Zeigte sich beim heutigen Training enttäuscht, aber keinesfalls geknickt: Trainer Michael Frontzeck.
07.03.2010
„Dürfen nicht vergessen wo wir her kommen“

Die verdiente Niederlage beim BVB aus Dortmund ist ärgerlich und enttäuschend. Dass es nach den erfolgreichen letzten Wochen aber auch wieder Rückschläge geben würde, stand zu befürchten.

Seit dem 3. Oktober 2009, jenem 0:1 am 8. Spieltag gegen Borussia Dortmund, hatte der VfL bis gestern in 16 Spielen 6-mal gewonnen und jeweils 5-mal die Punkte geteilt bzw. verloren. Dabei war man in eigentlich keiner dieser Partien, ganz unabhängig vom Ergebnis, die schlechtere Mannschaft. Dass die Tatsache, dass dies gestern anders war, von gut aufspielenden Dortmundern konsequent bestraft wurde, ist bitter. So sieht es auch Trainer Michael Frontzeck: „Jede Niederlage tut natürlich weh, aber wir haben gestern einfach einen schlechten Tag erwischt. Auch wenn wir im letzten halben Jahr erstaunlich konstant gespielt haben, solche Dinge passieren im Fußball nun mal.“

Vor der Saison wurde von Mannschaft, Trainerstab, sportlicher Leitung und Präsidium einhellig das Ziel ausgegeben eine „ruhige Saison“ zu spielen. Ruhig meint in diesem Fall, dass Borussia nicht wie in der vergangenen Spielzeit, quasi mit Beginn, bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern muss. Nach wie vor ist der VfL auf einem guten Weg, diese Vorgaben zu erfüllen. „Wir dürfen nicht vergessen wo wir her kommen. Man kann von dieser Mannschaft zum jetzigen Zeitpunkt nicht erwarten, dass wir nach Dortmund fahren und dort einfach mal so gewinnen. Dazu benötigen wir eine Top-Leistung wie man sie nicht Woche für Woche abrufen kann. Ich habe bereits im Wintertrainingslager gesagt, dass wir uns in einem Entwicklungsprozess befinden, bei dem es auch den einen oder anderen Rückschlag geben wird“, so Frontzeck beim heutigen Auslaufen.

Stimmung gedämpft, Blick nach vorne

Auch seinen Profis war anzumerken, dass das gestrige Spiel an keinem spurlos vorbeigegangen ist. Während es die Stammspieler bei einem 30-minütigen Lauf in unmittelbarer Nähe des BORUSSIA-PARK beließen, trainierten die Reservisten fleißig auf dem Platz. Von der ansonsten vorherrschenden guten Stimmung im Kader der Fohlen war heute nicht so viel zu spüren. Bereits unmittelbar nach Abpfiff hatten sich die Spieler sehr selbstkritisch mit ihrer Leistung gezeigt (siehe Stimmen zum Spiel). „Wir werden das Spiel sehr genau analysieren und besprechen was wir falsch gemacht haben. Anschließend werden wir aber einen Deckel auf die Sache machen, schließlich erwarten wir am Samstag mit dem VfL Wolfsburg, den amtierenden Deutschen Meister im BORUSSIA-PARK. Wir sind bisher sehr gut damit gefahren von Spiel zu Spiel zu denken, und werden nun nach einem schlechten Spiel nicht von dieser Marschroute abweichen“, gibt Frontzeck die Linie für die nächsten Tage vor.

Durchweg gute Nachrichten gibt es dagegen aus der medizinischen Abteilung. Zum einen hat keiner der gestern eingesetzten Akteure irgendwelche nennenswerten Blessuren davon getragen, und Thorben Marx, seit Wochen wegen einer Entzündung am Schambein außer Gefecht, macht bei seiner Genesung große Fortschritte. Bei nahezu 80 Prozent seiner Leistungsfähigkeit steht der Mittelfeldspieler nach Aussagen der Physiotherapeuten inzwischen wieder, und konnte heute bereits viele Übungen mit Ball absolvieren.

„Das wird ein Wochenende, dem wir alle bei Borussia entgegenfiebern.“

(Sportdirektor Max Eberl im Express zu Borussias Saisoneröffnung am kommenden Wochenende)
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