NEWS: 29.10.2015

Gesteigert und durchgesetzt

Gesteigert und durchgesetzt
Jubel nach dem Führungstreffer: Ibrahima Traoré, Josip Drmic, Thorgan Hazard und Havard Nordtveit beglückwünschen Torschütze Lars Stindl.

Dank einer Leistungssteigerung nach der Pause steht die Fohlenelf im Achtelfinale des DFB-Pokals. Der gestrige 2:0-Sieg auf Schalke wurde jedoch durch eine erneute Verletzung getrübt.

In Lars Stindl stand einer der Matchwinner noch vor den Fernsehkameras und gab seine Einschätzung zum Pokalabend ab, als die meisten Borussen schon wieder auf den Rasen der Veltins-Arena in Gelsenkirchen zurückkehrten. Angeführt von Athletiktrainer Klaus Luisser liefen sich die Profis einige Runden im nahezu menschenleeren Stadion aus. Schnelle Regeneration ist die oberste Devise in diesen Englischen Wochen, in denen der Spielplan alle drei oder vier Tage eine neue Partie für die Fohlenelf vorsieht. „Wir müssen die Müdigkeit schnell aus den Beinen bekommen“, sagte Havard Nordtveit angesichts des anstehenden Spiels am Samstag (15.30 Uhr) bei Hertha BSC.

Spielverlauf auf den Kopf gestellt

Erschwerend kommt hinzu, dass die ohnehin nicht gerade dicke Personaldecke derzeit mit fast jeder Partie dünner wird. Am Mittwochabend überlagerte die Verletzung von Tony Jantschke, der eine schwere Kapsel-Bänderdehnung im rechten Schulterckgelenk (siehe Extrameldung) erlitten hat, die Freude über das Erreichen des Achtelfinals. Ohne die neuerliche Hiobsbotschaft, dass eine weitere Stammkraft der Fohlenelf mindestens am Wochenende fehlen wird, wäre es ein aus Sicht der Borussen ein rundum gelungener Pokalabend gewesen. „Es war unser Ziel, eine Runde weiterzukommen und deshalb sind wir überglücklich, dass wir gewonnen haben“, sagte Stindl, der kurz vor der Pause den Spielverlauf auf den Kopf gestellt hatte.

Nach dem Ausrutscher von Joel Matip schaltete der Angreifer blitzschnell, ließ sich auch vom grätschenden Sead Kolasinac nicht stoppen und schlenzte die Kugel unhaltbar ins linke, untere Eck. „Es war ein Tor aus dem Nichts, das uns in dieser Phase natürlich sehr gut getan hat“, befand Trainer André Schubert. Denn bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Schalker die Partie klar bestimmt. Sie drängten die Borussen tief in die eigene Hälfte und erspielten sich mehrere klare Torchancen. Doch entweder scheiterten sie am eigenen Unvermögen oder am glänzend aufgelegten Yann Sommer. „Wir hatten sehr viel Glück und einen überragenden Torwart“, räumte Schubert ein. „Die Schalker waren uns im ersten Durchgang in allen Belangen überlegen. Weder unser Spielaufbau hat funktioniert noch haben wir ein geordnetes Pressing hinbekommen. Das Einzige, was wir gut gemacht haben, war, dass wir in der Defensive um jeden Ball gekämpft haben.“

Wie verwandelt aus der Kabine

Alle diese Dinge sprach Schubert in der Pause an – und seine Schützlinge hörten offensichtlich sehr aufmerksam zu, denn nach der Pause präsentierte sich die Fohlenelf – selbstverständlich auch begünstigt durch die Führung – wie verwandelt. Mit Ausnahme eines Schusses von Klaas-Jan Huntelaar, den Sommer mit den Fäusten über die Latte lenkte, ließ sie defensiv kaum noch etwas zu. Und das Angriffsspiel lief nun wesentlich geordneter ab – so war es auch kein Zufall, dass die Borussen in der 52. Minute auf 2:0 erhöhten. Nach einem Steilpass von Ibrahima Traoré holte S04-Torwart Michael Gspurning Stindl kurz vor der Torauslinie von den Beinen. Thorgan Hazard ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte den Elfmeter zum bereits vorentscheidenden 2:0.

Vorentscheidend war dieser Treffer, weil die Borussen die Partie danach vollkommen im Griff hatten und ihrerseits sogar noch mehrere Möglichkeiten hatten, die Führung zu erhöhen. Dass sie diese ungenutzt ließen, spielte jedoch keine Rolle mehr, am Ende zogen sie souverän in die nächste Runde ein. „Der Aufbau, das Pressing, und das Umschaltverhalten haben wir in der zweiten Hälfte deutlich besser gemacht. Deshalb war der Sieg hinten heraus nicht unverdient“, bilanzierte Schubert. Nun blicken er und sein Team gespannt auf die Auslosung des Achtelfinals am Sonntagabend (19.30 Uhr) bei Sky90. Neben Borussia befinden sich acht weitere Erstligisten, fünf Zweitligisten sowie Drittligist Erzgebirge Aue und Regionalligist Unterhaching im Lostopf. Nach zuletzt neun Auswärtsspielen im DFB-Pokal hintereinander wünschen sich alle Beteiligten endlich wieder eine Partie im BORUSSIA-PARK. „Wir nehmen es, wie es kommt, doch ein Heimspiel wäre natürlich sehr schön“, sagte Stindl.

In Berlin in der Erfolgsspur bleiben

Bevor sich die Fohlenelf mit dem kommenden Gegner im Pokal-Wettbewerb beschäftigen kann, geht es am Samstagnachmittag (15.30 Uhr) schon wieder in der Bundesliga weiter. Beim bisherigen Überraschungsteam Hertha BSC möchte sie gerne in der Erfolgsspur bleiben. „Wir haben nicht viel Zeit, zu regenerieren und wissen, dass es ein hartes Stück Arbeit wird, dennoch wollen wir natürlich auch in Berlin gewinnen und dort unseren positiven Lauf fortsetzen“, sagte Nordtveit. Die personelle Lage ist jedoch weiterhin angespannt. Zu den vier Langzeitverletzten (Martin Stranzl, Patrick Herrmann, Nico Schulz und André Hahn) gesellt sich wie eingangs erwähnt nun auch Tony Jantschke. Zudem musste Julian Korb wegen eines „Pferdekuss“ am Oberschenkel ausgewechselt werden. Sein Einsatz ist damit ebenso noch fraglich wie der Roel Brouwers (Rückenbeschwerden) und Raffael (grippaler Infekt).

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