NEWS: 20.02.2015

Dem Titelverteidiger die Stirn geboten

Dem Titelverteidiger die Stirn geboten
Fabian Johnson vergibt in dieser Situation die gute Möglichkeiten zur Führung.

Auch wenn die 0:1-Niederlage im Sechzehntelfinal-Hinspiel beim FC Sevilla unglücklich war, können die Borussen aus der guten Leistung viel Zuversicht für das Rückspiel schöpfen.

Nach Feiern war Christoph Kramer nach der Ankunft im Mannschafthotel kurz vor Mitternacht trotz seines 24. Geburtstags nicht zumute. „Fußball ist manchmal wirklich ungerecht. Wir hätten mindestens ein Unentschieden verdient gehabt“, sagte der Mittelfeldspieler. Borussia hatte am Donnerstagabend beim FC Sevilla wahrlich eine couragierte Vorstellung geboten, doch am Ende musste sie sich knapp geschlagen geben. „Die Niederlage ist sehr unglücklich“, befand auch Trainer Lucien Favre. „Über weite Strecken haben wir das Spiel kontrolliert und insbesondere in der ersten Hälfte haben wir einige Torchancen herausgespielt und hätten in Führung gehen können.“

Die Borussen setzten die taktische Marschroute – hinten sicher zu stehen und vorne für Nadelstiche zu sorgen – nahezu perfekt um. Sie boten den Spaniern im ersten Durchgang fast keine Räume an. Außer bei zwei Abschlüssen von Vitolo, die beide am Tor vorbeistrichen, brachte Sevilla vor der Pause offensiv kaum etwas zu Stande. Die Spielkontrolle hatte eindeutig Borussia, die sich auch von der hitzigen Kulisse und manch strittigem Pfiff des mazedonischen Schiedsrichters Aleksandar Stravrev nicht aus dem Konzept bringen ließ. „Trotz des kleinen Hexenkessels und einiger früher – und wie ich finde – überzogener Gelben Karten, haben die Jungs sich nicht von der Hektik anstecken lassen, sondern haben ruhig weiter Fußball gespielt“, lobte Sportdirektor Max Eberl.

Chancen nicht genutzt

Die Aktionen in der VfL-Offensive wurden mit zunehmender Spieldauer immer selbstbewusster. Die erste Möglichkeit zur Führung vergab Kramer, der mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze an Torhüter Sergio Rico scheiterte. Nach feinem Zuspiel von Raffael konnte wenig später auch Fabian Johnson den Schlussmann aus kurzer Distanz nicht überwinden. Kurz nach dem Wechsel ließ Oscar Wendt aus spitzem Winkel eine weitere gute Gelegenheit aus. „Wir hatten die klareren Chancen, haben sie aber nicht genutzt – und das müssen wir uns ankreiden“, sagte Eberl.

Für das Auslassen ihrer Möglichkeiten wurde Borussia in der 70. Minute bitter bestraft. Diogo Figueiras hatte auf der rechten Seite zu viel Platz und gab die Kugel nach innen, wo Vicente Iborra den Ball per Direktabnahme im linken Eck versenkte. „Das Gegentor war unnötig, in dieser Situation waren wir nach einem eigenen Angriff in der Rückwärtsbewegung zu unkonzentriert“, monierte Favre. Nach dem Rückstand drängte der VfL – lautstark unterstützt von rund 2.100 mitgereisten Anhängern – auf den Ausgleich, wurde am Ende aber nicht für seinen starken Auftritt belohnt.

Mut für das Rückspiel

Nichtsdestotrotz macht die Vorstellung Mut für das Rückspiel am kommenden Donnerstag (19 Uhr) im BORUSSIA-PARK. „Die Art und Weise, wie wir hier aufgetreten sind, gibt uns die berechtigte Hoffnung, noch weiterzukommen, denn wir haben dem Titelverteidiger über 90 Minuten die Stirn geboten“, befand Sportdirektor Eberl und bewertete die Ausgangsposition für das Rückspiel keineswegs als schlecht: „Es ist sicher keine unlösbare Aufgabe. Wir liegen zur Halbzeit 0:1 zurück, und nun gilt es eben, im BORUSSIA-PARK mit den Zuschauern im Rücken das Ding zu drehen.“

Vor dem Europa League-Rückspiel gegen den Titelverteidiger wartet aber am Sonntag (15.30 Uhr) beim Hamburger SV noch die nächste Herausforderung in der Bundesliga auf die Fohlenelf. „Das wird mit Sicherheit ein ganz anderes Spiel. Die Hamburger werden mit viel Enthusiasmus und Laufbereitschaft gegen uns antreten – und uns wird das Spiel gegen Sevilla noch in den Knochen stecken“, warnt Eberl. Umso wichtiger also, dass Trainer Favre mit Ausnahme des gesperrten Granit Xhaka voraussichtlich alle Akteure zur Verfügung stehen. Eberl: „Es werden bestimmt einige Spieler neu in die Mannschaft kommen. Bislang hat der Trainer in Sachen Rotation stets hat das richtige Gespür gehabt, und ich bin davon überzeugt, dass das auch so bleibt.“

Am heutigen Freitag fliegt der VfL-Tross um 11 Uhr von Sevilla aus zurück nach Düsseldorf. Nach der Ankunft im BORUSSIA-PARK steht gegen 16 Uhr für die Favre-Schützlinge noch das Auslaufen bzw. Spielersatztraining an. Die Abschlusseinheit am Samstag ist nicht öffentlich.