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| Marco Reus ärgerte sich gestern noch, Michael Frontzeck war da bereits zufrieden mit dem Auftritt seiner Elf. |
20.03.2010
Zufriedenheit überwiegt
Die Zufriedenheit überwiegt nach einer Nacht, in der die Geschehnisse rund ums Derby und der Gewinn oder Verlust eines bzw. zweier Punkte verarbeitet werden konnten.
Juan Arango kam mit den Kollegen vom Auslaufen zurück und stellte sich noch in den Nieselregen, um den Journalisten seine Eindrücke vom Derby in Köln zu erzählen. Der Venezolaner hatte die wohl beste Torchance des VfL in der ersten Halbzeit und war in der insgesamt besseren zweiten Hälfte an der Führung beteiligt. Torschütze Marco Reus ärgerte sich nach dem Schlusspfiff, dass nicht mehr als der eine Punkt beim Gastspiel in Köln heraus kam, und auch Tobias Levels war neben der Anstrengung auch der Zorn ins Gesicht gebrannt – aber auch Borussias Rechtsverteidiger sah heute Vormittag manches anders.
Borussa hatte sicher mit Ausnahme der rund zehn Minuten um den Ausgleich herum besser gespielt als der 1. FC Köln, auch schon vor der Pause, als der FC das Spiel laut ihres Trainers Zvonimir Soldo kontrollierte. „Sie spielen ja kaum mit“, nannte Max Eberl das. Der VfL-Sportdirektor freute sich, dass Patrick Herrmann (siehe Interview) ein starkes Spiel in seinem ersten Einsatz von Beginn an zeigte. Eberl freute sich auch, dass die Doppel-Sechs mit Michael Bradley und Thorben Marx nach dessen Genesung wieder gut funktionierte. Marx ging es auch heute noch gut, er hat das erste Spiel nach seiner Verletzungspause bestens überstanden. Gesund ist Bradley auch, aber der US-Amerikaner wird dennoch gegen den Hamburger SV am Sonntag in acht Tagen nicht mitspielen können, da er wegen seiner gestern gesehenen fünften Gelben Karte gesperrt ist.
Beim Spielersatztraining der Reservisten heute Vormittag war auch Karim Matmour wieder dabei, der Algerier wird am Dienstag – dann startet die neue Trainingswoche – wieder mit der Mannschaft zusammen arbeiten. Bis dahin wird auch Patrick Herrmann aller Voraussicht nach wieder hergestellt sein: Der Youngster blieb heute als einziger Borusse in der Kabine und fuhr auf dem Fahrradergometer die müden Muskeln warm, weil er eine Prellung auf dem Fuß hat, die beim Laufen Schmerzen verursacht. Herrmann war nicht der einzige, der Eberl gestern Freude bereitete, auch die anderen Borussen sorgten mit ihrem mutigen Auftritt für Zuversicht für den Rest der Saison.
Erhoffte Reaktionen
Die Mannschaft hat die erhoffte Reaktion nach den beiden Niederlagen zuletzt gezeigt, und auch Borussias Fans haben bewiesen, dass sie mit besonderen Umständen gut umgehen können. Im Stadion herrschte eine prima Derby-Stimmung, laut aber absolut friedlich. „Es ist alles ruhig geblieben. Unser Dank und Lob gilt allen Beteiligten – auch und vor allem für die gute Arbeit im Vorfeld des Derbys. Der Arbeitskreis Fans hat gute Arbeit geleistet, die Stimmung und Unterstützung unserer Anhänger war super, das Verhalten ums Stadion herum genau so, wie wir es erhofft und erwartet haben“, sagte VfL-Geschäftsführer Stephan Schippers.
Während die VfL-Fans ihre Mannschaft anfeuerten, pfiffen die Kölner Anhänger ihre eigenen Spieler aus und skandierten gegen den Trainer. Auch ein Zeichen für den guten Auftritt des VfL, der dennoch der einen oder anderen Konterchance hinterher trauern darf. Und so stellt sich auch eine Nach danach die Frage, ob nicht doch eher zwei Punkte verloren gegangen sind, zumal der FC mit seinem dritten Schuss aufs Tor direkt getroffen hatte. Das aber ändert nichts an der Tatsache, dass Borussia mit dem einen Punkt gut leben kann.
Die Borussen haben nun erst einmal zwei Tage Zeit, sich auszuruhen, ehe am Dienstag die Vorbereitung auf das Spiel gegen den HSV startet. Am 28. März gilt es dann, die Leidenschaft aus dem Köln-Spiel zu übertragen, damit nach fünf vergeblichen Versuchen wieder ein Sieg heraus kommt. „Die Mannschaft hat gestern in Köln eine gute Leistung geboten. Wenn wir so spielen, können wir jeden Gegner schlagen, das haben die Jungs gestern auch gemerkt. Dass es nicht zum Sieg gereicht hat, sollte die gute Vorstellung nicht in den Schatten stellen, es gibt auch mal Gegentore, die du nicht verteidigen kannst. Und der Ausgleich war gewiss so ein Tor“, sagte VfL-Trainer Michael Frontzeck und brachte das Spiel damit auf den Punkt.
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„Das wird ein Wochenende, dem wir alle bei Borussia entgegenfiebern.“
(Sportdirektor Max Eberl im Express zu Borussias Saisoneröffnung am kommenden Wochenende)
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