NEWS: 15.02.2015

"Das werde ich nie vergessen"

"Das werde ich nie vergessen"
Schweizer Torjubel: Granit Xhaka und Yann Sommer.

Kaum ein Bericht über das gestrige Spiel gegen den 1. FC Köln, der in der Beschreibung von Granit Xhaka ohne den Zusatz "Derbyheld" auskam. Wir haben uns am Tag nach dem 1:0 mit dem Siegtorschützen unterhalten.

Granit, auch wenn ihr das Derby gestern 1:0 gewonnen habt – spannender hättet ihr es kaum machen können…

Xhaka: Wir wussten, dass es kein Spiel wird, das man locker 5:0 gewinnt oder ein Spiel, in dem überhaupt viele Tore fallen. Es war ein Derby, es war eng, es wurde auf beiden Seiten gefightet. Die Kölner haben die Räume sehr eng gemacht, haben uns früh attackiert und sind weitestgehend in der eigenen Hälfte geblieben. Am Ende haben wir das Tor gemacht. Und ganz ehrlich? Ein Derby durch einen Treffer in der Nachspielzeit 1:0 zu gewinnen ist mir persönlich lieber als ein hoher Sieg. Außerdem: Selbst wenn der Treffer sehr spät gefallen ist, verdient war er doch allemal. Wir waren die bessere Mannschaft.

Nicht zum ersten Mal in dieser Saison hattet ihr es mit einem extrem defensiv eingestellten Gegner zu tun…

Xhaka: Ja, es ist schon auffällig, wie viele Mannschaften mittlerweile gegen uns hinten drin stehen. In diesem Jahr waren es bisher außer der SC Freiburg alle. Aber wir probieren weiter, Lücken zu finden, Geduld zu haben. Ab und zu müssen wir das Spiel ein bisschen schneller machen. Aber wenn wir, so wie gestern, am Ende 1:0 gewinnen, dann ist alles okay.

Wie fandest du dein erstes Heim-Derby?

Xhaka: Für mich gab es die ganze Woche eigentlich nur ein Thema: das Derby. Ich habe in der Familie und im Umfeld nur über das Spiel geredet. Das ist ein echtes Highlight für die Fans und für den Verein. Wir sind überglücklich, dass wir unseren Fans einen Sieg schenken konnten.

Was wolltest du mit deinem Jubellauf ausdrücken?

Xhaka: Das waren spontane, pure Emotionen. Eigentlich konnte ich schon vorher nicht mehr, ich war total platt. Aber so ein Tor pusht einen dann noch mal, ich bin mit letzter Kraft in Richtung Nordkurve und in Richtung Yann. Ich wollte damit zeigen: Dieser Sieg ist für euch! Ein Dank für die großartige Unterstützung, nicht nur gestern, sondern schon die ganze Zeit. Der BORUSSIA-PARK war ja vorher schon unglaublich laut, aber wie er nach dem Tor förmlich explodiert ist, war einfach nur geil.

Es war dein erster Kopfballtreffer für Borussia. Hast du uns gestern eine bisher verborgene Stärke von dir präsentiert?

Xhaka: Stimmt, bisher bin ich hier nicht als Kopfballungeheuer aufgefallen. Und eigentlich war ich auch gar nicht für diesen Freistoß eingeteilt und sollte hinten absichern. Ich habe aber spontan mit Tony Jantschke getauscht, der für mich hinten geblieben ist. Ich bin ja keiner, der jedes Wochenende trifft. Und dann gelingt mir ausgerechnet so ein Tor – der Ball von Thorgan kam aber auch wirklich perfekt. Dieser Treffer ist etwas ganz Spezielles, das werde ich nie vergessen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich ein Bild anfertigen lasse von dieser Szene, mit Datum und Ergebnis. Das war wirklich etwas ganz Besonderes.

Unter der Woche hast du in einigen Interviews eure Leistung auf Schalke kritisiert…

Xhaka: Ich mag es einfach nicht, zu verlieren. Vielleicht waren die Worte zu hart oder ich zu emotional. Aber so bin ich eben, und vielleicht ist ja auch der ein oder andere wach geworden. Außerdem: Ich habe ja niemand einzeln kritisiert, die Worte waren an uns alle gerichtet - mich natürlich eingeschlossen.

Wie lautet deine Zwischenbilanz nach vier Rückrundenspielen?

Xhaka: Wir haben jetzt 36 Punkte und sind Dritter. Das ist eine wirklich gute Zwischenbilanz. Aber das bringt alles nichts, wenn wir kommendes Wochenende in Hamburg verlieren – so ist es in der Bundesliga eben. Aber zunächst freuen wir uns auf Donnerstag und das Spiel in Sevilla. Ich hoffe, dass uns der Sieg gegen den FC einen weiteren Push gibt.

Dort kannst du dich auspowern – denn wegen deiner fünften Gelben Karte bist du kommenden Sonntag in Hamburg gesperrt.

Xhaka: Ein Derby, und Granit Xhaka bekommt keine Gelbe Karte? Das wäre ein Wunder gewesen (lacht). Im Ernst: Klar ist es bitter, dass ich in Hamburg nicht dabei bin. Aber wichtiger ist doch, dass wir gewonnen haben – und ich kann doch nicht in ein Derby gehen und an eine mögliche Gelbsperre denken.

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