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Borussia News

NEWS: 04.01.2017

„Ich bin jetzt 100 Prozent Borussia“

„Ich bin jetzt 100 Prozent Borussia“
Sportdirektor Max Eberl und Borussias neuer Trainer Dieter Hecking in der Pressekonferenz am heutigen Mittwoch.

Vor dem Trainingsauftakt nach der Winterpause haben sich der neue Trainer Dieter Hecking und Sportdirektor Max Eberl in einer Pressekonferenz geäußert.

Dieter Hecking über…

…die Kontaktaufnahme mit Borussia: Es gab in der Zeit nach meiner Entlassung in Wolfsburg die eine oder andere Anfrage aus der Bundesliga. Aber das hat mit nicht so zugesagt. Aber als Max dann den Kontakt gesucht hat, habe ich schon im ersten Gespräch den Impuls gespürt, das gerne machen zu wollen. Das war für mich ausschlaggebend zu sagen: Ich will in der Bundesliga-Rückrunde nicht mehr nur zu Hause sein, den Garten pflegen, mit den Hunden gehen und Golf spielen (lacht). Die Gespräche mit Max Eberl und Borussia waren dann sehr vertrauensvoll und sehr offen. Ich bin sehr froh, dass ich das Traineramt bei Borussia übernehmen darf. Aber natürlich ist es auch immer schade, wenn ein Kollege seinen Job verliert. André Schubert hat eine tolle Zeit bei Borussia gehabt, auch Lucien Favre davor hat sehr gut gearbeitet. Ich freue mich auf diese Aufgabe. Ich bin jetzt 100 Prozent Borussia. Ich passe zum Verein, denn: Ja, ich kann Erfolg. Ja, ich kenne die Situation, eine Mannschaft aus den unteren Gefilden wieder nach oben zu führen. Ja, ich kann mit jungen Spielern arbeiten.

…den Verein: Es ist ein toller Verein. Borussia hat in den vergangenen Jahren Hervorragendes geleistet, nicht nur auf dem Platz, auch im Umfeld. Der VfL ist in Deutschland einer der beliebtesten Vereine. Der sportliche Erfolg ist nicht selbstverständlich, dafür haben sie hart gearbeitet. Das sind auch Dinge, die mich als Ur-Westfale auszeichnen: Ich liebe die Arbeit. Mir macht es Spaß, 24 Stunden am Tag über Fußball nachzudenken. Auch die Seriosität und die Geradlinigkeit des Vereins passen gut zu mir.

…die Tatsache, dass er schon mal für Borussia gespielt hat: Es ist schon etwas Besonderes. Als ich das erste Mal wieder nach Mönchengladbach gefahren bin, kamen die Erinnerungen hoch. Gestern Abend habe ich zu meiner Frau noch gesagt: Hier war der Bökelberg und dort war das Hotel, in dem ich die ersten sechs Wochen gewohnt habe. Hier hat mal alles angefangen und jetzt habe ich die Möglichkeit, an dem, was mir damals etwas vergönnt war, nämlich der ganz große sportliche Erfolg in Mönchengladbach, nachhaltig zu arbeiten. Ich hoffe, dass ich einen bleibenden Eindruck hinterlasse.

…seine kurzfristigen Ziele: Die Momentaufnahme ist nicht Platz vier oder fünf. Die Momentaufnahme ist untere Tabellenregion. Da gilt es erst einmal das Hauptaugenmerk drauf zu legen. Ich werde versuchen, die Mannschaft wieder zu stabilisieren und ihr Selbstvertrauen zu geben. Das war ein bisschen das Problem am Ende der Hinrunde. Wir haben eine kurze Vorbereitungsphase von zweieinhalb Wochen. In dieser Zeit müssen wir als Gruppe relativ schnell zusammenwachsen. Die Gruppe muss sich auf einen neuen Cheftrainer einstellen, vielleicht auf einen neuen Führungsstil. Wir müssen als Einheit auftreten und die Bundesliga annehmen. Wenn wir da erfolgreich sind, können wir uns über Europapokal und DFB-Pokal Gedanken machen. Ich kann nur sagen: Der Pokal ist der schnellste Weg in Deutschland, einen Titel zu holen. Wenn man die Chance hat und eine günstige Auslosung hat, würden wir sehr gerne nach Berlin fahren. Aber das ist mir im Moment noch zu weit weg. Jetzt geht es erst einmal darum, in der Bundesliga Punkte zu holen. Die Mannschaft hat die Qualität dazu, wenn sie wieder zu Stabilität findet. Viele Spiele in der Hinrunde hingen am seidenen Faden, die hätte man auch gewinnen können.

…die fußballerische Ausrichtung der Mannschaft: Ich weiß, dass ich eine sehr spielstarke Mannschaft vorfinde. Diese Qualität gilt es, unbedingt auf den Platz zu bringen. Ich will nicht nur eine grätschende Mannschaft haben. Aber wir müssen schon Zweikämpfe gewinnen. Wir müssen gegen den Ball mit Tempo arbeiten. Gerade die Mannschaften, die momentan erfolgreich sind, leben von ihrer Geschlossenheit und unwahrscheinlichen Dynamik gegen den Ball. Dann gibt es die Möglichkeit einer Balleroberung, und dann kommt das schnelle Umschaltspiel. Das ist der favorisierte Spielstil in der Bundesliga. Borussia bietet alle Möglichkeiten, genau das zu spielen. Aber die Grundvoraussetzung ist immer die Arbeit gegen den Ball. Dann kommt die individuelle Qualität, die Borussia hat. Dann kann man erfolgreichen und attraktiven Fußball spielen. Es ist immer mein Ziel, dass meine Mannschaften offensiv ausgerichtet sind. Das Spielsystem werden wir dann zusammen mit der Mannschaft erarbeiten. Ich kann nicht sagen: Ich finde dieses System gut, aber die Mannschaft fühlt sich damit nicht wohl. Es muss ein Miteinander stattfinden.

…den bisherigen Kontakt zur Mannschaft: Ich habe bewusst noch nicht den ganz großen Kontakt zu den Spielern gesucht. Mit Lars Stindl habe ich mich länger ausgetauscht. Ihn kenne ich ein bisschen durch meinen Wohnort Hannover. Gerade als Kapitän hat er mir ein sehr gutes Bild von dem Ist-Zustand der Mannschaft gegeben. Das war das wichtigste Gespräch, was ich in meinem Urlaub zu führen hatte.

…die Fans von Borussia: Die Fans sind grandios. Es war immer ein Erlebnis für mich, hier im BORUSSIA-PARK ein Spiel zu erleben. Die Fans müssen wir mitnehmen. Wir können keinen Vorschuss von ihnen erwarten, wir haben ein bisschen an Kredit verloren durch die vergangenen Wochen, den müssen wir uns zurückholen.

…die familiäre Situation: Meine Frau hat die Zeit, in der ich zu Hause war, sehr genossen, weil wieder einer da war, der ihr ein bisschen unter die Arme greifen konnte – wenn auch nur mit halber Kraft, denn der klassische Hausmann bin ich nicht (lacht). Ich hatte mit Hannover und Wolfsburg zweimal das Glück, Heimatort mit Arbeitsplatz in Verbindung bringen zu können. Jetzt ist es eine Entfernung von 270 Kilometern. Das ist machbar, aber natürlich werde ich mir jetzt eine Wohnung in Mönchengladbach suchen. Mein Sohn macht ein Praktikum in Luxemburg und zieht danach nach Aachen, die zweite Tochter zieht nach Hagen, also auch beides mehr im Westen. Meine Frau wird jedoch weiter in Hannover wohnen bleiben. Das ist mir wichtig, dass wir dort weiter unseren sozialen Mittelpunkt haben. Meine Familie ist gewohnt, dass sie sich auf Reisen machen muss, um mich zu sehen. Das haben wir in der Vergangenheit gut hinbekommen und werden es auch in Zukunft schaffen.

Max Eberl über…

…die Gründe für den Trainerwechsel: Wir haben im Dezember gespürt, dass wir etwas Neues machen wollen und einen neuen Impuls brauchen, um in der Bundesliga wieder in die Gefilde zu kommen, die wir uns vorstellen. Wir hatten in der gemeinsamen Diskussion mit André Schubert das Gefühl, dass es schwer werden würde mit ihm. Dementsprechend haben wir uns nach dem letzten Spiel entschieden, uns von ihm zu trennen und in Dieter Hecking einen Trainer zu holen, der die Situation, in der wir uns befinden, gut kennt. Wir wollen Aufbruchstimmung. Ein neuer Trainer bringt neue Ideen, eine neue Ansprache. Spieler, die vielleicht bei dem einen Trainer außen vor waren, haben unter dem neuen Trainer wieder eine neue Chance, sich zu zeigen. Es ist jedoch nicht unsere Intention, ein Hire-and-Fire-Verein zu sein, der die Trainer reihenweise entlässt, wenn sie keinen Erfolg haben. Unsere Intention ist es, so lange wie möglich an Trainern festzuhalten und ihnen Vertrauen zu geben. Wir wissen, dass Trainer oftmals die ärmsten Schweine sind und als Erstes dran glauben müssen. Das darf aber nicht sein. Wir als Verein wollen Kontinuität leben.

…Dieter Hecking: Dieter Hecking ist ein Trainer, der Erfolg kann, der mit jungen Spielern kann und der sehr gut zu Borussia Mönchengladbach passt. Deswegen waren wir als Verein sehr froh, dass Dieter auf dem Markt war und bereit war, uns zu helfen. Dementsprechend war der Entschluss, Dieter Hecking als Cheftrainer einzustellen, schnell gefasst. Wir hoffen, dass er seine Erfahrung und Qualität, die er schon in vielen Vereinen nachgewiesen hat, auch im BORUSSIA-PARK einbringen und an den Tag legen wird, um mit uns gemeinsam erfolgreich zu sein. Vielleicht können wir dann das große Ziel Einstelligkeit und in den zwei Pokalwettbewerben das Bestmögliche erreichen.

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