So darf es wieder laufen, das letzte Derby in Köln gewann der VfL 4:2!
19.03.2010
Mischung aus Qualität und Einstellung

Seit sechs Spielen warten die Fans des 1. FC Köln auf einen Sieg ihrer Mannschaft, dabei hatte man zuvor durch einen Zwischenspurt schon nach oben in der Tabelle geschielt.

Youssef Mohamad hatte nach den beiden Auswärtssiegen in Wolfsburg (3:2) und Frankfurt (2:1) am 19. und 20. Spieltag davon gesprochen, warum denn ein Platz im internationalen Geschäft nicht möglich sei? Das folgende 3:3-Unentschieden im Heimspiel gegen den Hamburger SV darf man noch als gelungen bezeichnen, und doch ist es im Rückblick das erste von sieben Pflichtspielen ohne Sieg für den 1. FC. Im zweiten Jahr nach dem gemeinsamen Aufstieg mit Borussia wird man insgeheim auch in Köln mit einem Platz fernab der Abstiegszone aber auch fernab der Europapokalplätze leben können, doch spätestens nach dem 0:1 am letzten Wochenende beim FSV Mainz 05 ist die Stimmung schlecht rund ums Geißbockheim. Grund dafür ist vor allem die öffentlich bemängelte fehlende Einstellung, die gegen eine Stunde lang in Unterzahl spielende Mainzer offensichtlich zutage trat.

Derby als Riesenchance

Das Derby kommt dem 1. FC ganz recht, denn nicht nur FC-Manager Michael Meier weiß um „die Riesenchance, den katastrophalen Eindruck, den wir in Mainz hinterlassen haben, ein Stück weit wieder gut zu machen. Ein Sieg gegen Gladbach, in einem, wie immer in dieser Saison friedlichem RheinEnergieStadion, hätte ein außerordentlich schönes Profil.“

Der FC liegt derzeit nur auf Platz 16 der Heimtabelle, zehn Punkte konnte die Mannschaft von Trainer Zvonimir Soldo bislang zuhause holen. Dabei steht die Abwehr der Kölner immer noch sicher – meistens jedenfalls – nur hat die Offensive im Laufe der Saison an Effektivität verloren. Und so steht beispielsweise auch der verlorene Sohn Lukas Podolski zumindest außerhalb der Domstadt besonders in der Kritik. Auf ihn sollten die Borussen ein besonderes Auge werfen, wobei auch die zehn anderen FC-Akteure kaum an einem Motivationsmangel leiden werden. „Es ist das wichtigste Spiel des Jahres für den Verein, für die Fans und natürlich für uns“, erklärt stellvertretend Fahryd Mondragon auf der FC-Homepage. „Wir brauchen diese Punkte, müssen Mainz komplett abhaken und uns nur auf das Derby konzentrieren. Es ist jetzt der richtige Augenblick für drei Punkte, damit wir auch weiter ruhig arbeiten können.“

Appell im Internet

Auf der FC-Internetseite steht auch ein Appell Mohamads, der nicht nur zu einem friedlichen Derby aufruft, sondern auch um die Unterstützung der eigenen Fans wirbt. Sportlich bekommt das Derby durch die Tabellenkonstellation einen zusätzlichen Reiz, denn verliert Köln, steckt der FC mittendrin im Abstiegskampf, verliert der VfL, rutscht er auch noch einmal unten rein, vorausgesetzt die Resultate der anderen Clubs verlaufen nicht in unserem Sinne. Vier Punkte sind es für Köln zum Relegationsplatz, und nach dem heutigen Spiel muss Soldo mit seiner Mannschaft bei Hannover 96 antreten, das derzeit diesen Rang belegt. Personell kann der FC-Trainer wieder auf Petit setzen, der seine Gelbsperre abgesessen hat. Fabrice Ehret hat seinen leichten Infekt auskuriert und steht ebenfalls zur Verfügung. Adil Chihi (Riss des Syndesmoseband) und Christopher Schorsch (Kreuzbandriss) fallen schon etwas länger aus. Dass Pedro Geromel und Mohamad, also beide Innenverteidiger, mit vier Gelben Karten belastet sind, wird die beiden im Derby weniger interessieren – auch wenn das Spiel in Hannover sportlich mindestens genauso wichtig ist. Pierre Wome hat zuletzt wieder regelmäßig trainiert und ist wieder eine Alternative für die Startelf, doch abgesehen vom Personal erklärte Soldo auf der FC-Pressekonferenz, dass er jetzt eine Mischung aus Qualität und Einstellung in der Mannschaft brauche. Denn neben einer entsprechenden Reaktion nach dem Spiel in Mainz möchte der Coach sehen, dass eine Elf im Spiel gegen den VfL den Ton angibt. Darauf darf man gespannt sein.

Das 76. Derby steht kurz bevor, neben der sportlichen Rivalität haben beide Clubs auch ein gemeinsames Ziel: ein friedliches Fußballspiel ohne Randale vor und nach dem Anpfiff. Die Partie, in der es auf dem Platz auf faire Art und Weise hoch hergehen darf, leitet Schiedsrichter Dr. Felix Brych aus München.

Wichtige Infos zum Derby für die anreisenden Fans beider Mannschaften gibt es auf der Homepage des 1. FC Köln.

„Das wird ein Wochenende, dem wir alle bei Borussia entgegenfiebern.“

(Sportdirektor Max Eberl im Express zu Borussias Saisoneröffnung am kommenden Wochenende)
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