Rob Friend (links) gegen Pedro Geromel, ob es das Duell auch Freitag gibt?
18.03.2010
"Zur Balance finden"

Pedro Geromel gilt als der Chef in der starken Abwehr des 1. FC Köln. Wir sprachen mit dem brasilianischen Innenverteidiger vor dem Derby, das er selbst zum vierten Mal miterlebt.

Herr Geromel, in der vergangenen Saison haben Sie 32 Spiele gemacht und mussten dabei zweimal gesperrt zusehen. In dieser Saison sind Sie bislang 23-mal von 26 Partien aufgelaufen und mussten nur zu Saisonbeginn und zum Rückrundenstart wegen einer Bronchitis passen. Auch in Portugal haben Sie die meisten Spiele absolviert. Wie vermeiden Sie ernsthaftere Verletzungen im Profifußball?

PEDRO GEROMEL Ich versuche einfach, mich fit zu halten und gesund zu leben. Es ist nicht nur als Profispieler wichtig, dass man auf seinen Körper hört und auf seine Ernährung achtet. Bisher hatte ich auch das Glück, von großen Verletzungen verschont zu bleiben.

Sie galten in Portugal als einer der besten Spieler überhaupt, warum sind Sie gerade zu diesem Zeitpunkt in die Bundesliga gewechselt?

PEDRO GEROMEL Ich wollte einfach den nächsten Schritt in meiner Karriere machen. Der FC ist da genau die richtige Adresse für mich. Und rückbetrachtend war es die absolut richtige Entscheidung, die ich nie bereut habe. Hier fühle ich mich wohl und will noch viele Jahre für den FC spielen.

Wie kamen der Kontakt und der Wechsel zum 1. FC Köln zustande?

PEDRO GEROMEL Der FC ist damals an mich herangetreten. Es lief dann auch eigentlich alles relativ problemlos ab und wir haben uns schnell geeinigt. Ich wusste ja zu der Zeit schon um die Tradition des 1. FC Köln und die Stärke der Bundesliga, deswegen musste ich nicht lange überlegen.

In der letzten Saison stand der 1. FC mit 32 Punkten zum jetzigen Zeitpunkt der Spielzeit etwas besser da als momentan, vor allem der Abstand zu den Abstiegsplätzen war ungleich größer. Hat Ihnen die vergangene Saison besser gefallen als die aktuelle?

PEDRO GEROMEL Man darf nicht vergessen, dass in der vergangenen Saison die Situation eine andere war. Wir waren zu der Zeit Aufsteiger aus der zweiten Liga, nun ist es das zweite Jahr in der Bundesliga und das ist ja bekanntlich immer das schwerere.

In Köln kamen nach einigen Erfolgen – auch in der eigenen Mannschaft - Stimmen auf, die nach einem Tabellenplatz fürs internationale Geschäft schielten. Warum und wie ist der Aufwärtstrend anscheinend gestoppt worden?

PEDRO GEROMEL Unser Ziel war nie ein Tabellenplatz, der für den internationalen Wettbewerb berechtigt. Vor dem DFB-Pokal-Halbfinale haben wir einzig gesagt, dass dies der kürzeste Weg ins internationale Geschäft ist. Das wäre eine gute Chance gewesen, mehr auch nicht. Unser Ziel in der Bundesliga ist und bleibt der Nichtabstieg.

Die Abwehr ist sicher das Prunkstück des 1. FC Köln in dieser Saison. Was fehlt dem 1. FC noch, um weiter nach oben in der Tabelle zu klettern?

PEDRO GEROMEL Einfach gesagt fehlen uns mehr Siege als bisher. Wir spielen als Mannschaft einfach noch zu unkonstant und müssen uns in Zukunft als Team stabiler präsentieren.

Sie erleben am Freitag nun das vierte Derby zwischen dem FC und dem VfL. Wie haben Sie die ersten drei Aufeinandertreffen erlebt?

PEDRO GEROMEL Es waren immer ganz besondere Spiele, Spiele, die man nie vergisst. Die ganze Stadt fiebert diesen Matches entgegen und man wird bereits Wochen vorher im Supermarkt auf dieses Spiel von den Leuten angesprochen.

Es gab in diesen drei Begegnungen einen Sieg, ein Unentschieden und eine Niederlage für den FC. Wir nehmen an, Sie erwarten diesmal wieder einen Sieg, wie wollen Sie dies anstellen?

PEDRO GEROMEL Wir müssen nach der Niederlage gegen Mainz wieder zu unserer Balance und Kompaktheit zurückfinden. Wichtig wird sein, zuerst über den Kampf und den Einsatz ins Spiel kommen.

Was wünschen Sie sich am Freitag rund um das Derby von den Fans beider Clubs?

PEDRO GEROMEL Ich hoffe sehr, dass es friedlich bleibt. Es ist wichtig, dass die Fans mit Leidenschaft dabei sind und ihre Mannschaft unterstützen. Aber Gewalt ist völlig fehl am Platz und wird von uns Spielern aufs Schärfste verurteilt.

„Das wird ein Wochenende, dem wir alle bei Borussia entgegenfiebern.“

(Sportdirektor Max Eberl im Express zu Borussias Saisoneröffnung am kommenden Wochenende)
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