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| Karim Matmour: "Kurz nach dem Spiel muss man erst einmal runter kommen. Daraus werde ich lernen." |
17.08.2009
Aus Fehlern gelernt
Auch einen Tag nach dem Spiel gegen Hertha BSC drehte sich noch alles um die Partie gegen die Berliner. Wir sprachen mit dem Torschützen zum zwischenzeitlichen 2:0, Karim Matmour.
Karim, für deine gute Laune bist du ja bekannt. Ich denke, dies dürfte heute nicht anders sein.
Karim Matmour: Na klar, auch einen Tag nach dem Sieg gegen Berlin ist man noch ganz euphorisch. Das war auch ein super Spiel, und in der Kabine ist die Stimmung natürlich auch heute beim Training sehr gut gewesen. Mich freut natürlich auch, dass ich auch noch selber getroffen habe. Das ist ein unglaubliches Gefühl, im eigenen Stadion vor diesen vielen Fans.
Hast du dich schon bei Olli Neuville für die Vorlage zum 2:0 bedankt?
Karim Matmour: Ja, das habe ich aber schon direkt beim Torjubel getan. Der Pass von Olli kam im genau richtigen Moment, das hat er super gesehen. Danach war mir wichtig, dass wir alle zusammen feiern. Das war insgesamt ein super Spielzug.
Gegen Bochum habt ihr die Führung noch abgegeben, gestern hingegen die Ruhe bewahrt und versucht, vieles spielerisch zu lösen.
Karim Matmour: Aus dem 3:3 letzte Woche haben wir einiges gelernt. Ich denke, dass wir diese negative Erfahrung besprochen haben und uns das gegen Hertha geholfen hat. Wir haben den Ball nicht einfach nach vorne geschlagen, sondern wir wussten, dass wir weiter Fußball spielen müssen.
Und vorne habt ihr die Chancen genutzt.
Karim Matmour: Das stimmt. Ich denke, das war in der letzten Saison nicht immer so. Wenn in der Sommerpause einige Spieler gehen und andere kommen, dauert es immer, bis man sich eingespielt hat. Man weiß nie so richtig, wo man steht. Das wissen wir nun und sehen, dass wir eine hohe Qualität haben. Im letzten Jahr standen wir schon von Beginn an unter Druck, das ist jetzt anders. Aber im Fußball kann sich das auch ganz schnell wieder ändern, das wissen wir.
Dennoch versucht ihr, diese Euphorie mitzunehmen.
Karim Matmour: Natürlich, aber wir denken weiter von Spiel zu Spiel. Jetzt wartet Bremen auf uns, ein richtig schwerer Gegner, gerade auswärts. Das wird zwar schwer, ist aber bestimmt nicht unmöglich.
In der Endphase hat dich Michael Frontzeck gestern als Konterstürmer nach vorne gesetzt. Mit deiner Schnelligkeit hast du die Herthaner einige Male vor Probleme gestellt.
Karim Matmour: Stimmt, meinem Spiel kommt das entgegen. Wenn ich auf einen Verteidiger mit Tempo zulaufe, kann ich meine Schnelligkeit ausspielen. Gerade am Ende, wenn man mehr Raum hat, dann nehme ich richtig Fahrt auf.
Richtig viel Tempo hattest du auch in einer Szene drauf, als du in den Berliner Strafraum reingedribbelt bist. Danach gab es doch einige Diskussionen.
Karim Matmour: Wer mich kennt, weiß, dass ich bestimmt nicht betrügen wollte. Ich war im vollen Lauf und bin dann in den Strafraum rein. Dann kam von links und rechts ein Verteidiger, und ich kam aus dem Tritt. In diesem Moment dachte ich, dass ich jetzt voll umgehauen werde. Da bin ich eher aus Reflex abgesprungen. Ich habe mir die Szenen gestern im Fernsehen angeschaut …
Und dein Eindruck?
Karim Matmour: Natürlich sieht das von außen blöde aus. Es ist bestimmt nicht meine Art, einen Elfer zu provozieren. Wer mich als Spieler und Mensch kennt, weiß das auch. Ich bin Sportler und will ehrlich gewinnen. In einigen Zeitungen werde ich heute zitiert, dass ich das mit Absicht gemacht habe, aber das habe ich so nicht gemeint. Ich war noch voller Euphorie und habe einfach nicht richtig nachgedacht, dass man das falsch verstehen kann. Mir tut es leid, wenn das nun so rüber kam, das war unüberlegt. Kurz nach dem Spiel muss man erst einmal runterkommen. Daraus werde ich lernen.