Michael Frontzeck
09.03.2010
Standpunkt: Das sagt Chefcoach Michael Frontzeck über ...

... die Aufarbeitung des 0:3 in Dortmund, den Vorwurf, die Mannschaft habe "Larifari" gespielt und das am Samstag bevorstehende Spiel gegen den VfL Wolfsburg.

Michael, drei Tage nach dem 0:3 in Dortmund: Wie tief sitzt der Stachel noch, den die klare Niederlage am Samstag hinterlassen hat?

Michael Frontzeck: Niederlagen ärgern einen immer, allerdings muss ich sagen, dass mich ein 0:1 in Mainz, bei dem wir 90 Minuten die bessere Mannschaft waren, mehr gewurmt hat. In Dortmund waren wir zum ersten Mal seit viereinhalb Monaten mal wieder die klar schlechtere Mannschaft. Das haben wir schon am Sonntag mit den Spielern kritisch beleuchtet und wir werden das heute noch einmal mit Bildmaterial unterlegen. Danach ziehen wir aber einen Schlussstrich unter das Spiel. Es war eine verdiente Niederlage, das muss man mal so akzeptieren, auch wenn's schwerfällt.

Der Kicker schrieb gestern von einem "bösen Larifari-Auftritt". Hat die Mannschaft "Larifari" gespielt?

Michael Frontzeck: Nein, wir haben uns gut auf das Spiel vorbereitet, und wir wussten auch, was auf uns von Dortmunder Seite zukommt. Ich habe die Zeitungen auch gelesen, nicht nur das vom "Larifari-Fußball", sondern auch von der "Rückkehr der Auswärts-Schlaffis". Dafür fehlt mir das Verständnis. Diejenigen, die so etwas schreiben, sollten die Intelligenz ihrer Leser und unserer Fans nicht unterschätzen. Dass nach dem ersten schlechten Spiel seit Monaten in bestimmten Medien sofort der Vergleich zu Zeiten gezogen wird, in denen Borussia auswärts durchgängig schlecht gespielt hat, spricht für sich. Die Fans sehen es anders, das hat ihre Reaktion in Dortmund gezeigt. Die Leute haben registriert, dass sich etwas geändert hat, und als sich die Mannschaft am Samstag nach dem Spiel in der Fankurve gestellt hat, gab es von 7.000 Gladbachern aufmunternden Beifall.

Nach dem guten Start in die Rückrunde ging es in der Öffentlichkeit zuletzt vordergründig um Fragen, die mit der nächsten Saison zu tun haben. Nach dem Motto: Diese Saison ist für Borussia eh gelaufen, blicken wir mal voraus auf den Sommer, neue Zielsetzungen und mögliche Transfers. Nach dem Spiel in Dortmund wurde dann gefragt, ob man sich bei Borussia zu früh schon Gedanken um die neue Saison mache. Was denkt man in so einem Moment?

Michael Frontzeck: Es ist doch klar, dass von außen bestimmte Themen gesetzt werden und man sich dagegen nicht immer wehren kann, das sind die Mechanismen dieses Geschäfts. Natürlich macht man sich in jedem Club permanent Gedanken um die Zukunft. Aber ich habe mich dazu öffentlich nie ungefragt geäußert, weil für mich momentan in erster Linie die aktuelle Saison und die Arbeit mit meiner Mannschaft wichtig sind. Aber ich habe das schon registriert: Wochenlang werden wir nach unseren Planungen für nächstes Jahr gefragt und nach der ersten Niederlage wird so getan, als hätten wir selbst diese Themen aufgemacht. Gut, damit müssen wir leben, und zum Glück gibt es ja durchaus auch Medien, die differenzierter an die Sache herangehen.

Borussia hatte zuletzt eine kleine Serie mit drei Spielen ohne Niederlage: 2:1 gegen Nürnberg, 2:2 in Hoffenheim, 1:1 in gegen Freiburg. Nun, mit dem 0:3 in Dortmund, könnte man daraus eine Serie von drei Spielen ohne Sieg machen ...

Michael Frontzeck: ... ich bin nur bedingt interessiert an Statistiken. Warum sollte ich das Spiel in Dortmund, das ohne Frage nicht gut war, in einen Zusammenhang setzen mit den Spielen davor, als wir uns ganz anders präsentiert haben? Dortmund war besser als wir, und wir haben an dem Tag mal keine Lösungen gefunden. Wir sind bisher sehr gut damit gefahren, von Spiel zu Spiel zu schauen, und das werden wir auch weiter so halten.

Das nächste Spiel ist das Heimspiel am Samstag gegen den amtierenden Deutschen Meister. Der VfL Wolfsburg kommt und er ist gerade rechtzeitig in Form gewonnen, hat dreimal hintereinander gewonnen ...

Michael Frontzeck: Ja, das ist doch eine schöne Aufgabe für uns am Samstag gegen einen individuell sehr stark besetzten Gegner, vor allem offensiv. Da müssen wir sehen, dass wir defensiv wieder kompakt stehen, aber auch mutig und geschlossen nach vorne spielen und uns Chancen erarbeiten. Mit der Unterstützung unserer Fans haben wir auf jeden Fall die Möglichkeit, wieder zu punkten, auch gegen den Deutschen Meister.

„Das wird ein Wochenende, dem wir alle bei Borussia entgegenfiebern.“

(Sportdirektor Max Eberl im Express zu Borussias Saisoneröffnung am kommenden Wochenende)
Borussia Aktuell
Borussia Interaktiv


Voting
Das Saisoneröffnungs-Wochenende steht an. Wie startet ihr mit Borussia in die neue Spielzeit?
 
Ich bin zum Familienfest und zum Spiel gegen Liverpool im BORUSSIA-PARK.
 
Ich bin nur am Samstag zum Familienfest da.
 
Ich komme am Samstag nicht, bin aber zum Spiel gegen Liverpool im Stadion.
 
Ich komme am Wochenende nicht in den BORUSSIA-PARK, schaue mir das Spiel aber live auf SAT.1 an
 
Weder noch, ich werde es am Wochenende weder Samstag noch Sonntag zur Borussia schaffen.
 

Sky - erleben Sie Ihren Verein