Seit 14. Februar 2011 steht Lucien Favre bei Borussia als Cheftrainer unter Vertrag. Er löste Michael Frontzeck ab, der zuvor rund eineinhalb Jahre beim VfL tätig war. Gleich im ersten Spiel unter Favres Regie gewannen die Fohlen 2:1 gegen den FC Schalke. Es war der Beginn einer famosen Aufholjagd im Kampf gegen den Abstieg. Am Ende führte der Schweizer seine Mannschaft auf Rang 16. Borussia schaffte damit den Sprung in die Relegation, in der sie sich gegen den VfL Bochum durchsetzte.
In dieser Saison knüpfte Borussia unter Favres Leitung nahtlos an die erfolgreiche Rückrunde der Vorsaison an. Mit 33 Punkten spielte der VfL die erfolgreichste Hinrunde seit 35 Jahren. In der Bundesliga-Tabelle überwinterte das Team auf Rang vier und erreichte das Viertelfinale im DFB-Pokal.
Favre begann seine aktive Laufbahn als Profifußballer 1976 bei Lausanne-Sports. Von 1979 bis 1981 stand der Mittelfeldspieler bei Xamax Neuchâtel, von 1981 bis 1983 bei Servette Genf und in der Saison 1983/84 beim französischen Club FC Toulouse unter Vertrag. Im Anschluss kehrte er zu Servette Genf zurück, mit dem er 1985 die nationale Meisterschaft feierte. 1991 beendete der 24-fache Schweizer Nationalspieler seine Spielerkarriere nach einer schweren Knieverletzung.
Seine Laufbahn als Coach startete Favre 1991 als Juniorentrainer beim FC Echallens. Nach einer Zwischenstation bei Xamax Neuchâtel wechselte Favre 1997 zu Yverdon-Sports. 1998/99 stieg er mit dem Verein in die Nationalliga A auf und schaffte es dort in der darauf folgenden Spielzeit bis auf Platz fünf. Im Jahr 2000 wechselte Favre zu Servette Genf, gewann mit dem Club 2001 den Schweizer Pokal und führte ihn bis ins Achtelfinale des UEFA-Pokals. Danach gönnte sich Favre eine einjährige Auszeit, um sich bei Topvereinen weiterzubilden. Sein Wissensdurst führte ihn nach Spanien, Argentinien, Jugoslawien, Schweden, Italien, Belgien, Deutschland, Frankreich und England. Unter anderem knüpfte er dort Kontakte zu Trainern wie Arsène Wenger oder Rafael Benitez.
Im Jahr 2003 übernahm er das Traineramt beim FC Zürich. Schnell stellte sich der Erfolg ein. 2005 gewann Favre mit dem FC Zürich den Schweizer Pokal, zudem 2006 und 2007 die nationale Meisterschaft. Nach beiden Meistertiteln wurde Favre zum Trainer des Jahres der Schweiz gewählt. Zur Saison 07/08 übernahm Favre das Traineramt bei Hertha BSC Berlin. Im ersten Jahr führte er den Hauptstadtclub auf Rang zehn. In der darauf folgenden Spielzeit ging es noch ein ganzes Stück weiter nach oben: Hertha BSC spielte lange um den Titel, wurde am Ende Vierter und zog damit ins internationale Geschäft ein. Favre wurde nach dieser Saison auch zum Trainer des Jahres in Deutschland gewählt. Aus finanziellen Gründen gab die Hertha im Sommer 2009 jedoch einige Leistungsträger ab. Die Folge war ein schwacher Saisonstart in der darauf folgenden Saison. Nach einem Auftaktsieg gegen Hannover und anschließenden sechs Niederlagen in Folge wurde Favre am 28. September 2009 nach dem siebten Spieltag entlassen.
Untätig war der Schweizer in der Zeit bis zu seinem Amtsantritt bei Borussia aber nicht. Er schaute sich viele Spiele im In- und Ausland sowohl im Fernsehen als auch live vor Ort im Stadion an, um zu analysieren und junge Spieler zu entdecken. Zudem feilte Favre an seinen Sprachkenntnissen, er verbesserte weiter sein Deutsch, zudem spricht er auch Französisch, Spanisch und Englisch.




















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