NEWS: 23.02.2015

Wichtig für die Moral

Wichtig für die Moral
Geballte Freude nach dem Ausgleichstor (v. li.): Max Kruse, Branimir Hrgota, Havard Nordtveit und Patrick Herrmann.

Der Punktgewinn beim Hamburger SV war vielleicht auf Grund des späten Zeitpunkts des Ausgleichs glücklich, angesichts der Spielanteile aber durchaus verdient und vor allem für die Psyche der Spieler vor dem Europa League-Rückspiel gegen Sevilla am Donnerstag enorm wichtig.

Als die Spieler am Montagmorgen bei nasskaltem Wetter zum Training in den BORUSSIA-PARK kamen, waren Borussias Physiotherapeuten noch dabei, den Mannschaftsbus zu entladen. Der hatte das Stadion nach dem Spiel in Hamburg erst am späten Abend erreicht. Die Mannschaft hatte den Flieger aus der Hansestadt genommen und war dementsprechend deutlich früher zurück im BORUSSIA-PARK. Vom Gastspiel beim Hamburger SV nahm die Fohlenelf einen sehr wichtigen Auswärtspunkt mit, wie Trainer Lucien Favre anmerkte. Zwei Niederlagen in Folge wären vor dem anstehenden Rückspiel in der UEFA Europa League gegen den FC Sevilla nicht förderlich gewesen für das Selbstbewusstsein. So aber war der späte Ausgleich in Hamburg, der dem VfL den Punktgewinn bescherte, „ sehr wichtig für die Moral“, so Favre.

Frühe Führung möglich

Der Schweizer hatte seine Mannschaft auf sechs Positionen verändert. Angesichts von gerade einmal 64 Stunden zwischen Abpfiff in Sevilla und Anpfiff in Hamburg sei die Rotation verpflichtend, hatte der Trainer zuvor angekündigt. Und wie so oft in dieser Saison offenbarte die Fohlenelf trotz veränderter Formation keinerlei Anpassungsprobleme. Gleich in den ersten Minuten hatten Max Kruse und Patrick Herrmann frühe Chancen zur Führung, einmal streifte der Ball das Außennetz, einmal prallte er gegen den Pfosten. „Da hätten wir schon führen können, haben es aber leider nicht“, sagte Favre. Nach dem Anfangsschwung des VfL kamen die Gastgeber, die nach dem herben 0:8 bei Bayern München auf Wiedergutmachung aus waren, mit zunehmender Spieldauer besser in die Partie. „Der HSV hat dann besser gespielt als wir“, erkannte auch Favre an. In den Zweikämpfen kauften die Hanseaten den Borussen den Schneid ab, nach Ballverlusten setzten sie energisch nach. „Es war klar, dass der HSV sehr kämpferisch an die Sache rangeht und dass wir dagegenhalten müssen“, sagte Herrmann.

"Nie aufgegeben"

Das versuchten die Borussen, wobei ihnen ansatzweise der Substanzverlust durch das Europapokalspiel anzumerken war. Mitte der zweiten Hälfte erlangte die Fohlenelf zwar die Spielkontrolle zurück, genau in dieser Phase aber gingen die Gastgeber nach einem Ballverlust des VfL in Führung. Borussia bemühte sich, eine passende Antwort zu finden, entwickelte aber zunächst nicht genügend Durchschlagskraft. Die Hanseaten fingen viele Aufbauversuche frühzeitig ab und kamen so in der Schlussphase noch zu mehreren Kontergelegenheiten. „Der HSV hat es verpasst, das 2:0 zu machen“, sagte Favre. „Dann kann es immer sein, dass der Gegner noch ein Tor macht.“ Genau das gelang den Borussen in Person von Branimir Hrgota, der in der zweiten Minute der Nachspielzeit eine Ecke von Max Kruse aus rund elf Metern ins lange Eck köpfte. „Wir haben bis zum Schluss gekämpft und nie aufgegeben“, lobte der eingewechselte Torschütze. „Der Punkt ist okay.“ Dass die Punkteteilung durchaus dem Spielverlauf entsprach, sah auch Sportdirektor Max Eberl so. „Auch wenn der Zeitpunkt, zu dem der Ausgleich fiel, natürlich sehr glücklich war, war es ein gerechtes Unentschieden. Besonders beeindruckend war der Kampfgeist der Mannschaft.“

Wie schon in der Vorwoche gegen Köln sicherte sich die Fohlenelf damit in der Nachspielzeit wichtige Punkte. Eine neue Qualität von Borussia anno 2015? „Es gab Zeiten in der Vergangenheit, da hätten wir so ein Spiel verloren“, sagte Eberl. Und so wollte im Lager der Borussen auch niemand etwas davon hören, dass man es verpasst hätte mit einem Sieg den Abstand auf die nachfolgenden Teams zu vergrößern, die am Vortag allesamt „nur“ Unentschieden gespielt hatten. „Darüber haben wir uns keine Gedanken gemacht, und das dürfen wir jetzt auch nicht tun“, sagte Herrmann. „Es gibt noch genügend Punkte, die zu holen sind.“ Sportdirektor Eberl nutzte die Frage nach einem verpassten Big Point, um noch einmal das Niveau der Bundesliga herauszuheben. „Wir können den HSV oder Mannschaften wie Paderborn und Mainz nicht an die Wand spielen. Dafür ist die Bundesliga zu stark. Egal gegen wen wir spielen, es steht immer eine gute Mannschaft auf der anderen Seite.“

Dominguez trainiert wieder

So wird es freilich auch am kommenden Donnerstag (19 Uhr) sein, wenn der FC Sevilla zum Rückspiel des Sechzehntelfinals der UEFA Europa League im BORUSSIA-PARK gastiert. Die Vorbereitungszeit auf diese Begegnung ist einmal mehr äußerst kurz und begann bereits mit dem heutigen Auslaufen der Akteure, die am Sonntagnachmittag in Hamburg in der Startelf standen. Die übrigen Spieler gingen wie gewohnt auf den Trainingsplatz. Auch Alvaro Dominguez, der wegen einer Unterschenkelprellung aus dem Hinspiel in Sevilla nicht mit nach Hamburg gereist war, absolvierte die Einheit. Damit dürften Trainer Favre wie schon bei der Partie in Spanien alle Akteure des Profikaders zur Verfügung stehen. Am morgigen Dienstag hat der Trainer seinen Schützlingen komplett frei gegeben. Am Mittwoch steht am Vormittag bereits das nicht öffentliche Abschlusstraining an.

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