NEWS: 10.05.2016

„Wer unsere Arbeit verfolgt hat …“

„Wer unsere Arbeit verfolgt hat …“
Sportdirektor Max Eberl

Standpunkt: Borussias Sportdirektor Max Eberl spricht über den überraschenden Verlauf des 33. Spieltags, die Aussichten für die Champions League-Playoffs und die Fragen nach einem Trainerwechsel.

Max, am Samstag lief alles für Borussia, der eigene 2:1-Sieg gegen Leverkusen, dazu die Heimniederlage von Hertha BSC gegen Darmstadt und das Unentschieden von Schalke gegen Augsburg. Borussia ist Vierter und der Vorsprung auf Platz fünf ist so groß, dass man davon ausgehen darf, dass die Qualifikation für die Playoff-Spiele für die Champions League in trockenen Tüchern ist. Ganz ehrlich: Hast Du damit am Samstagvormittag gerechnet?

Max Eberl: Nein, überhaupt nicht. Ich wusste, dass es für uns gegen Leverkusen sehr kompliziert werden würde. Und ich bin schon gar nicht davon ausgegangen, dass sowohl Hertha als auch Schalke Punkte liegen lassen würden. Ich bin von einer Entscheidung am 34. Spieltag ausgegangen. Der Ausgleich in Schalke fiel ja auch erst in letzter Minute, so dass wir auf einmal und ganz unverhofft Gewissheit hatten, dass Platz vier mit sehr großer Wahrscheinlichkeit sicher ist.

Drei Punkte und elf Tore Vorsprung auf den Fünftplatzierten – dürfen wir da schon offen über die Playoffs für die Champions League sprechen?

Max Eberl: Als Verantwortlicher in der Bundesliga ist man immer sehr vorsichtig, aber in diesem Fall denke auch ich, dass da nichts mehr passieren dürfte. Ich bekomme ja auch mit, dass unsere Fans bereits über die möglichen Gegner diskutieren und ich musste am Samstagabend in der Mixed Zone auch schon über unsere Chancen, die Gruppenphase zu erreichen, sprechen. Wir wollen und werden uns das am letzten Spieltag sicher nicht mehr nehmen lassen.

Borussia spielt nach 2012/13 zum zweiten Mal in den Playoffs für die Champions League. Damals war man Dynamo Kiew unterlegen und spielte in der Europa League weiter. Sind diesmal die Chancen besser?

Max Eberl: Wir sind vier Jahre weiter und haben in dieser Zeit drei Mal international gespielt. Ich denke schon, dass wir uns weiterentwickelt haben. Aber wir werden mit sehr großer Wahrscheinlichkeit bei der Auslosung nicht gesetzt sein, obwohl wir inzwischen einige Punkte für die UEFA-Rangliste gesammelt haben und dort immerhin auf Platz 49 geklettert sind. Das heißt, dass wir es mit einem sehr starken Gegner zu tun bekommen werden. Aber ich glaube auch nicht, dass sich einer von den anderen Klubs freut, wenn er uns als Gegner bekommt.

Wie ist Platz vier nach dieser Saison zu bewerten?

Max Eberl: Man kann dieses Resultat meiner Meinung nach nicht hoch genug schätzen. Es ist weit mehr als das, was wir vor dieser Saison erwartet und erhofft haben. Und da wussten wir noch nicht, dass wir mit fünf Niederlagen in die Saison starten und einen neuen Trainer benötigen würden. Ich habe jetzt gelesen, dass in der Bundesliga noch nie eine Mannschaft, die die ersten fünf Spiele verloren hat, am Ende noch einen einstelligen Tabellenplatz geschafft hat. Und wir werden Vierter!

Wie sehr ärgert es Dich, dass Du zuletzt immer wieder Fragen nach der Zukunft von André Schubert beantworten musstest?

Max Eberl: Ich frage mich schon, was der Grund für diese immer wiederkehrenden Fragen ist. Ich dachte, dass ich mich bei unserer Mitgliederversammlung vor drei Wochen eindeutig geäußert hätte, und das ungefragt. Das war nach den Niederlagen in Ingolstadt und Hannover, die uns allen nicht gefallen haben. Danach haben wir gegen Hoffenheim gewonnen, in München gepunktet und gegen Leverkusen gewonnen und ich hatte nicht das Bedürfnis, meine Aussagen ständig zu wiederholen. Aber nach jedem dieser Spiele kamen wieder die Fragen nach dem Trainer. Ständig werden neue Gerüchte gestreut, zu denen ich mich äußern soll, das macht irgendwann keinen Spaß mehr. Ich verstehe, dass die Journalisten ihren Job machen müssen, aber ich verstehe nicht, woher die Zweifel an meiner Glaubwürdigkeit kommen.

Von Seiten der Medien kommt der Einwand, Du könnest ja einfach sagen, dass André Schubert auch in der nächsten Saison Trainer bei Borussia ist …

Max Eberl: Aber das habe ich bei der Mitgliederversammlung schon klar gesagt. Und wie schon gesagt: Ich habe auch nicht die Notwendigkeit gesehen, es ständig zu wiederholen, denn von uns wird Vertrauen in den Trainer gelebt. Ich muss nicht einen Satz nachplappern, den irgendjemand unbedingt hören will. Und eine Woche später soll ich den Satz wieder sagen? Ich denke, dass wir hier in den letzten Jahren sehr erfolgreich gearbeitet haben und in dieser Zeit immer geradlinig waren. Das sollte jeder wissen, der uns begleitet. Deshalb wundern mich die Fragen und deshalb nerven sie mich, vielleicht so sehr, dass ich absichtlich nicht das gesagt habe, was alle hören wollten. Also: Wer unsere Arbeit in den letzten Jahren verfolgt hat, der weiß, dass André Schubert in der nächsten Saison unser Trainer ist.

Für die Spieler ist die Saison fast vorbei, für Dich gibt es noch einiges zu tun. Wie sehen die nächsten Wochen für Dich aus?

Max Eberl: Einspruch! So ganz ist die Saison für die Spieler noch nicht vorbei. Wir wollen auch das Spiel in Darmstadt noch gewinnen und danach steht für uns noch die Fohlentour in die Schweiz an, wo wir den Verein gut vertreten wollen. Danach sollen die Jungs ihren Urlaub genießen und wir werden unsere Arbeit machen und dafür sorgen, dass wir auch in der nächsten Saison wieder eine gute Mannschaft auf den Platz stellen können.

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