NEWS: 07.04.2014

Positive Berichte bei der Mitgliederversammlung

Positive Berichte bei der Mitgliederversammlung
Rund 1.100 Mitglieder kamen zu Borussias Jahreshauptversammlung. Foto: Wiechmann

Rund 1100 Mitglieder kamen am Montagabend zur Jahreshauptversammlung in den BORUSSIA-PARK. Jupp Heynckes wurde zum neuen Ehrenmitglied gewählt.

In seiner Ansprache ließ Präsident Rolf Königs Borussias Jahr Revue passieren. Er würdigte die Erweiterung des BORUSSIA-PARK um den Fohlenplatz sowie den Bau des FohlenCampus, der im Juli eröffnet werden soll. „Borussia setzt auf die Jugend, deshalb sind uns diese Dinge sehr wichtig“, sagte Königs. Umso erfreulicher sei, dass der DFB das Nachwuchsleistungszentrum erneut mit drei Sternen ausgezeichnet habe. „Das ist das bestmögliche Ergebnis und nicht zu toppen“, sagte Königs. Auf dem vereinseigenen Gelände sollen in Zukunft ein neuer Fanshop, ein Museum, eine Reha-Abteilung, ein Hotel und ein sportmedizinisches Zentrum folgen. „Und das alles unter einem Dach“, so Königs.

Stehende Ovationen der anwesenden Mitglieder gab es, als der Präsident in seiner Rede auf die Vertragsverlängerung von Lucien Favre einging. „Wir freuen uns sehr, dass er zu uns gehört und die gesteckten Ziele mit uns erreicht. Deshalb haben wir den Vertrag vorzeitig bis 2017 verlängert“, erklärte Königs. Nachhaltigkeit liege Borussia am Herzen, deshalb habe man auch die Führungskräfte, Sportdirektor Max Eberl (bis 2017) und Geschäftsführer Stephan Schippers (bis 2018), langfristig gebunden.

Gegenüber dem Vorjahr (58.233) hat sich die Mitgliederzahl des Vereins auf 60.765 Mitglieder erhöht – damit liegt Borussia unter allen deutschen Fußballvereinen auf Rang fünf. 11.627 VfL-Fans sind im Jünter Club vereint. Eine bundesweite Umfrage im vergangenen Jahr, die 300 Unternehmen in 35 Branchen berücksichtigte, habe offenbart, dass Borussia der fanfreundlichste Klub der Bundesliga ist. „Das hat uns ganz besonders gefreut, denn für die Mitglieder, und gerade für Familien und die jungen Leute, tun wir alles“, sagte Borussias Präsident. Auch die Borussia-Stiftung, die 2013 soziale Projekte mit etwa 61.000 Euro unterstützte, blieb nicht unerwähnt. Insgesamt wurden seit der Gründung der Stiftung vor knapp vier Jahren rund 210.000 Euro für den guten Zweck ausgeschüttet.

Jahresbericht von Max Eberl

Sportdirektor Max Eberl führte den Mitgliedern in seinem Jahresbericht zunächst die Entwicklung, den Weg, die Philosophie und die strategischen Entscheidungen der vergangenen sieben Jahre vor Augen, um im Anschluss darzulegen, wieso der Klub vor dieser Saison den „Einstelligkeits-Hattrick“ als Ziel ausgab. Dies heiße nicht, dass der Verein tiefstaple, wie es oft falsch dargestellt werde. „Wir wollen Erfolg, aber mit allem wirtschaftlichen und planerischen Vorgehen, damit er auch nachhaltig ist und Borussia nicht als „one-hit-wonder“ wieder in der Versenkung verschwindet“, betonte Eberl. Deshalb wolle man die Entwicklung und die kleinen Erfolge Schritt für Schritt stabilisieren und so ein nachhaltiges Fundament aufbauen. „Bei aller Emotionalität, ist es wichtig auch das Verständnis und die Objektivität für die Situation und Realität in Gänze zu behalten“, unterstrich Eberl.

Im weiteren Verlauf seines Jahresberichts ging Borussias Sportdirektor detailliert auf den Verlauf der aktuellen Saison ein – zunächst auf die erfolgreiche Hinrunde, die die Fohlenelf bekanntlich auf Rang drei abschloss. „In dieser Zeit entwickelten sich Automatismen, Euphorie, Selbstbewusstsein, gepaart mit totaler Effektivität“, sagte Eberl. „Wir wussten aber auch, dass die Rückrunde eine komplett andere werden würde. Anders, weil komplett neue Vorzeichen bezüglich der Wahrnehmung von Borussia und anders, weil ganz neuen Erwartungen wuchsen.“ Der VfL blieb im neuen Jahr sieben Spiele ohne Sieg. „In der Rückrunde entwickelte sich, dass wir einzeln und als Mannschaft nicht mehr das absolute Top-Niveau erreichten. Daraus resultierte eine mannschaftliche Unsicherheit“, erklärte Eberl. Doch man habe stets die Ruhe bewahrt und mit dem Sieg in Dortmund, punktetechnisch wieder angefangen, den Kampf um die interessanten Plätze anzugehen. Dies konnte man in den letzten Wochen mit Siegen gegen Hertha, den HSV und gegen Nürnberg fortsetzen. „Wir haben jetzt noch fünf Spiele, in denen uns alles abverlangt wird“ so Eberl in seiner Ansprache. „Ich kann ihnen versprechen, dass wir alles, definitiv alles, geben werden, um uns alle nach einer spannenden Saison mit etwas hoffentlich Tollem zu belohnen.“

Zuvor stellte der Sportdirektor klar, warum Borussia Marc-André ter Stegen trotz zahlreicher Gespräche und eines verbesserten Angebots nicht vom Verbleib bei Borussia überzeugen konnte. „Man muss es akzeptieren, genauso wie es bei Marco Reus und Dante der Fall war, dass es leider immer noch größere Vereine gibt, die solchen Spielern mehr Perspektive und Herausforderung geben können“, erklärte Eberl. Auf der anderen Seite sei es aber inzwischen so, dass Borussias Top-Spieler nicht mehr zu Bremen, dem HSV oder Stuttgart wechseln, sondern zu den Bayern, dem BVB oder sogar europäischen Spitzenvereinen.

Hinsichtlich der Kaderplanung für die kommende Saison erklärte Eberl, dass Borussia mit Martin Stranzl und Filip Daems zwei Korsettstangen für ein weiteres Jahr habe binden können. Ebenso habe man mit Christofer Heimeroth und Janis Blaswich verlängert, um hinter der neuen Nummer eins, Yann Sommer, auf ein bewährtes Duo zu setzen. „Aber es gibt leider auch Härtefälle“, leitete Eberl ein und sprach über die sportliche Zukunft von Roel Brouwers, Lukas Rupp und Juan Arango. „Bei Roel fällt es uns extrem schwer bis dato nicht verlängert zu haben, aber wir haben aktuell die Möglichkeit, einen jungen, talentierten Innenverteidiger zu verpflichten und diese Chance wollen und müssen wir im Hinblick auf unsere Zukunft versuchen zu ergreifen“, so Eberl und führte fort: „Bei Juan ist uns bewusst, dass wir, je länger wir warten, auch von ihm vor vollendete Tatsachen gestellt werden könnten. Aber das nehmen wir, um für uns eine seriöse und gute Entscheidung zu treffen, in Kauf. Aktuell laufen ebenso wie bei Lukas Rupp die Überlegungen und gegenseitigen Gespräche.“

Bericht des Aufsichtsrats

Prof. Dr. Reiner Körfer, Vorsitzender des Aufsichtsrats, sprach in seinem Jahresbericht von vertrauensvollen Versammlungen des obersten Kontrollgremiums. Alle sechs Sitzungen in den vergangenen zwölf Monaten seien harmonisch verlaufen. „Es gab nichts zu kritisieren, Borussia ist wirtschaftlich sehr gut aufgestellt und auf sportlichem Gebiet auf dem Weg nach oben“, sagte Körfer. Borussia sei ein solide und professionell geführter Klub, wofür man allen Verantwortlichen nur danken könne. „Vor allem um unser Präsidium, das seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeitet, werden wir von anderen Vereinen beneidet“, betonte Körfer, der zum Abschluss noch seinen persönlichen Traum verriet: „Wir haben derzeit rund 61.000 Mitglieder. Wenn jedes davon noch ein weiteres wirbt, stehen wir fast oben, das wäre doch was.“

Ehrungen, Anträge und Wahlen

Wie schon in den vergangenen Jahren war Ehrenrats-Sprecher Andreas Heinen zu Beginn der Veranstaltung einstimmig als Versammlungsleiter gewählt worden. Zunächst wurde den verstorbenen Mitgliedern gedacht, unter ihnen Christian Dohmen, der von 1936 bis 1939 und von 1950 bis 1958 für Borussia spielte. Im Anschluss daran wurden langjährige Mitglieder ausgezeichnet. Josef Anders wurde mit der Goldenen Ehrennadel für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Für 60 Jahre Treue zu Borussia wurden Volker Klüttermann, Leiter des Ordnungsdienste, sowie Erich Dinnebier ausgezeichnet. Für ihre jeweils 25-jährige Mitgliedschaft hatten 94 Mitglieder bereits im Vorfeld bei einer eigenen Veranstaltung die Silberne Ehrennadel aus den Händen des Präsidiums erhalten.

Peter Willms, der seit den 60er-Jahren gemeinsam mit Klüttermann für Borussias Ordnungsdienst zuständig ist, bekam als Dankeschön für seine treuen Dienste ein gerahmtes VfL-Trikot sowie ein rotes, von allen aktuellen Spielern unterschriebenes Ordnerleibchen überreicht. „Deine Loyalität habe ich immer geschätzt und bewundert“, sagte Klüttermann über seinen Stellvertreter, der ab sofort zwar nicht mehr für das Amt zur Verfügung steht, dem Ordnungsdienst aber weiterhin erhalten bleibt.

Zum neuen Ehrenmitglied ernannten die Mitglieder auf Antrag Borussias den früheren Torjäger Jupp Heynckes. „Josef Heynckes ist einer von uns und wird es immer bleiben. Wir haben zu ihm seit vielen Jahren einen innigen Kontakt, und es ist eine enge Freundschaft entstanden. Wir haben ihm die Ehrenmitgliedschaft angeboten und er hat uns gesagt, dass er sie gerne annimmt, wenn die Mitglieder dafür votieren“, sagte Präsident Königs. Heynckes, der nicht persönlich an der Versammlung teilnehmen konnte, ist nach Berti Vogts, Herrmann Jansen, Charly Stock, Hans Meyer und Dr. Jürgen Sellmann Borussias sechstes Ehrenmitglied.

Gerald Ruch und Angela Wiemes, beide im Kassendienst tätig, wurden ebenso im Amt bestätigt wie Ordnungsdienstleiter Volker Klüttermann. Zum Nachfolger von Peter Willms als stellvertretender Leiter des Ordnungsdienstes wurde Matthias Neumann gewählt. Ruch, Klüttermann, Rolf Göttel (jahrelanger Stadionsprecher am Bökelberg) und Roland Virkus (Direktor Jugend und Amateure) wurden in Borussias Ehrenrat wiedergewählt.

Drei Anträgen auf Satzungsänderung wurden von den anwesenden Mitgliedern stattgegeben. In Paragraph 1 der Vereinssatzung wird in Absatz 3 die Reihenfolge der dort aufgeführten Vereinsfarben von „grün, weiß, schwarz“ in „schwarz, weiß, grün“ geändert. Im neuen Absatz 4 wird es zum Schutz des Vereinslogos künftig in der Satzung heißen: „Das Vereinslogo darf in seiner Form, seinen Proportionen und Farbigkeiten nicht verändert werden.“ In Paragraph 23 wird künftig die Unabhängigkeit des Aufsichtsrates betont werden. Dazu wird der neue Absatz 3 in die Vereinssatzung aufgenommen: „Bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben sind die Mitglieder des Aufsichtsrates unabhängig und unterliegen keinen Weisungen.“ Eine weitere Satzungsänderung betrifft die Abteilungsvorstände für die Fußball-, Handball- und Tischtennisabteilung des Vereins Borussia VfL 1900 e.V. Mönchengladbach. Die ehrenamtlichen Mitglieder des Abteilungsvorstandes werden laut Paragraph 3, Absatz 2, auch weiterhin durch den jeweiligen Abteilungsausschuss bei Anwesenheit von mindestens zwei Dritteln der Ausschussmitglieder gewählt. Hauptamtliche Mitglieder des Abteilungsvorstandes werden hingegen nun vom Präsidium bestellt.

Bei der Aussprache mit den Mitgliedern stellten sich die Borussia-Verantwortlichen den diesmal nur wenigen Fragen. Die anwesenden Mitglieder entlasteten anschließend den Aufsichtsrat, das Präsidium sowie die Abteilungen mit überwältigender Mehrheit. Mit der VfL-Hymne „Die Seele brennt“ endete die Jahreshauptversammlung nach knapp zweieinhalb Stunden.

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