NEWS: 10.11.2014

"Abhaken und nach vorne schauen"

"Abhaken und nach vorne schauen"
Yann Sommer dirigiert lautstark seine Vorderleute. Foto: Kruck

Torhüter Yann Sommer war in Dortmund bester Akteur der Fohlenelf und verhinderte mit starken Paraden lange Zeit einen Rückstand. Beim Eigentor von Christoph Kramer war der Schweizer aber machtlos. Wir haben uns nach dem Spiel mit ihm unterhalten.

Yann, du hast eine sehr starke Leistung gezeigt, bist aber auf kuriose Art und Weise dennoch überwunden worden. Wie sehr ärgert dich das?

Sommer: Wir waren zwar die schlechtere Mannschaft, trotzdem ist es natürlich bitter, durch so ein Gegentor das Spiel zu verlieren. Es war eine sehr unglückliche Situation.

Die du wie erlebt hast?

Sommer: So wie alle anderen im Stadion auch. Ich denke, Christoph wollte den Ball flach zu mir zurückspielen. Das wäre auch gegangen. Ich glaube, ihm ist der Ball dann etwas hochgesprungen, dadurch gibt es diesen Chip.

Du bist als einer der ersten zu Christoph Kramer gelaufen und hast ihn getröstet. Was hast du ihm gesagt?

Sommer: Dass so etwas im Fußball passiert, und dass er einfach weitermachen muss. Er ist ein hervorragender Fußballer und hat trotz seines noch jungen Alters schon einiges erlebt. Er muss das abhaken und nach vorne schauen, er wird damit umgehen können.

Glaubst du, ihr hättet ohne das Eigentor zumindest einen Punkt mitnehmen können?

Sommer: Das weiß ich nicht, aber wir hätten es sicherlich probiert. Allerdings muss man auch sagen, dass wir eigentlich keine richtige Torchance hatten und hinten nie richtig rausgekommen sind. Dann ist es natürlich schwierig, ein Spiel zu gewinnen oder einen Punkt zu holen. Dortmund war einfach besser. Das müssen wir eingestehen.

Warum habt ihr nicht ins Spiel gefunden?

Sommer: Die Dortmunder haben mehr Zweikämpfe gewonnen und war auch gedankenschneller. Deshalb haben sie viele zweite Bälle geholt. Außerdem haben sie sehr gutes Pressing gespielt und die Räume dicht gemacht. Deshalb sind wir kaum gefährlich nach vorne gekommen. Wir haben gegen eine sehr gute Dortmunder Mannschaft verloren, aber auch zu viele Fehler gemacht und zu einfache Ballverluste in unserem Spiel gehabt.

Durch die Niederlage ist eure beeindruckende Serie von 18 ungeschlagenen Pflichtspielen seit Saisonbeginn gerissen.

Sommer: Es war doch klar, dass auch diese Serie irgendwann einmal reißen würde. Nun ist sie bei einer sehr guten Dortmunder Mannschaft gerissen.

Was sagst du denen, die befürchten, diese Niederlage könnte euch aus der Bahn werfen?

Sommer: Ich fürchte einen solchen Einbruch überhaupt nicht. Wir haben immer gesagt, dass wir noch genügend an uns arbeiten müssen. Wir wissen, was wir tun müssen. Das war ein schlechtes Spiel von uns, aber das ist es dann auch. Wir müssen das abhaken und nach vorne schauen.

Hoffst du, dass jetzt wenigstens das Gerede von Bayern-Jägern und Titel aufhört?

Sommer: Wir haben intern nie von so etwas geredet. Auch die Tabelle hat uns nie interessiert. Das war alles nur Gerede. Wir wissen, dass wir eine sehr gute Mannschaft haben, und wir wissen, wo wir uns einordnen müssen. Wir wollen weiterhin gute Spiele bestreiten und glauben an uns.

Jetzt steht wieder eine Länderspielpause an. Du bist zwar mit der Schweizer Nationalmannschaft unterwegs, viele andere Borussen haben hingegen frei. Wie gelegen kommt diese Pause?

Sommer: Wir können zumindest mal kurzfristig den Kopf etwas frei bekommen. Wir hatten ziemlich viele Spiele in den vergangenen Wochen. Es wird gut tun, dass jetzt erst einmal zu verarbeiten. Dann geht es weiter. Nach der Länderspielpause wollen wir gegen Frankfurt wieder an das anknüpfen, was uns in den vergangenen Wochen ausgezeichnet hat und da weitermachen, wo wir vor diesem Spiel waren.

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