NEWS: 14.03.2011

„Wenn wir so weitermachen, werden wir es schaffen“

„Wenn wir so weitermachen, werden wir es schaffen“
Vizepräsident Rainer Bonhof

Standpunkt: Vizepräsident Rainer Bonhof über das 1:1 in Bremen, die Situation im Abstiegskampf und das nächste Spiel am Freitag gegen den 1. FC Kaiserslautern.

Rainer, Sie haben am Samstag in Bremen Freunde besucht, der Verlierer des Spiels sollte das Abendessen bezahlen. Wer von Ihnen hat sich nach dem 1:1 denn als Sieger gefühlt?

Rainer Bonhof: Für uns war das ein ganz wichtiger Punkt für die Moral. Es war wichtig, mal zwei Spiele hintereinander zu punkten. Werder war über weite Strecken überlegen, aber wir sind bis zum Ende im Spiel geblieben und haben am Schluss sehr auf den Ausgleich gedrängt. Dieser Willen ist belohnt worden. Ich habe mich also eher als Sieger gefühlt. Das Abendessen haben wir uns trotzdem geteilt …

Borussia hat unter Lucien Favre nun sieben Punkte aus vier Spielen geholt, nur einmal verloren. Lässt sich an diesen vier Spielen schon ein Trend festmachen?

Rainer Bonhof: Wenn wir so weiter punkten, werden wir den Klassenerhalt schaffen. Was mich zuversichtlich stimmt, ist die Tatsache, dass wir insgesamt besser stehen und weniger Gegentreffer kassieren, selbst in Spielen wie in Wolfsburg oder Bremen, in denen die Gegner viel Druck gemacht haben. In vier Spielen vier Gegentore, also eins pro Spiel, das ist richtig gut. Weniger als ein Gegentor pro Spiel hat in dieser Saison nur Borussia Dortmund bekommen. Diese Quote zu halten wird sicher nicht so einfach.

Durch die Siege von Stuttgart und Kaiserslautern ist Borussias Abstand auf die Plätze 15 (Eintracht Frankfurt) und 16 (FC St. Pauli) jetzt wieder auf fünf Punkte angewachsen. Wie ist die Lage in der Abstiegszone zu beurteilen?

Rainer Bonhof: Die Abstiegszone beginnt bei Werder Bremen auf Platz zwölf, die haben nur einen Punkt mehr als St. Pauli. Es sind also sieben Mannschaften verwickelt, das wird dieses Jahr eine ganz spannende Sache. Wir sind gut beraten, weiter nur auf uns zu schauen und weiter zu punkten. Es ist jedenfalls kaum vorherzusagen, wie viele Punkte diesmal nötig sind, um drin zu bleiben. Vermutlich sind es mehr als in den letzten Jahren.

Bremen hat von den letzten drei Spielen keins verloren, Stuttgart sogar alle drei gewonnen. Welche Teams werden am Ende Borussias Konkurrenten sein?

Rainer Bonhof: Dem Trend der letzten Wochen zufolge werden es eher Wolfsburg, St. Pauli, Frankfurt und Kaiserslautern sein als Bremen und Stuttgart. Aber nochmal: Wir müssen auf uns selber schauen. Mit 13 Punkten aus neun Spielen stehen wir in der Rückrundentabelle auf Platz acht, wenn wir so weitermachen, werden wir den Klassenerhalt schaffen. Und dann ist mir egal, wen wir hinter uns lassen.

Wie wichtig sind die letzten Ergebnisse auch für den Rückhalt der Fans?

Rainer Bonhof: Sie waren sehr wichtig, denn man konnte genau spüren, dass die Fans wieder an die Mannschaft glauben und dass sie daran glauben, dass wir noch eine Chance haben. Die Fans haben ein sehr gutes Gespür dafür, in welchen Situationen die Mannschaft ihre Unterstützung braucht, das hat man auch jetzt in Bremen wieder gut hören und sehen können. Und man hat auch gesehen, dass dieser Funke dann auf die Mannschaft übergesprungen ist. Am Ende wird auch dieser Rückhalt der Fans mitentscheidend sein.

Seit Beginn der Rückrunde wird jedes Spiel von Borussia als „Schicksalsspiel“ ausgerufen. Jetzt kommt am Freitag der 1. FC Kaiserslautern in den BORUSSIA-PARK. Ist das ein Spiel, das die Bezeichnung „Schicksalsspiel“ verdient?

Rainer Bonhof: Erst einmal tue ich mich generell schwer damit, im Fußball von Schicksal zu sprechen. Das Spiel am Freitag ist für uns sehr, sehr wichtig. Aber das alles entscheidende Spiel steht uns vermutlich erst später bevor. Am vorletzten oder letzten Spieltag. Oder sogar erst in der Relegation. Wenn ein einziges Spiel über Abstieg oder Klassenerhalt entscheidet, dann ist es ein Endspiel. Bis dahin ist jedes Spiel einfach nur sehr, sehr wichtig.

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