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NEWS: 30.12.2016

Herzlichen Glückwunsch, Berti Vogts!

Herzlichen Glückwunsch, Berti Vogts!
Borussia-Legende Berti Vogts feiert heute seinen 70. Geburtstag. Foto: imago/Borussia.

Am heutigen 30. Dezember feiert Berti Vogts seinen 70. Geburtstag. Im Interview spricht die Vereinslegende über seine Borussia, die auf diesem Wege alles Gute wünscht!

Hans-Hubert „Berti“ Vogts war 18 Jahre jung, als er im Sommer 1965 vom VfR Büttgen zum damaligen Bundesliga-Aufsteiger Borussia wechselte – und hier bis zum Ende seiner aktiven Karriere 1979 blieb. Neben "Hacki" Wimmer und Horst Köppel war der frühere rechte Verteidiger als einziger Spieler bei allen fünf deutschen Meisterschaften zwischen 1970 und 1977 dabei. Mit 419 Einsätzen in der Bundesliga hält er bis heute den Gladbacher Vereinsrekord. Zum Ehrentag haben wir uns mit dem Mann, der die Raute immer noch im Herzen trägt, unterhalten.

Herr Vogts, wenn Sie Ihren 70. Geburtstag mit allen Weggefährten aus dem Fußballgeschäft feiern wollten, könnten Sie vermutlich ein Stadion füllen. Wie also verbringen Sie Ihren heutigen Ehrentag?

Vogts: Ich feiere meinen Geburtstag ganz zurückgezogen im Schwarzwald. Es wird kein großes Fest, das hole ich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt nach. Zwischen Weihnachten und Silvester sind ja ohnehin viele Leute verreist und gar nicht da. Ich feiere also im engsten Kreis.

Sie sind ab 1979 als Jugendnationaltrainer, später als Bundestrainer und Nationaltrainer im Ausland aktiv gewesen. Doch prägend für Ihr Lebenswerk war doch sicher die Zeit als Spieler bei Borussia, oder?

Vogts: Ich hatte hier bei Borussia vielleicht die schönste Zeit meines Lebens. Das wird mir immer wieder bewusst. Zum Beispiel in Momenten wie gerade, wenn ich Rainer treffe, meinen alten Zimmerkumpel. Da sind Freundschaften fürs Leben entstanden. Zu einigen Mitspielern, aber eben auch zu Borussia als Verein.

Sie waren als 18-Jähriger gleich am ersten Bundesliga-Spieltag in der Startelf, haben immer gespielt. Hatten Sie damit gerechnet?

Vogts: Nein, überhaupt nicht. Deswegen wollte ich ja unbedingt meine Lehre abschließen und habe dann auch noch ein halbes Jahr als Geselle gearbeitet, weil ich eigentlich Technischer Zeichner werden wollte. Das war mein Plan, falls es mit dem Fußball nicht klappt. Und davon bin ich damals ausgegangen.

Aber dann haben Sie in den ersten sieben Jahren 223 Bundesligaspiele in Folge für Borussia absolviert, ohne eine Minute zu verpassen. Was war Ihr Geheimnis?

Vogts: Das war reines Glück. Der liebe Herrgott hat vielleicht geholfen. Ich hatte nie muskuläre Probleme und nur wenige Verletzungen bis zu meinem Beinbruch am Ende der 14 Jahre als Profi.

Egal, mit welchem Borussia-Stürmer aus dieser Ära man spricht, die hatten alle Angst, im Training gegen Sie spielen zu müssen.

Vogts: Wenn bei Sturm gegen Abwehr Jupp Heynckes gegen mich ran musste, waren wir nicht immer gut Freund miteinander. Manchmal hat Weisweiler mich im Trainingsspiel auch gegen einen bestimmten Spieler gestellt, der vielleicht im letzten Spiel nicht gut war. Dem sollte ich dann Dampf machen. Für die anderen war es nicht einfach gegen mich.

Sie haben als einziger Star dieser Zeit nie den Absprung zu einem vielleicht noch größeren Verein im Ausland gesucht. Hatten Sie keine Gelegenheit oder wollten Sie nicht?

Vogts: Ich habe es abgelehnt. Ich hatte ein Angebot von Ajax Amsterdam, und Johan Cruyff wollte unbedingt, dass ich komme. Das habe ich Weisweiler gesagt, der regelrecht erschrocken war. Und dann hat Grashoff etwas auf mein Gehalt draufgelegt, ohne dass ich groß darum gebeten hätte. Ich bin aber auch aus Überzeugung immer geblieben und würde es wieder so machen.

In Ihrer letzten Saison als Spieler 1978/79 haben Sie sich früh in einem Pokalspiel gegen den Wuppertaler SV Wadenbein und Knöchel gebrochen. Am Ende der Spielzeit kamen Sie aber noch einmal zurück…

Vogts: …obwohl ich schon gar nicht mehr wollte. Aber die Mannschaft lief Gefahr, abzusteigen.

Wie lief das mit der Rückkehr und der Rettung?

Vogts: Das war Allan Simonsens Verdienst. Trainer Udo Lattek hatte mich und den ebenfalls verletzten Wolfgang Kleff im Winter schon abgeschrieben. Als ich wieder gesund war, haben wir im Training erste Elf gegen B-Elf gespielt, und die B-Elf hat mit mir als Libero immer gewonnen. Da ist Allan zu Grashoff gegangen und hat gefragt: Warum spielt der Berti nicht? Dann habe ich schließlich noch sechs Spiele in der Bundesliga gemacht, in denen wir acht Punkte geholt haben und uns retteten. Und dazu noch die letzten drei Spiele im UEFA-Cup, den wir gewonnen haben. Dann war Schluss für mich.

Sie waren damals 32 Jahre alt, hatten gerade ein fulminantes Comeback gegeben. Warum der Schlussstrich?

Vogts: Es ging nicht mehr, längere Zeit auf diesem Niveau zu spielen. Das waren Spätfolgen meiner Verletzung. Nach dieser Saison war klar, dass Lattek gehen würde und Jupp Heynckes übernimmt. Manager Grashoff hat mir angeboten, mit Jupp zusammen ein Trainergespann zu bilden, aber das habe ich abgelehnt. Das hätte auch nicht funktioniert. Zwar hatten wir ähnliche Ideen vom Fußball, aber es muss einer das Sagen haben, und mit Jupp hatte Borussia ihre Wahl schon getroffen. Die war richtig, wenn man seinen weiteren Weg als Trainer sieht. Ich hatte auch ein Angebot, als Trainer zum DFB in den Nachwuchsbereich zu gehen. Das habe ich dann gemacht. Grashoff war aber lange sauer auf mich.

Wenn Sie jetzt auf Borussia schauen, wo führt ihrer Meinung nach der Weg hin?

Vogts: Ich glaube, dass wir ein schwieriges Jahr durchlaufen, und das müssen wir gut hinter uns bringen. Und danach glaube ich schon, dass Borussia sich langfristig unter den besten sieben Klubs in der Liga wiederfinden kann. Vorausgesetzt, der Verein geht den Weg der Kontinuität weiter. Vielleicht schaffen wir es nochmal ins Pokalfinale und nehmen einen DFB-Pokalsieg mit. Dafür sollte jeder alles geben.

Die Ansprüche sind seit der überstandenen Relegation 2011 auch in Mönchengladbach wieder gewachsen.

Vogts: Ja, es waren zuletzt drei Jahre, in denen die Mannschaft wieder ganz gut gespielt hat. Und ich kann die Fans auch verstehen, wenn sie im Sommer vom „besten Kader aller Zeiten“ gelesen haben und dagegen jetzt sehen, wo das Team in der Tabelle steht. Ich glaube aber nicht, dass Borussia in ein Missverhältnis mit dem Publikum gerät. Denn die Fans im BORUSSIA-PARK sind toll, und die große Mehrheit der Zuschauer kann die aktuelle Situation auch richtig einordnen.

Das komplette Interview mit Berti Vogts gibt es in der aktuellen Ausgabe des „FohlenEcho – das Magazin für Mitglieder von Borussia Mönchengladbach“ zu lesen.

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