NEWS: 01.02.2015

Einen kühlen Kopf bewahrt

Einen kühlen Kopf bewahrt
Gemeinsam mit den knapp 5.000 mitgereisten VfL-Fans bejubelten die Borussen nach dem Abpfiff den Sieg.

Mit dem gestrigen 1:0-Sieg beim VfB Stuttgart ist die Fohlenelf erfolgreich in die Rückrunde gestartet. Die nächste Aufgabe wartet allerdings schon am Dienstagabend auf sie.

Oscar Wendt haderte mit seinem Schicksal. „Warum immer ich“ stöhnte der Schwede wenige Minuten nach dem Abpfiff in der Mercedes-Benz-Arena. Bereits zum fünften Mal in dieser Saison war das Los der Doping-Kontrolleure auf Wendt gefallen. Erst nach zahlreichen Fruchtsaftschorlen konnte der Linksverteidiger seine Urinprobe abgeben. In der jüngsten Vergangenheit war es schon einmal vorgekommen, dass sich die Mannschaft ohne Wendt auf den Rückweg gemacht hatte, weil dieser zu lange dafür gebraucht hatte. Am gestrigen Abend aber wartete der VfL-Tross geduldig auf ihn, schließlich ging es mit dem Flieger von Stuttgart aus zurück nach Mönchengladbach. Und spätestens als der Blondschopf im Flugzeug Platz genommen hatte, überwog natürlich auch bei ihm die Freude über den gelungenen Rückrundenauftakt.

„Das Glück auf unserer Seite“

Bis wenige Sekunden vor dem Abpfiff hatte der Sieg am seidenen Faden gehangen. In der Nachspielzeit war Stuttgarts Georg Niedermeier bei einer Ecke mit aufgerückt. Aus drei Metern jagte der Innenverteidiger die Kugel freistehend an die Unterkante der Latte und vergab damit die dicke Ausgleichschance. „Im Fußball entscheiden oftmals Details über Sieg und Niederlage. In dieser Situation hatten wir das Glück auf unserer Seite“, erkannte VfL-Coach Lucien Favre an. Dennoch wollte er nicht die gesamten 90 Minuten auf diese eine Situation reduzieren. „Ich denke, dass der Sieg vor allem auf Grund unserer guten ersten halben Stunde nicht unverdient war“, bilanzierte der Schweizer.

Mehrfach waren die Borussen in der Anfangsphase gefährlich vor dem Tor der Schwaben aufgetaucht. Nahezu nach jeder Ecke brannte es lichterloh in deren Strafraum. Martin Stranzl kam zweimal zum Abschluss, auch Fabian Johnson, der für den grippegeschwächten Thorgan Hazard in die Startelf gerückt war, schoss zweimal nur knapp am Tor vorbei. „In der ersten Hälfte haben wir gut gespielt. Wir haben es lediglich versäumt, unsere Chancen zu nutzen“, meinte der US-Nationalspieler. Erst nach einer knappen halben Stunde kamen die Gastgeber besser in die Partie. Mit Ausnahme eines Schusses von Timo Werner, den Yann Sommer exzellent parierte, und einem Kopfball von Niedermeier kurz nach dem Wechsel über das Tor, ließ die Fohlenelf defensiv aber kaum etwas zu.

Das Tempo herausgenommen

Allerdings nahm sie gerade zu Beginn des zweiten Durchgangs auch ein wenig Geschwindigkeit aus dem eigenen Angriffsspiel – aus gutem Grund, wie Kapitän Martin Stranzl erklärte. „Der Platz war extrem tief. Da konnte man nicht 90 Minuten Vollgas-Fußball spielen. Wir haben deswegen das Tempo ein wenig gedrosselt und geduldig auf unsere Chance gewartet.“ Und diese eine Chance nutzte Borussia in der 71. Minute eiskalt zum Tor des Tages. Granit Xhaka schaltete schnell um und setzte Branimir Hrgota auf der linken Außenbahn in Szene. Der Schwede passte genau im richtigen Moment ins Zentrum auf Patrick Herrmann, der den Ball am zweiten Pfosten lauernd direkt nahm und unter die Latte nagelte. „Häufig ist es so, dass man als Mannschaft, die oben steht, im entscheidenden Moment kühlen Kopf bewahrt, während ein Team aus dem Keller eher hektisch agiert“, zeigte Sportdirektor Max Eberl auf, was den VfB und den VfL am gestrigen Abend unterschied.

Während Borussia eine ihrer wenigen Gelegenheiten im zweiten Durchgang eiskalt verwertete, ließ Niedermeier auf der Gegenseite die oben erwähnte Ausgleichschance kurz vor dem Ende aus. „Wäre der Ball kurz vor Schluss eingeschlagen, wäre das sehr bitter für uns gewesen, weil wir meiner Meinung nach fast über 90 Minuten die Partie bestimmt haben“ befand Max Kruse, der gestern sein 50. Bundesligaspiel für den VfL bestritt. Allzu lange Zeit, sich über das siegreiche Jubiläum zu befassen, bleibt ihm aber nicht. Die Englische Woche beschert der Fohlenelf am Dienstagabend (20 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den SC Freiburg die nächste knifflige Aufgabe. Da sich gestern kein Akteur verletzt hat, dürften Trainer Lucien Favre gegen die Breisgauer mit Ausnahme von André Hahn (Achillessehnenentzündung) und Ibrahima Traoré (Afrika-Cup) alle Spieler zur Verfügung stehen.

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