Hinten kaum was zugelassen, vorne eine handvoll Chancen herausgespielt und trotzdem verloren. Daran konnte auch Roel Brouwers, hier im Zweikampf mit dem Mainzer Aristide Bancé, nichts ändern.
08.02.2010
Eine Meinung

Ein Fußballspiel, und das macht einen Großteil seines Reizes aus, lässt ja oft viele Betrachtungsseiten zu. In der Beurteilung der gestrigen Niederlage gegen Mainz waren sich aber alle Beteiligten einig.

Wenn die gegnerischen Trainer und Spieler nach einer Partie nicht mit Komplimenten für das Spiel der Borussia geizen, ist dies auf den ersten Blick betrachtet sicherlich ein gutes Zeichen. Wenn sie dies jedoch mit einem Lächeln auf den Lippen tun, weiß der geneigte Fußballfan, es ist etwas Faul im Staate Dänemark. Mit Bo Svensson war es ausgerechnet ein Däne, zudem noch ein Ex-Borusse, der mit seinem Tor in der 44. Minute den Spielverlauf der Begegnung am Mainzer Bruchweg auf den Kopf gestellt hatte. Beinahe über die gesamte Spielzeit war der VfL das aktivere, das bessere Team. „Von zehn solcher Spiele gewinnst du eigentlich acht, eins endet unentschieden und einmal gehst du als Verlierer vom Platz. Dass uns genau dieses Schicksal gestern ereilt hat, ist natürlich richtig bitter“, diktierte Roel Brouwers den am Trainingsplatz wartenden Journalisten die Stimmungslage innerhalb der Mannschaft in die Notizbücher.

Doch neben der Tatsache, dass nicht immer die bessere Mannschaft gewinnt, gibt es im Fußball noch weitere Gesetzmäßigkeiten. Eine davon ist die Schnelllebigkeit des Geschäfts, besonders wenn lediglich fünf Tage zwischen zwei Bundesligaspielen liegen. Würde man sich manchmal wünschen, einen süßen Erfolg, wie etwa das 4:3 gegen Werder Bremen aus der Vorwoche etwas länger auskosten zu können, kommt es den Profis der Borussia ganz gelegen, dass sie bereits am Freitag mit dem Heimspiel gegen Nürnberg (Anstoß 20.30 Uhr) die Möglichkeit haben, es besonders in Punkto Chancenverwertung besser zu machen. Um darauf vorbereitet zu sein, gibt es in dieser Woche keinen freien Tag für die Spieler. Am heutigen Montag stand um 10 Uhr Auslaufen für die gestern Eingesetzten und Training für die Reservisten auf dem Programm. In den nächsten Tagen bis zum Spiel wird jeweils eine Trainingseinheit pro Tag abgehalten.

Wieder im Mannschaftstraining begrüßen konnte Trainer Michael Frontzeck heute mit Karim Matmour und Gal Alberman zwei Spieler, auf die er zuletzt aus unterschiedlichen Gründen nicht zurückgreifen konnte. Während der Algerier Matmour mit seiner Nationalmannschaft beim Afrika Cup weilte und nach den Strapazen dort und seiner Rückkehr in der letzten Woche noch ein wenig Zeit für die Regeneration gebraucht hatte, kehrt Gal Alberman nach langwieriger Verletzung zurück. Fürs Erste kürzer treten muss dafür Thorben Marx. Der Mittelfeldspieler musste am Sonntag wegen muskulärer Probleme ausgewechselt werden und wurde heute zunächst behandelt. Tobias Levels hat das Spiel körperlich schadlos überstanden und wird diese Woche mit der Mannschaft trainieren. Gegen Nürnberg fehlt der 23-Jährige aber auf jeden Fall, da er in Mainz seine fünfte Gelbe Karte sah und am Freitag gesperrt ist.

„Mir war vor Jahren schon mal signalisiert worden, dass ich auf der Liste stehe. Doch mit der Zeit dachte ich, dass das sowieso nichts wird. Vielleicht ist deshalb die Freude jetzt noch ein bisschen größer.“

(Borussias Kult-Stadionsprecher Rolf Göttel in der Rheinischen Post). Göttel bekam das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
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