
26.04.2009
Es ist der unbestrittene Star eines jeden Fußballspiels und der Grund für wohl jeden Fan, Woche für Woche ins Stadion zu pilgern: das Fußballtor. Genau 7,32 Meter beträgt nach den Regeln des Weltfußballverbandes FIFA der Abstand zwischen den Innenkanten der beiden Pfosten, die Unterkante der Querlatte ist 2,44 Meter vom Boden entfernt und genau zwei Meter tief ist das Aluminiumgerüst. Die Pfosten sind oval, nicht breiter als zwölf und nicht schmaler als zehn Zentimeter.
Insgesamt 214-mal durften Spieler und Fans in den 82 Erst- und Zweitligaspielen, die seit der Eröffnung im BORUSSIA-PARK ausgetragen wurden, über ein geschossenes Tor jubeln – 119-mal davon waren es Treffer der Borussia.
Angesichts einer solchen Relevanz, die ein Tor für den Ausgang eines Fußballspiels besitzt, überrascht es kaum, dass ihm vom Platzwart Georg Vievers und seinen Kollegen eine ähnliche Zuwendung zuteil wird wie dem „heiligen“ Rasen. Vor jeder Partie werden die Aluminiumpfosten geputzt, die Netze, Schlaufe für Schlaufe, sorgfältig eingehängt und das gesamte Maschenwerk mit drei Seilen auf Spannung aufgehängt. Nach jedem Spiel wird das Tor an den Pfosten aus den Bodenhülsen gehoben, zur besseren Bearbeitung des Rasens hinter dem Spielfeld „geparkt“ und die Netze wieder ausgehängt.
Die Halbwertszeit eines Tornetzes übrigens beträgt eine Saison oder ungefähr 20 Spiele, in denen sie voll auf Spannung aufgehängt sind. Nach Anschaffung der neuen Netze greift Vievers zu Farbe und Pinsel, um dem ursprünglich einfarbigen Netz die unverwechselbare schwarz-weiße Rautenoptik zu verleihen. „Das ist eine Heidenarbeit“, so Vievers.
Und wenn ein Tor buchstäblich fällt, so wie seinerzeit auf dem Bökelberg, als Herbert Laumen im Tornetz des Gegners gelandet war, und der damals herkömmliche Holzpfosten brach? „Dann haben wir zwischen 20 und 25 Minuten Zeit zu handeln“, sagt Vievers und deutet auf das Marathontor zwischen Nord- und Osttribüne. Dort steht ein Ersatztor für den Worst Case parat und müsste innerhalb des vorgeschriebenen Zeitraumes aufgebaut werden.
Jedoch ist ein solches Szenario heute nur schwer vorstellbar. Das Fußballtor hat in seiner rund 150-jährigen Geschichte eine Evolution von einer zwischen zwei Baumstämmen gespannten Schnur über ein Tor aus Holzpfosten mit Netz hin zum modernen und stabilen Aluminiumtor mitgemacht. Eine Entwicklung, an der auch Borussia „dank“ Laumens Sturzflug seinen Anteil hat. Denn nach diesem Ereignis entwickelte der Tischlermeister Klemens Schäper die ersten Metalltore und hat im Laufe der Jahre eine Firma mit Aufträgen auf der ganzen Welt gegründet. Das Unternehmen aus Münster lieferte 2004 übrigens auch die Tore für den BORUSSIA-PARK.
25.03.2009
Die FIFA und das OK der WM 2011 haben heute im Rahmen der ersten gemeinsamen Inspektionsreise durch die neun Austragungsorte den BORUSSIA-PARK besichtigt.
Doris Fitschen muss es wissen. Die heute 40-jährige Abteilungsleiterin Marketing des WM-Organisationskomitees war Teil der rund 40-köpfigen Delegation, die am heutigen Mittwoch den BORUSSIA-PARK inspizierte. Im Vorfeld der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 besichtigt die FIFA gemeinsam mit dem OK dieser Tage die neun Austragungsorte, um die Feinabstimmung der benötigten Räume und Flächen im Stadion vornehmen zu können.
„Der BORUSSIA-PARK ist ein tolles Fußballstadion und sehr funktional“, lobte Fitschen nach dem Stadionrundgang. Zwar war sie bereits bei den Herren-Länderspielen in Mönchengladbach zu Gast und kennt das Stadion, „wenn auch nicht wie meine Westentasche“. Als ehemalige Nationalspielerin kennt sie aber die Bedürfnisse der Spielerinnen, als heutige Mitarbeiterin des DFB zudem auch die der „anderen Seite“. So wurden beispielsweise das Pressezentrum, die TV-Übertragungstechnik, das Akkreditierungszentrum oder die Sicherheits-, Verkehrs- und Ticketing-Einrichtungen besichtigt.
Tatjana Haenni, die Leiterin der FIFA-Abteilung Frauenfußball-Wettbewerbe, über den Sinn des Besuchs: „Wir sind hier, um uns mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut zu machen. Wir sind uns natürlich sicher, dass das Stadion unseren Ansprüchen genügt – sonst hätten wir es ja nicht zum Austragungsort bestimmt. Wir wollen nur rechtzeitig in die Wege leiten, dass die FIFA-Standards auch umgesetzt werden. Deswegen fangen wir so früh damit an.“
Für Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers ist der hohe Besuch ein Zeichen dafür, dass „die WM so langsam wahr wird. Die WM rückt in Siebenmeilenstiefeln näher.“ Schippers glaubt zwar nicht, dass große Umbaumaßnahmen am Stadion vonnöten sein werden: „Wir haben schon beim Stadionbau gute Vorarbeit geleistet.“ Dennoch ist er sich bewusst, dass viel Arbeit auf ihn und das Mitarbeiterteam bei Borussia zukommen wird. „Es ist etwas Besonderes, so ein Turnier zu schultern – das macht uns aber auch viel Spaß.“
Das sieht man bei der Stadt Mönchengladbach sicherlich genauso. Laut Kulturdezernent Dr. Gert Fischer sei die Austragung der WM eine „tolle Herausforderung, die nur einmal im Leben kommt“. Kurz vor dem symbolischen Wimpeltausch mit den Vertretern des OK, der FIFA und dem DFB sagte Fischer: „Man sollte nicht immer die Frage nach dem persönlichen Nutzen stellen. Wir wollen in erster Linie, dass sich die Gäste wohlfühlen und mit Freude und Spaß bei der Sache sind.“
