NEWS: 24.10.2014

Den Spagat eindrucksvoll gemeistert

Den Spagat eindrucksvoll gemeistert
Fünf Tore durfte die Fohlenelf am gestrigen Abend bejubeln. Foto: Kruck

Die Bayern im Hinterkopf, Apollon Limassol vor der Brust – diesen Spagat meisterten die Borussen gestern Abend bei ihrem 5:0-Erfolg am dritten Spieltag der UEFA Europa League eindrucksvoll.

Von fehlender Konzentration auf Grund des bevorstehenden Bundesliga-Spitzenspiels am Sonntag (17.30 Uhr) gegen den Rekordmeister war bei der Fohlenelf während des Spiels gegen Limassol zu keiner Sekunde etwas zu spüren. Sie beherzigte das Credo von Trainer Lucien Favre, der bekanntlich immer nur von Spiel zu Spiel schaut, zu 100 Prozent. Ihr Fokus lag allein auf der Partie gegen den Gast aus Zypern – schließlich ging es schon am dritten Spieltag der Gruppenphase um sehr viel. „Unser Start in der Europa League war nicht so leicht. Nach den beiden Remis zum Auftakt war es deshalb sehr wichtig für uns, den ersten Sieg einzufahren“, sagte Torhüter Yan Sommer, der schon zum sechsten Mal in dieser Saison zu Null spielte. Nur ein einziges Mal musste der Schweizer gestern in den gesamten 90 Minuten ernsthaft eingreifen. „Bis zum zweiten Tor war es ein hartes Stück Arbeit, weil wir viele Chancen ungenutzt gelassen haben“, befand Martin Stranzl. „Ein 1:0 ist immer gefährlich, denn es kann immer mal ein Ball durchrutschen. Zum Glück war Yann aber kurz nach der Pause hellwach und hat uns in dieser Situation die Führung gerettet.“

Es war tatsächlich der einzige Schuss der Zyprer aufs Tor, satte 14 Schüsse auf den Kasten des Gegners verbuchte hingegen die Mannschaft von Trainer Lucien Favre, der mal wieder kräftig rotierte. Statt Alvaro Dominguez, Patrick Herrmann, André Hahn und Raffael beorderte er Oscar Wendt, Thorgan Hazard, Ibrahima Traoré und Branimir Hrgota in die Startelf. Diese personellen Wechsel taten dem Spielfluss überhaupt keinen Abbruch. Im Gegenteil: Drei der vier neu in die Anfangsformation gerückten Akteure waren gleich am ersten Treffer beteiligt: Wendt eroberte den Ball, der von ihm in Szene gesetzte Hrgota fungierte als Passgeber und Traoré als Torschütze. Die Borussen hätten im Anschluss frühzeitig den Sack zumachen können, doch sie ließen zunächst reihenweise Chancen aus. „Wir haben es vor der Pause leider verpasst, das zweite Tor nachzulegen und den Gegner somit am Leben gelassen“, sagte Favre.

Bann endgültig gebrochen

Das änderte sich nach dem Wechsel aber recht schnell. „Wir sind in der zweiten Hälfte weiter ruhig geblieben und haben uns viele Torchancen herausgearbeitet“, lobte Favre. Und nach der Pause nutzten seine Schützlinge diese dann auch konsequent. Das 2:0 bereitete der überragende Traoré vor, Hrgota vollendete mit seinem sechsten Treffer im laufenden Europapokalwettbewerb. „Ich habe spekuliert, dass der Ball zu mir kommen könnte und war dann einfach da, auch wenn ich mich ganz schön strecken musste“, sagte der Schwede grinsend. Nun war der Bann endgültig gebrochen. Gegen immer müder werdende Gäste spielte Borussia ihre Überlegenheit nun eiskalt aus und legte noch drei Treffer nach. Erst schnürte Traoré mit einem feinen Schlenzer seinen Doppelpack. Dann erhöhte der eingewechselte Patrick Herrmann auf 4:0, ehe Angelis Angeli nach Hereingabe von Hazard mit einem Eigentor den Schlusspunkt setzte.

Mit dem 5:0-Erfolg baute der VfL seine Serie von ungeschlagenen Spielen nicht nur auf 14 aus (letztmals gab es so eine Serie zu Beginn der Saison 1970/71), sondern schob sich nach der ersten Hälfte der Gruppenphase der UEFA Europa League auch an Limassol vorbei auf Platz zwei. „Der Sieg war ein wichtiger Schritt, aber wir wollen unbedingt weiterkommen, dafür werden wir weitere Punkte brauchen“, sagte Herrmann. Die nächste Gelegenheit dazu besteht in knapp zwei Wochen, wenn am Donnerstag, 6. November (19 Uhr) das Rückspiel auf Zypern steigt. Doch mit diesem Duell beschäftigten sich die Beteiligten gestern nach dem Abpfiff nicht allzu viel. Schließlich heißt der Gegner des nächsten Spiels am Sonntag (17.30 Uhr) Bayern München. „Wir müssen jetzt gut regenerieren, denn es bleibt nicht viel Zeit, uns auf diese Begegnung vorzubereiten“, sagte Favre. Bei seinen Spielern ist die Vorfreude auf den Klassiker natürlich enorm. „Wir freuen uns riesig auf die Bayern. Sie sind momentan das Maß aller Dinge, aber vielleicht schaffen wir es ja am Sonntag, sie ein wenig zu ärgern“, sagte Max Kruse stellvertretend für seine Teamkollegen.

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