Marco Reus nach seiner großen Chance zum 1:1.
08.02.2010
"Es gab überhaupt keine Vorwürfe"

Einen Tag nach der 0:1-Niederlage beim FSV Mainz sprachen wir mit Marco Reus, der an vielen gefährlichen Offensivsituationen beteiligt war, aber auch am Gegentor zum 0:1.

Marco, am Gegentor bei der gestrigen 0:1-Niederlage in Mainz warst du nicht ganz unbeteiligt...

Marco Reus: Natürlich hat mich das am meisten geärgert. Ich wollte den Ball klären, habe ihn aber nicht richtig erwischt. Ich habe noch mit letzter Kraft versucht, mich in den Schuss zu schmeißen, aber Bo Svensson hatte aus der kurzen Entfernung keine Probleme, den Ball im Tor unterzubringen.

Trotzdem hatte man den Eindruck, dass du diese Aktion im Laufe des Spiels gut verarbeiten konntest, im zweiten Durchgang hast du ähnlich unbekümmert weiter gespielt wie vor dem 0:1.

Marco Reus: So ein Gegentor kann man während des Spiels nur schwer ausblenden. Mir hat es aber sehr geholfen, wie die Mannschaft reagiert hat. Es gab überhaupt keine Vorwürfe, Dante zum Beispiel hat mich direkt nach dem Treffer getröstet. Das zeigt meiner Meinung nach, wie gut es in unserer Mannschaft stimmt.

In der zweiten Halbzeit hattest du eine der ganz großen Chancen zum Ausgleich.

Marco Reus: Ja, ich hätte meinen Fehler nur zu gern wieder gut gemacht. Eigentlich war es nicht schlecht gemacht, der Ball ging gegen die Laufrichtung des Torwarts. Aber am Ende fehlten dann doch ein paar Zentimeter. Ich bin sehr traurig, dass es in diesem Spiel am Ende nicht zu einem Punkt gereicht hat. Mainz hatte, wenn ich nicht irre, eigentlich nur eine klare Torchance und ein Tor gemacht. Wir haben das Spiel gemacht und hatten vor allem im ersten Durchgang klare Gelegenheiten, verlieren am Ende aber. Aber gut, das Spiel müssen wir jetzt schnell abhaken und es gegen Nürnberg besser machen.

Du sprichst es an, in nur vier Tagen steht das nächste Spiel an, der 1. FC Nürnberg kommt in den BORUSSIA-PARK. Was erwartest du für eine Partie?

Marco Reus: Genau so eine wie in Mainz, könnte ich mir zumindest vorstellen. Auch in Mainz mussten wir das Spiel machen, und ich denke, das haben wir ganz ordentlich getan. Wir haben uns Chancen erspielt, die müssen wir nur lernen zu nutzen. Wir wissen nicht zuletzt vom Hinspiel, dass Nürnberg sehr konterstark ist. Da müssen wir uns in acht nehmen.

Auf der rechten Seite bildest du mit Tobias Levels ein eingespieltes Duo, nun ist der Verteidiger gegen Nürnberg wegen der fünften Gelben Karte gesperrt. Ein Problem?

Marco Reus: Nein. Das Zusammenspiel mit Tobi klappt zwar wirklich gut, aber so etwas wie eine Sperre kommt vor. Dann muss halt ein anderer einspringen, ich denke, die Trainingswoche wird zeigen, wer das sein wird. Im Training spielen wir ja auch nicht immer mit derselben Mannschaft.

„Mir war vor Jahren schon mal signalisiert worden, dass ich auf der Liste stehe. Doch mit der Zeit dachte ich, dass das sowieso nichts wird. Vielleicht ist deshalb die Freude jetzt noch ein bisschen größer.“

(Borussias Kult-Stadionsprecher Rolf Göttel in der Rheinischen Post). Göttel bekam das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
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