Suchen

Borussia News

NEWS: 02.04.2013

„Auch mal das Herz in die Hand nehmen“

„Auch mal das Herz in die Hand nehmen“
Vizepräsident Rainer Bonhof

Standpunkt: Vizepräsident Rainer Bonhof spricht über Borussias 0:2-Niederlage in Freiburg, die Aussichten, sich für den Europapokal zu qualifizieren und den Lauf des FC Bayern München.

Herr Bonhof, am Freitag haben Sie ihren 61. Geburtstag gefeiert. Alles Gute nachträglich dazu. Warum hat Borussia es nicht geschafft, Ihnen am Samstag in Freiburg ein nachträgliches Geschenk zu machen?

Rainer Bonhof: Das ist ganz einfach: Wenn man kein Risiko eingeht, kann man auch keine Chancen kreieren. Unsere erste Möglichkeit, der Lattentreffer von Patrick Herrmann, war weit in der zweiten Hälfte. Bis dahin lief nichts nach vorne. Gerade in unserer guten Ausgangsposition darf man sich bei einem Gegner wie Freiburg, der in den letzten beiden Partien zehn Gegentore kassiert hat, nicht verstecken, sondern muss auch mal sein Herz in die Hand nehmen und mutig und entschlossen den Weg nach vorne antreten. Das hat die Mannschaft nicht gemacht – und das hat mich enttäuscht.

Havard Nordtveit hat in der 68. Minute vorne eine gute Gelegenheit vergeben, 24 Sekunden später hat Max Kruse im Gegenzug das 1:0 erzielt. Sind das die Dinge, die so ein Spiel am Ende entscheiden?

Rainer Bonhof: Ja, klar. Wir haben vorne die dicke Chance ausgelassen und dann hinten die Tür aufgemacht und Max Kruse dieses Super-Tor ermöglicht. So etwas darf nicht passieren, da muss man sich cleverer anstellen und den Konter mit einem taktischen Foul unterbinden. Es ist vor allem auch enttäuschend für die mitgereisten Fans, die viele Stunden Fahrt in den Süden auf sich genommen haben. In Freiburg kann man verlieren, aber man muss zumindest den Kampf und das Spiel annehmen.

Wie schwer wiegt die Niederlage im Kampf um die Europapokal-Plätze?

Rainer Bonhof: Wir haben wieder einmal eine große Chance vergeben. Das ist das Bedauerliche, weil es in dieser Saison bestimmt schon das dritte oder vierte Mal war. Mit dem Heimsieg gegen Hannover haben wir die Chance genutzt, uns oben festzubeißen, doch in Freiburg hätten wir unbedingt nachlegen müssen. Die Mannschaft gibt in Interviews ja das Ziel aus, sich wieder für den Europokal zu qualifizieren. Wenn man diese Ambitionen hat, muss man einfach mehr investieren. Gegen Hannover haben wir eine Hälfte richtig gut gespielt. Warum kann man diese Leistung nicht in Freiburg bestätigen? Doch da hat die Mannschaft nicht so richtig an ihre Chance geglaubt. In Freiburg sahen wir die letzten Jahre nie gut aus, doch da muss man gegen das Gesetz der Serie ankämpfen und all das investieren, was notwendig ist, um ein vernünftiges Spiel abzuliefern

In der Bundesliga stehen noch sieben Spiele an. Was ist Ihrer Meinung nach noch drin für Borussia?

Rainer Bonhof: Ich weiß, dass die Mannschaft mehr kann und auch will, und das muss sie jetzt in den letzten sieben Spielen zeigen. Ich habe immer betont, dass die Entscheidung über die Teilnahme am internationalen Wettbewerb in den letzten fünf Spielen fällt. Jetzt sind es noch sieben Partien. Die Jungs müssen nun Gas geben, wenn sie sich ihren Traum – in der kommenden Saison erneut auf internationaler Bühne zu spielen – erfüllen möchten.

Am Samstag kommt Greuther Fürth in den BORUSSIA-PARK. Wie gefährlich ist diese Mannschaft in Ihren Augen – trotz ihres letzten Tabellenplatzes?

Rainer Bonhof: Die große Gefahr liegt darin, dass alle sagen, dass diese Mannschaft schon abgestiegen ist. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Fürther absteigen, recht groß, dennoch haben sie nichts mehr zu verlieren – und das macht sie so gefährlich. Unsere Mannschaft ist deshalb gut beraten, diesen Gegner sehr ernst zu nehmen. Wir haben ein Heimspiel – und da erwarte ich, dass die Mannschaft eine Reaktion zeigt.

Die deutsche Meisterschaft ist praktisch entschieden. Die Bayern lassen dennoch keinen Zentimeter nach. Wie ordnen Sie ihren 9:2-Sieg gegen den HSV ein?

Rainer Bonhof: Das ist echtes Hammer-Ergebnis, vor allem zu diesem späten Zeitpunkt der Saison. Die Bayern haben mal wieder am oberen Limit gespielt, aber die Hamburger haben auch nicht viel Gegenwehr gezeigt. Man darf die Münchener nicht so ins Rollen kommen lassen. Wir haben beim 1:1 im Hinspiel gezeigt, wie es geht – indem man Druck auf sie aufbaut und die Räume eng macht.

In dieser Woche stehen die Hinspiele in der Champions League an. Der FC Bayern trifft auf Juventus Turin und Borussia Dortmund auf den FC Malaga. Wie groß schätzen Sie die Titelchancen der beiden deutschen Vertreter ein?

Rainer Bonhof: Juventus ist nicht einfach zu spielen, aber ich glaube, in der aktuellen Verfassung, in der die Bayern sind, werden sie direkt im Hinspiel ein gutes Ergebnis erzielen. Malaga hört sich auf dem Papier leichter an, doch auch diesen Gegner darf man nicht unterschätzen. Sie haben in der Vorsaison in Spanien für Furore gesorgt und dieses Niveau in dieser Spielzeit noch einmal gehoben. Das ist alles andere als eine No-Name-Mannschaft, da müssen der BVB höllisch aufpassen. Nichtsdestotrotz hätte ich nichts gegen ein Finale zwischen Dortmund und München einzuwenden, das wäre gut für den deutschen Fußball und die Bundesliga – und so wie beide Teams momentan drauf sind, ist beiden der Sprung ins Endspiel auch absolut zuzutrauen.

DFB-Gewinnspiel

Jetzt anmelden

Böklunder