NEWS: 07.11.2014

Geduldig die Spitze erklommen

Geduldig die Spitze erklommen
Nach dem 2:0 in Limassol dankte die Fohlenelf den rund 1.200 mitgereisten VfL-Fans. Foto: Picture-Alliance

Durch den gestrigen 2:0-Sieg bei Apollon Limassol hat Borussia nicht nur die Spitze der Gruppe A in der UEFA Europa League übernommen, sondern zudem auch noch einen neuen Vereinsrekord aufgestellt.

Selbst die zyprischen Journalisten zeigten sich beeindruckt und bohrten Trainer Lucien Favre in der Pressekonferenz nach dem Spiel mit ihren Fragen zu der neuen Bestmarke. Seit Saisonbeginn ist die Fohlenelf nunmehr in 18 Pflichtspielen ungeschlagen und hat damit den vereinseigenen Rekord aus der Saison 1970/1971 übertroffen. „Das ist super für alle und sehr schön für den Verein. Wir sind sehr zufrieden, dass wir punkten und noch in allen drei Wettbewerben vertreten sind“, wiegelte Trainer Lucien Favre ab. Vielmehr als über den neuen Rekord freute der Schweizer über den Sieg seiner Mannschaft, die sich dadurch in der Tabelle der Gruppe A auf Rang eins schob. „Es war sehr wichtig für uns, hier zu gewinnen, denn unsere Gruppe ist sehr eng. Zürich gewinnt gegen Villarreal, dafür verliert Zürich in Limassol. Das sagt alles aus. Wir sind deswegen auch noch nicht durch“, mahnte Favre.

Im Vorfeld hatte Borussias Coach immer wieder drauf hingewiesen, wie schwierig die Aufgabe insbesondere nach dem klaren 5:0-Sieg seines Teams vor zwei Wochen im Hinspiel werden würde. „Es gibt heutzutage keine schwachen Mannschaften mehr. Alle Spieler sind fit und sie können 90 Minuten laufen und alles geben. Das gilt auch für Limassol“, fühlte sich Favre nach der Partie bestätigt. „Mein Trainerkollege hat es sehr gut verstanden, unser Spiel zu analysieren. Deswegen war es ein hartes Stück Arbeit, das wir verrichten mussten.“ Besonders im ersten Durchgang taten sich seine Schützlinge enorm schwer. Optisch waren sie zwar überlegen, doch es mangelte im Spiel nach vorne am nötigen Tempo und der letzten Konsequenz. Mit Ausnahme eines Kopfballs von Branimir Hrgota, den Limassols Schlussmann Bruno Vale glänzend parierte, erspielte sich die Favre-Elf zunächst keine klare Torchance. „Es war wirklich schwer für uns. Apollon hat sehr gut verteidigt und wir haben besonders in der ersten Hälfte kaum Lücken gefunden“, monierte Favre.

Die Ruhe bewahrt

Allerdings bewahrten die Borussen jederzeit die Ruhe, was sich nach der Pause auszahlte. „Wir haben nie die Geduld verloren und nach dem Wechsel mehr über die Außen gespielt. Und immer wenn wir das gemacht haben, wurde es auch gefährlich“, sagte Favre. So war auch kein Zufall, dass der Führungstreffer über die linke Außenbahn vorbereitet wurde. Nach einem Diagonalpass von Christoph Kramer nutzte Thorgan Hazard seinen Platz, um eine präzise Flanke ins Zentrum zu schlagen. Dort fand er Raffael, der den Ball unhaltbar ins lange Eck köpfte. „Dieser Treffer war gut herausgespielt. Es war eine schöne Hereingabe von Thorgan, und vor allem Raffael ist wunderbar nachgegangen“, lobte Favre.

Unterstützt von mehr als 1.100 VfL-Fans unter den rund 5.500 Zuschauern im GSP-Stadion kontrollierte Borussia weiter die Partie. In der Schlussphase schlich sich die eine oder andere Unkonzentriertheit ein. Bestraft wurde die Fohlenelf dafür aber nicht. Im Gegenteil: In der fünften Minute der Nachspielzeit sorgte Joker Patrick Herrmann nach Zuspiel des ebenfalls eingewechselten André Hahn für die endgültige Entscheidung. „Wir haben die wenigen Chancen, die wir bekommen haben, eiskalt genutzt“, sagte der Last-Minute-Torschütze. „Ich denke, mit dem Sieg haben wir einen großen Schritt in Richtung Zwischenrunde gemacht.Nach vier von sechs Spieltagen hat Borussia mit acht Zählern die Tabellenführung vor Villarreal (7) übernommen. Doch auch der FC Zürich (4) und Apollon Limassol (3) sind noch nicht aus dem Rennen. „Mit den zwei Siegen und den beiden Unentschieden sind wir jetzt in einer sehr guten Ausgangslage“, ordnete Sportdirektor Max Eberl die tabellarische Situation ein. Das nächste Europa League-Spiel bestreitet der VfL am 27. November (21.05 Uhr) beim FC Villarreal. Das letzte Gruppenspiel steht dann am 11. Dezember (19 Uhr) im BORUSSIA-PARK gegen den FC Zürich an. Doch das ist Zukunftsmusik. Jetzt gilt es, sofort den Fokus wieder auf die Bundesliga zu richten, wo am Sonntag (17.30 Uhr) das Gastspiel in Dortmund ansteht. „Das wird ein ganz anderes Spiel, auf das wir uns freuen“, so Favre.