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| Borussias Kapitän Filip Daems. |
28.02.2010
"Hätten eigentlich noch gewinnen müssen"
Filip Daems war beim Punktgewinn gegen Freiburg nicht nur Verteidiger. Mit vielen Vorstößen nach vorne war er auch einer der Antreiber nach dem Rückstand. Heute morgen sprachen wir mit ihm.
Du bist leicht angeschlagen und heute Morgen behandelt worden. Hoffentlich nichts Schlimmes, oder?
Filip Daems: Nein, nein, das war nur vorsorglich. Ich habe gestern einen Schlag bekommen. Aber da muss man sich keine Sorgen machen.
Gestern konnte man mal wieder erleben, wie es im Fußball gehen kann. Zwei gute Chancen habt ihr vor der Pause nicht verwertet, und dann nutzt Freiburg seine erste Gelegenheit.
Filip Daems: Das ist in solchen Spielen oft so. Das Tor für Freiburg fiel praktisch aus dem Nichts. Aber gut war, dass wir das Spiel dann gleich wieder in die Hand genommen haben und ja auch zum 1:1 gekommen sind. Zumindest zwei gute Chancen hatten wir ja auch noch, um das Siegtor noch zu schießen, aber es hat leider nicht gereicht.
Habt ihr euch vor der Pause zu sehr das passive Spiel der Freiburger aufdrängen lassen?
Filip Daems: Nein, das denke ich nicht. Wir haben schon alles versucht, aber es ist halt schwer, wenn der Gegner geschlossen hinter dem Ball steht. Wir haben uns zwei gute Chancen erspielt. Normalerweise wird es dann noch schwerer, wenn man in Rückstand gerät. Aber wir haben uns dann doch die Räume erarbeitet. Als Rob Friend dann ins Spiel kam, konnten wir auch noch gezielter mit den hohen Bällen arbeiten, was dann für noch mehr Druck gesorgt hat. Eigentlich hätten wir das Spiel schon noch gewinnen müssen.
Die Fans haben auch während der ersten Halbzeit schon fast ununterbrochen gesungen, obwohl das Spiel da ja noch nicht ganz so spektakulär war. Hast du das während des Spiels bemerkt?
Filip Daems: Während des Spiels ist man sehr konzentriert, aber man merkt das natürlich schon. Ich denke aber, dass man nicht in jeder Woche Spiele wie gegen Bremen oder Hannover haben kann. Wir haben vor allem auch auswärts oft gut gespielt. Das war früher nicht immer so, und die Fans merken natürlich, dass wir immer alles versuchen wollen.
Gleich nach der Pause, noch vor dem 0:1, hattet ihr einige gefährliche Szenen vor dem Tor, vor allem durch Raul Bobadilla. War das der Plan in der Kabine?
Filip Daems: Wir wollten Druck machen, aber planen kann man so etwas schlecht. Wenn man den Druck erhöht, kann es funktionieren, aber auch nach hinten losgehen. Mit Cissé und Idrissou sind die Freiburger vorne schon gefährlich, da muss man auf jeden Fall aufpassen.
Nach dem Gegentor kam dann richtig viel Druck. Auch von dir waren viele Vorstöße nach vorne zu sehen. Hast du selbst auch gespürt, dass das Selbstvertrauen bei dir jetzt wieder richtig da ist?
Filip Daems: Eigentlich versuche ich das immer, aber es gelingt natürlich nicht jedesmal. Als Verteidiger muss ich zunächst einmal schauen, dass ich meine defensiven Aufgaben erledige. Wenn man dann Raum nach vorne hat, muss man es versuchen. Aber das kann sicher noch besser werden.
Bist du nach deiner langen Pause schon wieder bei 100 Prozent?
Filip Daems: In den ersten Spielen nach meiner Verletzung gab es ja vielleicht immer noch die Möglichkeit, sich ein wenig mit der langen Pause zu entschuldigen. Aber jetzt kann man sich nicht mehr verstecken. Zu Beginn der Rückrunde war ich mit mir noch nicht so zufrieden. Jetzt merke ich schon, dass es besser und besser geht.
Am Mittwoch spielt Belgien in Brüssel gegen Kroatien, Logan Bailly wird dann dabei sein. Du gehörst noch nicht wieder zum Aufgebot.
Filip Daems: Das hatte ich auch nicht erwartet. Ich habe noch nicht mit Dick Advocaat gesprochen, weiß auch nicht, wie da die Planungen sind. Natürlich ist es immer schön, für sein Land zu spielen, und ich gehe auch gerne dorthin, wenn ich eingeladen werde. Aber an erster Stelle steht für mich Borussia.
In Dortmund erwartet euch am Samstag sicher ein völlig anderes Spiel, mit einer Defensivtaktik des BVB ist wohl kaum zu rechnen. Was erwartest du da? Läuft man da in der aktuellen Situation des BVB Gefahr, dass Dortmund auf ein schnelles Tor drängt?
Filip Daems: Ein Gegentor sollte man natürlich immer verhindern. Da wird uns ein volles Stadion mit 80.000 Fans erwarten, eine tolle Atmosphäre, solche Spiele machen einfach Spaß. Und wenn wir die Organisation der Mannschaft so hinbekommen wie zuletzt, dann sehe ich auch in Dortmund durchaus eine Chance für uns.