NEWS: 21.09.2015

"Damit umgehen und weitergehen"

"Damit umgehen und weitergehen"
Sportdirektor Max Eberl nahm am Mittag zum Rücktritt von Trainer Lucien Favre Stellung.

Nach dem gestrigen Rücktritt von Trainer Lucien Favre stellte sich Sportdirektor Max Eberl am heutigen Montagmittag in einer Pressekonferenz den Fragen der zahlreichen Medienvertreter. Wir haben seine wichtigsten Aussagen zusammengefasst. Max Eberl über…

…die Gründe für den Rücktritt von Lucien Favre: Zunächst einmal bin ich sehr traurig, dass so eine unfassbar tolle, gemeinsame Zeit nun so zu Ende gegangen ist. Lucien Favre hat als Grund für seinen Rücktritt angegeben, dass er Sorge habe, nicht mehr die richtigen Lösungen zu finden und deswegen aus seiner Sicht nicht mehr der richtige Trainer für Borussia sei. Wenn man sechs Pflichtspiele in Folge verliert, ist es ganz normal, dass auch ein fantastischer Trainer wie er einmal ins Grübeln kommt, und sich ein Perfektionist wie Lucien Favre selbst in die Verantwortung nimmt. Wir haben alles versucht, ihn vom Gegenteil zu überzeugen, aber er hat sich davon nicht mehr umstimmen lassen.

…den gestrigen Tag: Am Sonntagmorgen hat mich Lucien Favres Berater angerufen und mich darüber informiert, dass Lucien zurücktreten möchte. Außerdem gab es auch Anrufe an Rolf Königs und Stephan Schippers. Wir haben uns dann um 8.30 Uhr im Büro getroffen, um mit Lucien und seinem Berater zu sprechen. Es war ein sehr intensives und gutes Gespräch. Wir haben Lucien gesagt, dass wir seine Kündigung nicht annehmen wollen, weil wir davon überzeugt sind, dass er nach wie vor der richtige Trainer ist, um gemeinsam aus diesem Loch herauszukommen. Doch Lucien hat weiter seine Meinung manifestiert. Am Nachmittag haben wir uns erneut getroffen, um noch einmal miteinander zu sprechen. Wir haben erneut bekräftigt, dass wir zusammen mit ihm den Weg weitergehen möchten. Aber er hat die ganze Argumentation nicht an sich herangelassen. Wir sind auseinander gegangen und haben gehofft, ihn vielleicht heute doch noch umstimmen zu können. Doch dann hat Lucien am Abend die Pressemittteilung herausgegeben, die uns zu diesem Zeitpunkt selbst überrascht hat. Damit hat er uns die Entscheidung endgültig abgenommen.

…die Reaktionen der Spieler: Viele Spieler hatten eine sehr enge Beziehung zum Trainer, und Lucien Favre hat nach wie vor einen sehr guten Draht zur Mannschaft. Natürlich waren auch die Spieler gestern überrascht, denn niemand hatte mit seinem Rücktritt gerechnet. Ebenso wie ich sind die Spieler enttäuscht und traurig, aber es muss jetzt weitergehen. Wir müssen nach vorne schauen.

…Lucien Favres Rücktrittsgesuche in der Vergangenheit: Es gab Situationen in der Vergangenheit, in der wir schon ähnliche Gespräche geführt haben. Es ist ja ganz normal, dass man trotz einer jahrelangen hervorragenden Arbeit auch mal Klippen umschiffen muss. Bis zum gestrigen Tag haben wir Lucien jedoch immer wieder überzeugen können, weiterzumachen. Er hat unserer Meinung nach perfekt zu Borussia gepasst, deswegen haben wir auch keinen Plan B in der Tasche. Natürlich muss man sich immer auf den möglichen Fall vorbereiten und sondiert den Markt, aber wenn man so kurzfristig mit einer solchen Situation konfrontiert wird, ist es sehr schwierig diese sofort zu lösen.

…den möglichen Nachfolger von Lucien Favre: Die Fußstapfen von Lucien Favre sind natürlich enorm groß. Die Messlatte liegt sehr hoch, nun einen geeigneten Nachfolger zu finden. Deswegen können wir auch keine schnelle Lösung präsentieren. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, für den Übergang André Schubert als neuen Cheftrainer zu installieren. Er wird zusammen mit Frank Geideck, Manfred Stefes, Uwe Kamps, Klaus Luisser und Andi Bluhm die Mannschaft führen. Wir hoffen, dass wir dem Team einen Impuls geben können, wenn nun ein frischer und unverbrauchter Typ die Aufgabe angeht. André Schubert genießt unser volles Vertrauen, er ist aber definitiv eine Lösung für den Übergang. Wie lange dieser Übergang dauern wird, kann ich heute noch nicht sagen. Wir haben ein paar Dinge im Kopf, die ich aber nicht kundtun möchte, weil auch wir erst mal überlegen und Gespräche führen müssen. Wir werden nicht in Hektik verfallen und versuchen, das Bestmögliche für Borussia zu tun. Das kann etwas Zeit in Anspruch nehmen, aber ich bin davon überzeugt, dass wir eine gute Lösung finden werden.

…André Schubert: Wir haben heute Morgen mit ihm gesprochen und er hat sich sofort bereit erklärt, uns zu helfen. Es ist eine große Aufgabe für ihn, aber André hat viel Lust darauf. Auf Grund der Englischen Wochen wird es natürlich nicht viele Trainingseinheiten geben. Aber er hat neue Ansätze, es gibt eine neue Ansprache, und zudem steht ein anderer Mensch vor der Mannschaft. Somit werden auf jeden Fall neue Reize gesetzt. Und so wie André seine Aufgabe in den ersten Stunden angegangen ist, habe ich ein gutes Gefühl. Er wird alles in die Waagschale werfen, um der Mannschaft ein neues Gefühl für das Spiel zu vermitteln. Allerdings sollte man ihn jetzt auch nicht mit Erwartungen überfrachten, auch für ihn es ist es eine neue Situation.

…die kommenden Tage: Wir dürfen uns jetzt nicht einigeln und in eine Art Schockstarre verfallen, sondern müssen jetzt den Blick nach vorne richten. In zwei Tagen wollen wir gegen den FC Augsburg ein erfolgreiches Spiel abliefern. Natürlich ist die Situation durch den Rücktritt nicht leichter geworden, aber wir können uns deswegen jetzt nicht in den Armen liegen und weinen. Wir müssen damit umgehen und werden weitergehen. Bei aller Verbundenheit zu Lucien Favre geht es am Mittwoch um drei wichtige Punkte – das muss allen klar sein.

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