NEWS: 09.11.2014

Herzlichen Glückwunsch, Hacki Wimmer!

Herzlichen Glückwunsch, Hacki Wimmer!
Hacki Wimmer feiert die Deutsche Meisterschaft 1975. Foto: Imago

Am heutigen Sonntag wird Herbert "Hacki" Wimmer 70 Jahre alt. Mit Borussia feierte er fünf Meisterschaften, einen DFB-Pokal- und einen UEFA-Cup-Sieg. Borussia wünscht auf diesem Wege alles Gute!

Herbert „Hacki“ Wimmer darf ohne Zweifel als echte Borussia-Legende bezeichnet werden. In seiner Profikarriere spielte Wimmer ausschließlich für die Fohlenelf und lief zwischen 1966 und 1978 in 366 Bundesliga-Spielen mit der Raute auf der Brust auf. Die goldenen 70er des VfL sind bis heute eng mit seinem Namen verbunden. „Hacki“ Wimmer, der seinen Spitznamen vom damaligen Torhüter Manfred Orzessek für die Haken, die er im höchsten Tempo schlagen konnte, erhielt, war an den Meisterschaften 1970, 1971, 1975, 1976 und 1977 maßgeblich beteiligt und gewann mit Borussia zudem 1973 den DFB-Pokal sowie 1975 den UEFA-Cup. „Man konnte ihn mit weiten Pässen jagen, jagen, jagen. Er ist immer gelaufen. Er war einzigartig. Unser Hacki eben“, erinnert sich Rainer Bonhof an seinen früheren Mannschaftskollegen, der vielen Fans insbesondere als „Wasserträger“ von Günter Netzer in Erinnerung geblieben ist.

Netzers „Wasserträger“

Der Virtuose Netzer profitierte ungemein von Wimmers unermüdlicher Laufarbeit, der dem Spielmacher im Mittelfeld den Rücken freihielt. „Ich hatte nie ein Problem damit, für meinen Freund Günter zu rennen. Er war eben das Genie und ich der Arbeiter. Ich habe Günter vieles zu verdanken. Aber vor allem bin ich dankbar, dass ich in einer solchen Mannschaft spielen konnte”, so Wimmer, der 1966 von Trainer-Legende Hennes Weisweiler von Borussia Brand nach Mönchengladbach geholt wurde. Doch Wimmer war weit mehr als ein reiner Hilfsarbeiter: Er besaß strategische Fähigkeiten und war auch torgefährlich. Im Finale der Europameisterschaft 1972 steuerte er gegen Russland einen Treffer zum 3:0-Sieg und dem damit verbundenen Titelgewinn der deutschen Nationalmannschaft bei. Auch 1974 gehörte Wimmer zum DFB-Team, das sich den Titel im eigenen Land sicherte. Dennoch erklärt die Borussia-Legende: „Ich würde mich nie als Weltmeister bezeichnen, ich hatte doch nur zwei Einsätze.“

Im DFB-Pokalendspiel gegen den 1. FC Köln 1973 hielt Wimmer, der die Fohlenelf als Kapitän aufs Feld führte, nach langer Verletzungspause 120 Minuten durch. „Das war sicher eines der schönsten Momente meiner Karriere. Als der Lange, wie wir Günter Netzer nannten, sich in der Nachspielzeit selber einwechselte und unser Siegtor schoss, kullerten sogar ein paar Freudentränen bei mir.“ Hacki Wimmer war hart im Nehmen, doch der Aufwand den er für Borussia und die Nationalmannschaft betrieb, forderte seinen Tribut. Als er 1978 seine Karriere bei seinem alten Klub in Brand ausklingen lassen wollte, streikte sein Körper. Mittlerweile hat die Borussia-Legende drei Operationen an der rechten Hüfte hinter sich.

Stammgast im BORUSSIA-PARK

Heute zählt Hacki Wimmer zu den Stammgästen bei den Heimspielen der Fohlenelf im BORUSSIA-PARK und verbringt viel Zeit mit seiner Familie, in der Natur und auf dem Fahrrad. Seinen heutigen Ehrentag feiert der 70-Jährige, der vor wenigen Wochen seine Ehefrau Renate nach langer Krankheit zu Grabe tragen musste, ganz bescheiden im Kreise seiner Liebsten. „Ich werde zu Hause in Aachen mit meinen Kindern Carsten und Claudia und den Enkelkindern ein Tässchen Kaffee trinken und ein Stückchen Kuchen essen. Große Feiern waren ja noch nie mein Ding, aber diesmal steht mir überhaupt nicht der Kopf danach“, so Wimmer, der von den Borussia-Fans noch heute für seine Bescheidenheit und seinen Einsatzwillen verehrt wird. „Das tut wirklich sehr gut, dass man in Mönchengladbach die alten Kämpfer noch nicht vergessen hat. Ich freue mich auf jedes Spiel im BORUSSIA-PARK und traue der Mannschaft von Trainer Lucien Favre zu, dass sie die ganze Saison über oben mitmischt.“

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