NEWS: 18.02.2015

Der Gegner: FC Sevilla

Der Gegner: FC Sevilla
Das Team des FC Sevilla hat auch in dieser Saison wieder viel Grund zum Jubeln. In der Mitte (3.v.r.) Kapitän José Antonio Reyes. Foto: picture-alliance.

Am Donnerstag (21.05 Uhr) tritt Borussia im Sechzehntelfinal-Hinspiel der UEFA Europa League bei FC Sevilla an. Wir stellen den kommenden Gegner der Fohlenelf an dieser Stelle ausführlich vor.

Formkurve: Der FC Sevilla gilt hinter dem FC Barcelona sowie Real und Atlético Madrid als vierte Kraft in Spanien. Einen einstelligen Tabellenplatz in der Primera División verpassten die Andalusier letztmals vor elf Jahren. Aktuell liegt der FC Sevilla in der spanischen Meisterschaft nach 23 Spieltagen auf Platz fünf. Der Rückstand auf Platz vier, der am Ende für die Champions League-Qualifikation berechtigen würde, beträgt nur zwei Zähler. Im heimischen Stadion ist Sevilla in dieser Saison noch ungeschlagen (neun Siege, drei Remis). Zuletzt gelang am vergangenen Samstag ein ungefährdeter 3:0-Erfolg über Schlusslicht Cordoba. Die Gruppenphase in der UEFA Europa League überstanden die Rot-Weißen zu Hause ohne Punktverlust. Auswärts blieben sie hingegen sieglos, weshalb man die Gruppe D hinter Feyenoord Rotterdam „nur“ auf Rang zwei abschloss.

Der Trainer: Unai Emery, der die Spiele seines Teams meist recht gestenreich am Spielfeldrand zu begleiten pflegt, ist seit Januar 2013 Trainer des FC Sevilla und feierte dort in der vergangenen Saison mit dem Gewinn der UEFA Europa League den größten Erfolg seiner Laufbahn. Der 43-Jährige gilt als Freund von Disziplin. Dribbelkünstler wie Gerard Deulofeu lässt er ab und an auch mal auf der Bank, wenn sie defensive Schwächen zeigen. Emery, der zwischen 2009 und 2012 den FC Valencia drei Jahre lang in Serie in die Champions League geführt hatte, zu Sevillas Chancen gegen Gladbach: „Wir sind zufrieden mit dem Gegner, es wird für beide Teams schwer, ins Achtelfinale vorzustoßen."

System und Aufstellung: Die große Stärke des FC Sevilla ist die enorme Ausgeglichenheit des Kaders. In der Regel setzt Unai Emery auf ein 4-2-3-1-System mit Carlos Bacca als alleiniger Spitze. Der kolumbianische Angreifer kam 2013 für sieben Millionen Euro Ablöse vom FC Brügge nach Sevilla. Der Stürmer erzielte in 58 Ligaspielen schon 27 Tore. Den Kasten hütet normalerweise der portugiesische Nationaltorwart Beto, der allerdings wegen einer Schulterverletzung ausfällt und derzeit durch den 21-jährigen Sergio Rico ersetzt wird. Ebenfalls verletzt passen müssen gegen Borussia Rechtsverteidiger Coke (Oberschenkel), Mittelfeldspieler Stéphane Mbia (Oberschenkel) und Stürmer Iago Aspas (Adduktoren). Die Viererkette bestand zuletzt aus Aleix Vidal, Nicolas Pareja, Daniel Carriço und Fernando Navarro. Die Doppel-Sechs bildeten der polnische Nationalspieler Grzegorz Krychowiak sowie Vicente Iborra. Auf der rechten offensiven Außenbahn musste der zuletzt formschwache Gerard Deulofeu dem wiedergenesenen José Antonio Reyes weichen. Ever Banega und Vitolo komplettierten die offensive Dreierreihe vor Bacca. Als Alternative steht die technisch versierte Leihgabe des FC Barcelona Denis Suarez bereit. Linksverteidiger Benoit Trémoulinas und Angreifer Kevin Gameiro haben sich ebenfalls für das Spiel am Donnerstag fit zurückgemeldet.

Historie: Gegründet wurde der Traditionsklub am 14. Oktober 1905. In der Folge gewann das in rot-weißen Trikots spielende Team mehrmals die Meisterschaft von Andalusien, konnte sich bei der Einführung der Primera División jedoch nicht sofort in der Eliteklasse etablieren. Der ersehnte Aufstieg gelang erst in der Saison 1934/35, sogleich gelang dem Liga-Neuling der erstmalige Triumph im nationalen Pokalwettbewerb. Nach dem spanischen Bürgerkrieg ging es mit dem FC Sevilla rasant aufwärts. Neben zwei weiteren Pokalsiegen 1939 und 1948 holte der Klub 1949 auch seinen ersten und bislang einzigen Meistertitel in der Primera División.

In den 1960er Jahren geriet der Verein aufgrund der durch einen Stadionneubau angehäuften Verbindlichkeiten in eine wirtschaftliche Schieflage. Sevilla musste mehrere Stammkräfte verkaufen und stieg nach 31 Spielzeiten in der Primera División in die Zweite Liga ab. In der darauffolgenden Saison gelang aber der sofortige Wiederaufstieg. Als Aufsteiger wurde Sevilla 1970 Tabellendritter. Das blieb vorerst die beste Platzierung. Erst mit dem neuen Jahrtausend begann für den FC Sevilla eine neue goldene Ära. In dieser Zeit feierte der Klub unter Trainer Juande Ramos und Top-Spielern wie Luis Fabiano und Frederic Kanouté große Erfolge: national im spanischen Supercup (2007) und in der Copa del Rey (2007 und 2010) und international im UEFA-Pokal (2006 und 2007) und im europäischen Supercup (2006).

Dank der cleveren Einkaufspolitik von Sportdirektor Ramón Rodríguez Verdejo, genannt Monchi, kam der FC Sevilla auch finanziell auf gesunde Beine. Das Rezept: Neue Spieler günstig einkaufen, weiterentwickeln und für großes Geld verkaufen – das geschah beispielsweise bei Eigengewächs Sergio Ramos und den Brasilianern Adriano, Julio Baptista und Dani Alves. Auf diese Weise avancierte der Klub zu einer Top-Adresse in Spanien. Auf europäischer Bühne machte der Klub in der jüngsten Vergangenheit weniger von sich reden – bis zur vergangenen Saison, als sich der Klub durch ein 4:2 nach Elfmeterschießen im Finale gegen Benfica Lissabon den Europa League-Titel sicherte.