NEWS: 08.02.2015

Kein Mittel gefunden

Kein Mittel gefunden
Umringt von Königsblau: Raffael versucht sich gegen Schalkes Jan Kirchhoff zu behaupten.

Borussia war beim Gastspiel auf Schalke zwar spielbestimmend, fand aber gegen äußerst defensiv eingestellte Gastgeber kaum Lücken, um gefährlich vor das Tor zu kommen. So entschied ein frühes Gegentor die Partie zu Borussias Ungunsten.

Nach dem Auslaufen am Samstagvormittag machte sich Tony Jantschke direkt auf den Weg in seine Heimat. „Ich fahre nach Dresden, meine Familie und meine Freundin besuchen“, sagte Borussias Abwehrspieler, bevor er den Parkplatz im BORUSSIA-PARK verließ. Zwei freie Tage stehen den VfL-Profis bevor. Ein Umstand, der während der Saison angesichts eines äußerst engen Terminkalenders eine absolute Rarität ist. Deshalb nutzte nicht nur Jantschke die Gelegenheit für einen Besuch in der Heimat. „Das tut gut nach den drei Spielen innerhalb von sechs Tagen“, sagte Jantschke. Gerne wäre der 24-Jährige mit einem positiveren Gefühl in die Heimat gefahren als nach der 0:1-Niederlage auf Schalke. „Es war extrem ärgerlich, dass wir das Spiel verloren haben“, sagte Jantschke. „Eigentlich war das ein typisches 0:0.“

Gegentor "zu einfach"

Damit ist die Geschichte von Borussias erster Niederlage in der Rückrunde im Kern schon erzählt. In einer extrem chancenarmen Partie gingen die Gastgeber schon in der zehnten Minute in Führung und profitierten dabei von einer Unachtsamkeit des VfL. „Das Gegentor war zu einfach“, monierte Trainer Lucien Favre. „Wir hätten die Situation vorher klären können“, befand Sportdirektor Max Eberl. Die Borussen hatten das Spielgerät kurz vor dem eigenen Strafraum schon erobert, dann aber leichtfertig vertändelt. Schalke spielte schnell nach außen und nutzte in Person von Tranquillo Barnetta die Unordnung in der Defensive des VfL zum 1:0. „Danach hat Schalke einfach gut verteidigt“, erkannte Eberl an. Die Gelsenkirchener überließen der Fohlenelf komplett die Spielkontrolle. Gleich zwei defensive Reihen mit insgesamt acht Spielern erwarteten die Offensivakteure Borussias zumeist erst kurz vor dem Schalker Strafraum. „Normalerweise versuchen wir Fußball zu spielen und den Gegner ins Laufen zu bringen“, sagte Eberl. „Das ist uns nicht geglückt. Wir haben es nicht geschafft, die Schalker mehr in Bewegung zu bringen und dadurch Lücken entstehen zu lassen.“ Ein schnelles Passspiel ist in der Regel ein probates Mittel, um gegnerische Abwehrreihen zu destabilisieren. „Das war auf diesem holprigen Rasen aber nicht möglich“, so Eberl.

Viel Ballbesitz reicht nicht aus

Dass den Schalkern mit der Führung im Rücken die Platzverhältnisse entgegen kamen, wollte aber keiner der Borussen als Ausrede für die Niederlage verstanden wissen. „Wir hatten trotzdem zwei gute Möglichkeiten. Wenn man gegen eine solche Mannschaft gewinnen will, muss man zumindest eine von diesen Chancen nutzen“, sagte der Sportdirektor und sprach damit die Gelegenheiten von Raffael im ersten und Ibrahima Traoré im zweiten Durchgang an. „Die andere Möglichkeit, ein solches Spiel zu gewinnen, ist, möglichst lange die Null zu halten. Das ist uns aber auch nicht gelungen.“ So habe die Fohlenelf Schalke letztlich zwar gut bespielt, sei aber nicht zwingend in den torgefährlichen Raum gekommen. Das sah auch Trainer Lucien Favre so und erinnerte an das Heimspiel gegen Freiburg wenige Tage zuvor. „Viel Ballbesitz zu haben, reicht manchmal nicht aus im Fußball. Wir haben vor drei Tagen gegen Freiburg gewonnen, obwohl sie viel mehr Ballbesitz hatten als wir. Diesmal hatten wir viel mehr Ballbesitz als der Gegner, haben aber nicht die Lücke gefunden.“

Zwei freie Tage

Die Krönung einer bis dato perfekt gelaufenen Englischen Woche zum Auftakt der Rückrunde blieb damit aus. „Dennoch sind sechs Punkte aus den ersten drei Spielen absolut in Ordnung“, befand Tony Jantschke. Der missglückte Start in die zweite Saisonhälfte vor einem Jahr ist den Borussen schließlich noch bestens in Erinnerung. Und schon am nächsten Wochenende bietet sich die Gelegenheit, wieder ein Erfolgserlebnis herbeizuführen, wenn der 1. FC Köln am Karnevalssamstag (15.30 Uhr) zum Derby in den BORUSSIA-PARK kommt. Die Vorbereitung auf das Spiel nimmt die Fohlenelf nach den bereits angesprochenen freien Tagen am Dienstag auf. Dann soll auch Martin Stranzl nach überstandener Schädelprellung wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. André Hahn, der nach seiner Achillessehnenentzündung auch am heutigen Samstag individuell trainierte, könnte womöglich ebenfalls wieder zum Team stoßen. Christoph Kramer setzte heute wegen eines grippalen Infektes aus.