"Ich habe sehr, sehr positive Erinnerungen an Borussia Mönchengladbach", sagt Lorenz-Günther Köstner.
12.03.2010
„Das sehe ich ganz entspannt“

Voraussichtlich bis zum Saisonende trainiert Lorenz-Günther Köstner den amtierenden Meister VfL Wolfsburg. Was danach folgt, erzählt er im Interview vor dem morgigen Spiel.

Herr Köstner, das Bundesliga-Spiel gegen den VfL Bochum war ihr 100. als Bundesliga-Trainer. Welche Partie bleibt Ihnen in besonderer Erinnerung?

Lorenz-Günther Köstner: Die Siege gegen Bayern München bleiben natürlich in Erinnerung. Und das Spiel Ende April 2000 mit Unterhaching gegen Werder Bremen. Drei Spieltage vor Schluss haben wir mit einem 1:0-Sieg den Klassenerhalt perfekt gemacht. Das war eine Sensation.

Nach drei sieglosen Spielen zu ihrem Amtsantritt hat der VfL die Kurve gekriegt und nun vier Siege in Folge errungen. Was ist das Saisonziel in der Bundesliga?

Lorenz-Günther Köstner: Soweit möchte ich gar nicht denken. Wir wollen so viele Spiele wie möglich gewinnen und dann werden wir sehen, was am Ende dabei herauskommt.

Grafite trifft nach langer Durststrecke das Tor wieder, die Spieler sagen: Der Trainer hat es geschafft, uns das Selbstvertrauen zurückzugeben. Wie genau haben Sie das geschafft?

Lorenz-Günther Köstner: Ich habe als Trainer meinen Teil dazu beigetragen, habe Vertrauen ausgesprochen. Aber das Selbstvertrauen hat sich die Mannschaft durch die Erfolgserlebnisse geholt. Das ist das A und O.

Sie spielten zwischen 1973 und 1975 für Borussia Mönchengladbach. Haben Sie noch eine besondere Beziehung zum Verein und eventuell sogar noch persönliche Kontakte?

Lorenz-Günther Köstner: Es gibt noch persönliche Kontakte, ja. Zu Berti Vogts und Jupp Heynckes zum Beispiel oder zu Rainer Bonhof und Horst Köppel. Zu vielen anderen pflege ich aber auch noch Beziehungen. In Gladbach habe ich mein erstes Bundesligaspiel gemacht, das war schon eine besondere Mannschaft damals mit Hennes Weisweiler. Ich habe sehr, sehr positive Erinnerungen an Borussia Mönchengladbach.

Nicht nur Sie sind nach ihrer Karriere Trainer geworden, auch ihre Berti Vogts, Rainer Bonhof, Horst Köppel, Uli Stielike und Jupp Heynckes. Haben Sie eine Erklärung dafür, dass so viele ehemalige „Fohlen“ nun in diesem Beruf arbeiten?

Lorenz-Günther Köstner: Schwierig, dafür eine Erklärung zu finden. Wir sind damals alle durch die gleiche Schule gegangen. Vielleicht sind wir positiv angesteckt worden.

Wie geht man mit dieser ungewöhnlichen Situation um, schon Mitte der Rückrunde zu wissen, am Ende der Saison wieder zurück ins zweite Glied treten zu müssen?

Lorenz-Günther Köstner: Das sehe ich ganz entspannt. Es gibt eine klare Absprache und daran halte ich mich. Nach meinem Engagement bei den Profis kann ich zur zweiten Mannschaft zurückkehren. Bis dahin möchte ich mit der Mannschaft aber so viele Spiele wie möglich in der Bundesliga und in der Europa League gewinnen.

„Das wird ein Wochenende, dem wir alle bei Borussia entgegenfiebern.“

(Sportdirektor Max Eberl im Express zu Borussias Saisoneröffnung am kommenden Wochenende)
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