Thorben Marx könnte wieder im 18er-Aufgebot stehen.
17.03.2010
Trend stoppen!

Die Woche war kurz für VfL-Trainer Michael Frontzeck und seine Mannschaft, heute schon gab es die Pressekonferenz mit allen Fragen und einigen Antworten zum Derby am Freitag.

Der Postbank-Presseclub im BORUSSIA-PARK war wie immer vor einem solchen Spiel prall gefüllt mit wissensdurstigen Journalisten, die sich zunächst offensichtlich darauf verständigt hatten, die Fragen nach dem Spieltermin zu klären. Nein, glücklich sei es vielleicht nicht, freitags zu spielen, aber die Hintergründe für diese Entscheidung kenne er ja auch nicht, sagte Frontzeck. „Chaoten“, nannte Max Eberl die Täter, die in Berlin am vergangenen Wochenende den Platz gestürmt hatten – weswegen der Abendtermin wieder in den Fokus gerückt zu sein scheint. Der VfL- Sportdirektor nahm damit gleichzeitig jene „99,5 Prozent der Fans in Schutz, die Fußball sehen wollen und mit ihrer Mannschaft leiden und sich mit ihr freuen. Denn Emotionen gehören zum Fußball dazu“, sagte Eberl und baute damit die Brücke zum eigentlichen Thema, wegen dessen man sich schließlich heute Mittag getroffen hatte: Fußball!

Karim Matmour erst gegen Hamburg?

Thorben Marx wird nach jetzigem Stand übermorgen in Köln im 18er-Aufgebot stehen und kann demnach auch eingesetzt werden. Es sei denn, bei der heutigen Einheit oder dem nicht öffentlichen Abschlusstraining am Donnerstag ändert sich etwas am Gesundheitszustand des Mittelfeldspielers. Nicht ganz so gut sieht es bei Karim Matmour aus, der wegen seiner Adduktorenprobleme gestern nur Lauftraining machen konnte. „Mit ihm ist wohl erst wieder zum Spiel gegen den Hamburger SV am nächsten Spieltag zu rechnen“, erklärte Frontzeck, der personelle Änderungen für den jetzigen Freitag aber alleine schon deswegen in Aussicht stellte, weil er die Nachfrage danach kaum verneinte. Es könne sein, dass der eine oder andere mal eine Pause erhält. Doch egal, wer aufläuft, die Mannschaft freue sich auf das Derby, „und sie kann sich auch freuen, und ich denke, sie wird es auf dem Platz zeigen“, sagte der Trainer.

Nie wirklich ein Auswärtsspiel

„Das Spiel in Köln war für mich nie wirklich ein Auswärtsspiel. Wir haben viele Punkte geholt, warum das immer so war? Das kann ich auch nicht erklären“, meinte der Coach. Auch diesmal werden wieder tausende VfL-Anhänger mit ihrer Mannschaft in der Domstadt mitfiebern, so wie die Spieler, die laut Frontzeck den „schmalen Grat zwischen Aggressivität und Nerven behalten beherrschen müssen. Wer das schafft, gewinnt meistens das Spiel.“ Köln habe eine individuell gut besetzte Mannschaft, „in die mehr Geld investiert wurde als in unsere Elf. Wir liegen aber sportlich nicht weit voneinander, uns trennen nur drei Punkte.“ Köln habe erfahrene Leute und sei wie andere Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel dann gut, wenn es hinten kompakt stehend auf Konter spielen könne, erklärte der Borussentrainer und zog damit auch eine gewisse Parallele zu seiner eigenen Mannschaft. Nach weiteren Fragen nach der Qualität und dem Zustand des 1. FC wiederholte der Coach: „Wir richten uns nicht nach dem Gegner, denn du weißt ja nie, was er vorhat. Deswegen sind wir auf alles vorbereitet. Vor allem aber wollen wir unser Spiel durchdrücken.“

Und genauso nüchtern sieht Frontzeck auch die Tabellensituation, die er weder nach guten, noch nach schlechten Resultaten über- oder unterbewerten möchte. „Ich gucke immer auf den nächsten Gegner. Und die Mannschaft sollte sich jetzt zwei Tage vor dem Spiel auch einhundertprozentig auf die schwierige Aufgabe konzentrieren“, statt sich immer noch zu fragen, wie und warum die Wiedergutmachung für das Dortmund-Spiel gegen Wolfsburg gründlich nach hinten losging. „Nach einem 0:4 hast du wenige Argumente, aber das Spiel war sicher besser als das in Dortmund. Natürlich erwarten wir von der Mannschaft jetzt eine Reaktion in der Art, dass sie das Derby so angeht, wie es sich gehört“, erklärte Eberl und fügte hinzu: „So, wie sie es eigentlich immer getan hat. Denn wir wollen punkten und damit den Trend der letzten beiden Wochen stoppen!“


Informationen zu den Sonderzügen, Fahrplänen von Bus und Bahn und sonstiges Wissenwerte zur Anfahrt nach Köln gibt es hier.

„Das wird ein Wochenende, dem wir alle bei Borussia entgegenfiebern.“

(Sportdirektor Max Eberl im Express zu Borussias Saisoneröffnung am kommenden Wochenende)
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