NEWS: 16.02.2015

Später Lohn

Später Lohn
Auch Vorlagengeber Thorgan Hazard lässt sich nach dem späten 1:0 zurecht feiern.

Es sah lange Zeit danach aus, als würde das Spektakel in der Bundesliga an diesem Samstagmittag woanders stattfinden: fünf Tore bei Werder Bremen gegen Augsburg, acht Treffer beim Spiel Bayern gegen den Hamburger SV, sogar neun bei Bayer Leverkusen gegen den VfL Wolfsburg.

Nur im BORUSSIA-PARK passierte lange Zeit: nichts. Zumindest nichts Zählbares, denn Borussia war im Heimspiel gegen den 1. FC Köln kaum etwas vorzuwerfen. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre war mit rund 70 Prozent Ballbesitz, 10:1 Ecken und der klaren Mehrheit an echten Torchancen eindeutig Spiel bestimmend. „In der Bundesliga hat nur der FC Bayern auswärts mehr Punkte geholt als der FC“, so Sportdirektor Max Eberl. „Sie stehen gut, sie stehen tief und sie versuchen, gefährlich zu kontern – da ist es gar nicht so einfach.“ In der ersten Hälfte hatten Julian Korb mit einem abgefälschten Schuss und Roel Brouwers per Kopf die besten Chancen, nach dem Seitenwechsel hatten Kruse, Xhaka und Herrmann Pech mit guten Torabschlüssen - der Ball wollte einfach nicht rein.

Es war gewiss kein Zufall, dass es am Ende Granit Xhaka war, der den Ball in der Nachspielzeit ins Kölner Tor wuchtete und den BORUSSIA-PARK so laut beben ließ wie selten zuvor: Denn der Schweizer war der auffälligste Spieler auf dem Platz, gab insgesamt sechs Torversuche ab und hatte 160 Ballkontakte – so viele wie kein anderer. Xhaka stand mit seinem ersten Kopfballtreffer für Borussia sinnbildlich für die Bemühungen des VfL um den dritten Sieg im vierten Rückrundenspiel. Dass er nach einem Foulspiel die fünfte Gelbe Karte bekam und daher am kommenden Wochenende beim Hamburger SV nur zuschauen darf, ist zwar ärgerlich, angesichts des gestrigen Happy-Ends aber wohl verkraftbar.

Gerechtes Ergebis

Zumal der gestrige Sieg einmal mehr bewiesen hat, dass Borussia in dieser Saison nicht nur über elf gute Spieler verfügt: Denn in der Sieg bringenden Minute wurde Branimir Hrgota gefoult, es gab einen Freistoß, den Thorgan Hazard messerscharf vor das Kölner Tor brachte. Beide Spieler wurden Minuten zuvor eingewechselt. „Das hat wieder einmal gezeigt, dass wir im Kader insgesamt über viel Qualität verfügen“, sagt Eberl und schloss damit ausdrücklich Havard Nordtveit, Fabian Johnson und Oscar Wendt ein - genau wie Martin Stranzl, der in den Schlusssekunden aufs Feld kam.

So spät der Treffer auch fiel, er sorgte für das gerechte Ergebnis auf dem Rasen. „Wir haben nur zwei oder drei Torschüsse zugelassen und waren ansonsten gegen eine sehr kompakt und tief stehende Mannschaft das offensiv wesentlich aktivere Team“, so Eberl. „Wenn es in so einem Spiel immer länger 0:0 steht, kann es auch eine gefährliche Richtung nehmen. Aber die Mannschaft hat die Nerven und die Ordnung nie verloren und sich nach einem gut getretenen und gut verwerteten Standard spät belohnt.“ Es war zwar nur ein einziges Tor, das im BORUSSIA-PARK fiel, das aber löste bei Spielern und Borussia-Fans riesige Emotionen aus. Natürlich wussten alle, dass damit das Derby für den VfL entschieden war – auch wenn es nach dem Treffer noch zu zwei Halb-Chancen des FC kam.

36 Punkte und Platz 3

Jeder wusste, das sich dieses Ergebnis auch positiv auf das Tabellenbild auswirkt: Denn der vor dem Spieltag vor Borussia stehende FC Augsburg hat verloren, auch Verfolger Bayer Leverkusen musste eine 4:5-Heimniederlage gegen Wolfsburg einstecken. Dass abends auch noch der FC Schalke in Frankfurt 0:1 das Nachsehen hatte, sorgte dafür, dass Borussia auf den dritten Platz vorrückt. Doch wichtiger als das ist Borussias Verantwortlichen das Punktepolster: „Wir haben jetzt 36 Zähler aus 21 Spielen“, sagt Eberl. „Das ist eine richtig gute Basis für die kommenden Wochen.“

Und die haben es in sich: Das gestrige Spiel eingeschlossen stehen sieben Partien in allen drei Wettbewerben innerhalb von 21 Tagen auf dem Programm, die nächste Aufgabe ist das Sechzehntelfinale in der UEFA Europa League beim FC Sevilla am kommenden Donnerstag. „Das wird mit Sicherheit ein ganz anderes Spiel“, sagt Eberl. „Sie werden daheim wohl nicht so tief stehen. Ich hoffe, dass es uns gelingt, eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel zu schaffen.“ Dass sich kein Spieler im Derby verletzt hat, sind auch im Hinblick auf diese Partie natürlich gute Nachrichten.

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