NEWS: 27.02.2015

„Trotzdem enorm stolz auf die Mannschaft“

„Trotzdem enorm stolz auf die Mannschaft“

Granit Xhaka hat gestern im Sechzentelfinal-Rückspiel der UEFA Europa League gegen den FC Sevilla erst das zwischenzeitliche 1:1 markiert und ist später des Feldes verwiesen worden. Wir haben uns mit dem Schweizer über die Begegnung und das Aus im Europapokal unterhalten.

Granit, ihr habt 2:3 gegen den FC Sevilla verloren und seid damit aus der Europa League ausgeschieden. Wie groß ist die Enttäuschung?

Xhaka: Die Enttäuschung ist natürlich enorm groß. Wenn man beide Spiele zusammen betrachtet, ist sicherlich nicht die schlechtere Mannschaft ausgeschieden. Sevilla war vielleicht nur cleverer als wir. Wir wollten unbedingt eine Runde weiterkommen und haben gestern auch super Fußball gespielt. Leider sind wir zweimal unnötig in Rückstand geraten, aber beide Male sind wir sofort wieder zurückgekommen. Das zeigt, dass wir eine tolle Moral in der Mannschaft haben. Danach haben wir wirklich alles versucht, aber es sollte nicht sein. Uns hat auch das nötige Glück gefehlt. Trotzdem bin ich enorm stolz auf die Mannschaft. Wir haben uns kämpferisch nichts vorzuwerfen und haben uns erhobenen Hauptes aus dem Wettbewerb verabschiedet.

Was könnt ihr mitnehmen aus diesem Spiel?

Xhaka: Enorm viel. Nicht nur aus dieser Partie, sondern auch aus dem Hinspiel in Sevilla. Wir haben gegen den Titelverteidiger zwei sehr gute Leistungen abgeliefert und gezeigt, dass wir auf international hohem Niveau mithalten können. Wir haben aber leider auch erleben müssen, dass auf diesem Niveau Kleinigkeiten oftmals entscheidend sein können und Fehler gnadenlos bestraft werden. Wir wurden bestraft, aber trotzdem bin ich zuversichtlich, dass wir mit unserer Mannschaft noch etwas erreichen können.

Nicht nur ihr habt alles versucht auf dem Platz, auch die Fans haben euch bedingungslos unterstützt. Wie hast du die Stimmung erlebt?

Xhaka: Ich möchte mich bei unseren Fans für die grandiose Unterstützung bedanken. Die Atmosphäre war und wird unvergesslich bleiben. Wie uns die Fans trotz der Niederlage nach dem Spiel gefeiert haben, das ist einfach fantastisch – so etwas gibt es nicht überall. Dafür bin ich sehr dankbar.

Du bist in der 70. Minute mit Gelb-Rot vom Platz geflogen. Wie hast du die beiden Situationen, die zu den Gelben Karten geführt haben, erlebt?

Xhaka: Bei der ersten Gelben Karte soll ich meinen Gegenspieler mit dem Ellenbogen erwischt haben. Ich habe mir die Szene noch einmal angeschaut und kann dort beim besten Willen keinen Ellenbogeneinsatz erkennen. Bei der zweiten Aktion habe ich meinem Gegenspieler auf dem Fuß gestanden, nachdem ich zuvor den Ball gespielt habe. Aber das habe ich nicht mit Absicht gemacht. Der Spieler hat aber auch so getan, als hätte ich ihm den Fuß gebrochen. Mehr will ich dazu auch nicht sagen, der Schiedsrichter hat so entschieden – und das muss ich akzeptieren. Es war einfach bitter für mich und die Mannschaft, dass ich ihr in den letzten 20 Minuten nicht mehr helfen konnte.

Kurz zuvor gab es eine strittige Szene im Strafraum von Sevilla, als der Schiedsrichter einen Elfmeter für euch hätte geben können. Wie hast du diese Szene gesehen?

Xhaka: Aus meiner Sicht wurde Max Kruse klar von hinten getreten, danach war es wohl noch ein Handspiel. Das hat der Schiedsrichter leider nicht gesehen. Wenn er da Elfmeter gepfiffen hätte und wir in Führung gegangen wären, hätte Sevilla sicher noch einmal gezittert. Aber so ist es nicht gelaufen. So ist der Fußball nun einmal.

Ihr seid trotzdem noch in zwei Wettbewerben aussichtsreich vertreten. Was nehmt ihr euch in der Liga und im Pokal nun vor?

Xhaka: In beiden Wettbewerben werden wir weiter Gas geben. Wir haben jetzt weniger Spiele und dadurch mehr Zeit für die Erholung. Wir werden uns das Spiel gegen Sevilla noch einmal anschauen und analysieren, aber auf diesem guten Fußball, den wir gezeigt haben, können wir aufbauen. Wir wollen diesen Schwung mit in die nächsten Spiele nehmen. Dann bin ich fest davon überzeugt, dass wir unsere Ziele erreichen und die Fans noch viel Spaß an uns haben werden.