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Borussia News

NEWS: 26.02.2011

Favre kennt nun beide Gesichter

Favre kennt nun beide Gesichter
Geschlagene Borussen in Wolfsburg!

Sechs Tage hat es gedauert, dass Lucien Favre beide Gesichter seiner neuen Mannschaft kennen gelernt hat, und so wird der Trainer nach dem 1:2 gestern in Wolfsburg vielleicht sogar etwas schlauer sein, warum der VfL dort in der Tabelle steht, wo er steht.

Ohne Frage, wie Borussia ans Tabellenende gekommen ist, ist ausreichend diskutiert und analysiert worden. Doch wie geht es von dort wieder weg? Dass das alles andere als einfach ist, hat sich nun zum wiederholten Mal gezeigt. Eine Serie benötigt Konstanz, und die lässt der VfL vermissen. Mit einem Sieg wäre Borussia in der Tabelle an die Wölfe heran gekommen, doch dieser Gedanke hatte sich nach wenigen Minuten in der Volkswagen-Arena bereits verflüchtigt. Am Ende der 90 Minuten steht Favres Fazit wie in Stein gemeißelt: „Wolfsburg hat sehr gut gespielt und war uns vor allem in der ersten Halbzeit deutlich überlegen. Wir haben es in der zweiten Halbzeit etwas besser gemacht, insgesamt aber nicht gut gespielt. Auch wenn wir zum Schluss sogar noch den Ausgleich hätten erzielen können, ist der Sieg für Wolfsburg ohne jede Diskussion absolut verdient.“

Trainingswoche unter einem anderen Eindruck

Der Schweizer wird seinen Mannen heute Mittag um 12 Uhr gewiss seine Meinung zum Auftritt in Niedersachsen mitteilen, und er wird die kommende Trainingswoche nicht unter dem Eindruck eines glanzvollen Sieges gegen Schalke, sondern vielmehr auch mit der Gewissheit der fehlenden Konstanz angehen. „Ich habe schon nach dem 2:1 gegen Schalke gesagt, dass wir sehr viel Arbeit vor uns haben. Aber im Fußball kann es schnell gehen, das habe ich meiner Mannschaft auch gestern in der Halbzeit gesagt – leider hat es nicht funktioniert. Wir müssen nun Lösungen finden, um besser zu spielen.“ Nach dem heutigen Auslaufen und dem Ersatztraining für die Reservisten müssen die Borussen die Köpfe wieder frei bekommen. Erneut ist eine Chance vergeben, aber Favres Meinung, es in den verbleibenden zehn Spielen noch schaffen zu können, ist deutlich mehr als eine Durchhalteparole.

Mo Idrissou, Igor de Camargo und Juan Arango konnten heute nicht am Auslaufen teilnehmen. Idrissou hat einen Abzess am Hals und de Camargo und Arango haben Prellungen im Oberschenkel und sind bei der medizinischen Abteilung in Behandlung. Ungeachtet des Personals muss Borussia aber in den kommenden Spielen anders auftreten. Auch wenn Wolfsburg von Beginn an sehr stark spielte, war das gestern zu wenig, um sich unten heraus zu schießen. „Ich bin enttäuscht, das ist doch normal. Unsere Balleroberung war nicht gut, wir haben viele Fehler gemacht, standen zu weit weg von den Gegenspielern und kamen zu spät in die Zweikämpfe“, erklärte der Coach, der auch eine gewisse Unkonzentriertheit festgestellt hatte. Wolfsburg war lange läuferisch, spielerisch und auch kämpferisch das bessere Team, erst mit dem von Filip Daems verwandelten Foulelfmeter ging Borussia engagierter und besser in die Schlussphase. Dass es dann beinahe noch mit einigen Chancen zu einem Punkt gereicht hätte, spricht dafür, dass es auch in der Saison-Schlussphase noch gut ausgehen kann.

Die letzten 15 Minuten brachte die Favre-Elf in der Statistik nahe an den Diego-VfL heran, der Brasilianer machte gestern nicht den alleinigen, trotzdem den entscheidenden Unterschied. Abgesehen von der Spielstatistik, die bei beiden Mannschaften beinahe die gleiche Anzahl Schüsse, Ecken, gelungene Pässe und letztlich auch Gelbe Karten ausweist, bleibt der Eindruck haften, dass Borussia deutlich unterlegen war. „Wir haben keinen Griff auf das Spiel bekommen“, meinte Tobias Levels nach den 90 Minuten. Eine treffende Aussage.

30 Punkte sind noch zu vergeben, zehn Spiele zu spielen. Läuft es schlecht, liegt Borussia nach den Partien heute und morgen sieben Punkte hinter dem Relegationsplatz zurück, fünf sind es heute zum rettenden 15. Rang. Deutlich zu früh, um das Handtuch zu werfen, aber es ist an der Zeit, die nötige Serie zu starten. Die nächste Aufgabe steht an, die TSG Hoffenheim kommt Karnevalssamstag in den BORUSSIA-PARK. Die Vorbereitung auf dieses Spiel beginnt am Montagnachmittag, Sonntag gönnt Favre seiner Mannschaft trotz der Niederlage den ersten freien Tag unter seiner Regie. Und am Samstag muss der VfL dann wieder anders auftreten, sein anderes Gesicht zeigen und das zum einzig wahren für die Zielgerade in der Liga zu machen.

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