ungläubig in Richtung des Unparteiischen. Foto: Kruck

Julian Korb war im gestrigen Heimspiel gegen Mainz am umstrittenen Handelfmeter beteiligt. Über diese Szene, das Spiel insgesamt und seine Berufung in die deutsche U21 haben wir uns mit dem Rechtsverteidiger unterhalten.

Julian, wie wertest du das Unentschieden gegen Mainz?

Korb: Wir sind auf jeden Fall enttäuscht. Die drei Punkte wollten wir unbedingt hier behalten. Das hatten wir uns fest vorgenommen. Wir haben uns wieder viele gute Torchancen herausgespielt und hinten bis auf den Elfmeter so gut wie nichts zugelassen. Deswegen ist es doppelt bitter und ärgerlich, dass wir nur einen Zähler geholt haben. Drei Punkte wären in jedem Fall verdient gewesen.

Du sprichst den Elfmeter an. Wie hast du die Szene gesehen?

Korb: Der Ball wurde rausgespielt auf Junior Diaz. Ich war relativ nah dran, vielleicht fünf Meter entfernt von ihm. Er hat den Ball dann scharf rein gespielt und ich habe meinen Körper angespannt. Der Ball ist mir natürlich an die Hand gesprungen, aber es war absolut keine Absicht.

Hast du mit dem Schiedsrichter über die Entscheidung gesprochen?

Korb: Ich habe mich in der Halbzeit beim Vierten Offiziellen erkundigt, weshalb es in dieser Szene Elfmeter gab. Er sagte zu mir, wenn mein Arm nach hinten geklappt wäre, dann hätte man nicht auf Elfmeter entschieden. Diese Logik verstehe ich überhaupt nicht. Der Ball wird aus fünf Metern scharf hereingespielt. Ich muss damit rechnen, dass mich der Ball im Gesicht oder an irgendeiner anderen Stelle trifft, deshalb spanne ich den Körper natürlich an. Und wenn ich lasch geblieben wäre, hätte es keinen Elfmeter gegeben. Das ist für mich unverständlich.

Warst du überrascht, dass du keine Gelbe Karte gesehen hast?

Korb: Das ist die nächste Frage, die man sich in dem Zusammenhang stellen muss. Für mich ist das total unverständlich. Der Schiedsrichter gibt den Elfmeter, weil er von einem absichtlichen Handspiel ausgeht. Aber dann gibt er mir keine Gelbe Karte. Das ist alles ein bisschen komisch.

Es ist schon der dritte Handelfmeter, den ihr in dieser Saison gegen euch bekommt. Ist die Regel einfach überflüssig oder könnt ihr in Zukunft irgendetwas anders machen in solchen Szenen?

Korb: Über die Regel müssen wir nicht diskutieren. Ein paar Spieltage zuvor wurde in Wolfsburg ein Tor gegeben, obwohl einem Spieler der Ball zuvor an die Hand gesprungen war. Das war genau so wenig Absicht. Ich finde es auch in Ordnung, dass so etwas nicht abgepfiffen wird. Ich weiß auch nicht, was ich gestern mit meinem Arm in dieser Szene hätte machen sollen. Wenn ich ihn weit vom Körper ausgestreckt gehabt hätte, hätte ich die Entscheidung noch nachvollziehen können. Aber wo soll der Arm denn in dieser Szene hin?

Man hatte das Gefühl, der Elfmeter hat euch in der ersten Halbzeit ein bisschen aus dem Tritt gebracht....

Korb: Ein bisschen vielleicht. Wir hatten aber trotzdem in der ersten Halbzeit viel Ballbesitz. In der zweiten Hälfte auch. Mainz ist mit einer Fünferkette hierhin gekommen. Trotzdem hatten wir viele Chancen, das Spiel zu entscheiden. Die haben wir aber leider nicht genutzt.

Ihr habt schon am Donnerstag beim 1:1 in Zürich viele Chancen liegen gelassen. Wie ist es zu erklären, dass ihr euch beim Abschluss derzeit so schwer tut?

Korb: Das ist schwer zu erklären. Besonders im vergangenen Jahr waren wir sehr gut, was die Chancenverwertung anging. Daran hapert es derzeit noch ein bisschen. Aber ich denke, dass wir das in den nächsten Spielen in den Griff bekommen und dann am nächsten Spieltag wieder drei Punkte holen.

Jetzt steht erst einmal die Länderspielpause auf dem Programm. Du spielst aber mit der deutschen U21 in den Play-offs zur EM gegen die Ukraine.

Korb: Unser Ziel ist natürlich die Qualifikation für die Europameisterschaft im kommenden Jahr in Tschechien. Damit kämen wir auch unserem Ziel, der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro, ein gutes Stück näher.

Du stehst im Kader der U21, wirst aber vereinzelt auch schon mit der A-Nationalmannschaft in Verbindung gebracht. Nimmst du das wahr?

Korb: Nicht wirklich. Es ist natürlich ein Traum für jeden deutschen Jugendspieler, mal in der Nationalmannschaft zu spielen. Aber daran denke ich momentan überhaupt nicht.

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