Suchen

Borussia News

NEWS: 10.01.2017

„Die Zeit mit der Mannschaft noch genießen“

„Die Zeit mit der Mannschaft noch genießen“
Christofer Heimeroth im Trainingslager in Marbella.

Borussias Torhüter Christofer Heimeroth spricht über sein womöglich letztes Trainingslager mit der Fohlenelf, seinen Status in der Mannschaft und seinen Eindruck vom neuen Cheftrainer.

Christofer, du bist der dienstälteste Borusse und hast dadurch von allen Profis zwangsläufig die meisten Trainer bei Borussia erlebt. Wie ist dein Eindruck von Dieter Hecking und Dirk Bremser?

Heimeroth: Ich habe einen sehr guten und positiven Eindruck. Man merkt, dass Dieter Hecking unglaublich viel Erfahrung hat. Er weiß, wovon er spricht und hat vieles schon erlebt. Er kennt den Fußball in- und auswendig und arbeitet sehr akribisch. Er fordert viel von den Spielern, aber er fördert auch. Das ist genau das Prinzip, das wir auch bei den Torhütern versuchen, umzusetzen. Mit seinem Co-Trainer ist er schon lange ein eingespieltes Gespann. Man merkt, dass das funktioniert. Frank Geideck ist in meinen Augen eine sehr gute Ergänzung dazu. Alles in allem denke ich, dass Max Eberl eine sehr gute Wahl getroffen hat und wir eine gute Mischung im Trainerteam haben.

Hast du eigentlich mitgezählt, dein wievieltes Trainingslager das aktuelle ist?

Heimeroth: Eigentlich kann man es hochrechnen. Es sind immer mindestens zwei im Jahr. Es gab aber auch Spielzeiten, in denen wir dreimal im Trainingslager waren oder zumindest noch kurzfristig eins eingeschoben haben. Ich dürfte bestimmt auf 25 Trainingslager bei Borussia kommen. Und davor habe ich mit Schalke ja auch schon einige absolviert.

Ist dieses Trainingslager denn dein letztes?

Heimeroth: Mein Vertrag läuft am Saisonende aus. Deshalb kann man erst einmal davon ausgehen. Wie sich die Sache im weiteren Verlauf entwickelt, muss man mal sehen. Grundsätzlich traue ich mir von meiner körperlichen Verfassung und meiner Leistungsfähigkeit her zu, auch noch weiterzuspielen. Aber vertraglich sieht es so aus, dass im Sommer Schluss ist mit dem aktiven Fußball.

Denkst du in diesen Tagen schon mal daran, dass es womöglich dein letztes Trainingslager als Profifußballer ist?

Heimeroth: Da denkt man schon mal drüber nach und denkt sich, das sollte man noch mal genießen. Die Zeit als Profifußballer ist schließlich die schönste, die man haben kann.

Ist man angesichts des intensiven Trainingsprogramms denn nicht auch froh, wenn man das nicht mehr absolvieren muss?

Heimeroth: Froh wäre ich nicht. Dafür bin ich zu gerne Sportler und Fußballer. Und dafür bin ich auch zu gerne mit den Jungs zusammen. Es macht mir großen Spaß. Ich weiß, dass die Zeit kommt, wo das anders sein wird. Darauf freue ich mich auch. Aber bis dahin genieße ich noch die Zeit mit der Mannschaft.

Was würdest du denn auf keinen Fall vermissen an den Trainingslagern?

Heimeroth: Meine Familie, die ja relativ groß ist, über mehrere Tage nicht zu sehen, ist etwas, das mir nicht leicht fällt. Wenn ich diese Reisen als Spieler nicht mehr habe, werde ich das bestimmt nicht vermissen, sondern die Zeit, die ich dann zu Hause bin, sehr genießen.

Du bist seit Jahren als Ersatz für die etatmäßige Nummer eins bei Borussia fester Kaderbestandteil. Hat sich deine Rolle im Team in den vergangenen Monaten oder Jahren verändert?

Heimeroth: Nein. Wir haben in Yann und Tobi eine klare Nummer eins und zwei. Das ist eindeutig geregelt. Ich sehe mich dahinter als denjenigen, der zur Stelle ist, wenn Not am Mann ist und den beiden auch Druck macht. Es ist ja nicht so, dass ich mich zurücklehne im Training. Ich möchte schon meine Leistung bringen. Dafür bin ich Sportler und zu ehrgeizig. Letztlich geht es darum zu fördern und zu fordern. Und ich habe auch einen Wert für die Mannschaft, der nichts mit Fußball zu tun hat.

Das wird von deinen Teamkollegen immer wieder betont. Bist du als erfahrenster Akteur im Kader in Trainingslager-Zeiten besonders gefragt als Ansprechpartner, gerade bei den jüngeren Spielern?

Heimeroth: Natürlich unterhält man sich hier öfter und auch länger miteinander, weil man hier auch ganz einfach die Zeit dazu hat. Nach dem Essen sitzen wir deshalb gerne nochmal bei einem Kaffee zusammen. Aber es ist nicht so, dass ich jetzt für die jungen Spieler der Ansprechpartner für alle Situationen oder Probleme bin. Wenn jemand kommt, spreche ich natürlich mit demjenigen. Aber ansonsten versuche ich auch vorzuleben, was wichtig ist im Fußball.

Mal ehrlich: Kannst du manchem Gespräch der jungen Spieler inhaltlich noch folgen?

Heimeroth: (schmunzelt) Es stimmt schon, die Jungs haben eine ganz andere Sichtweise auf gewisse Dinge. Sie haben ganz andere Interessen, wachsen auch ganz anders auf. Das ist interessant und hält mich auf der einen Seite auch selber jung. Auf der anderen Seite merkt man natürlich Unterschiede. Es gibt dann Themen, bei denen die jungen Spieler gar nicht mehr mitreden können, weil sie das selbst nicht miterlebt haben. Aber die Fußballersprache ist in all den Jahren gleich geblieben. Und da bin ich auch zu Hause.

Sofern deine aktive Karriere im Sommer enden sollte: Hast du schon konkrete Pläne für die Zeit danach?

Heimeroth: Ich habe mit dem Verein darüber gesprochen und die grobe Planung sieht vor, dass ich nach meiner aktiven Karriere im Jugendtorwartbereich arbeiten könnte. Was genau und wie genau, das muss man dann noch besprechen und entscheiden.

Abschließende Frage: Du hast auf allen Reisen mit Borussia immer ein Doppelzimmer mit Tony Jantschke belegt. Wenn du im Sommer aufhörst, müsste er sich einen neuen Zimmerpartner suchen. Kannst du Tony als Zimmergenossen denn empfehlen?

Heimeroth: (lacht) Ich denke, der Tony wird ab da ein Einzelzimmer nehmen. Es dürfte schwer werden, mir als sein Zimmerpartner das Wasser zu reichen.

Weitere News

Jantschke und Heimeroth bei „Borussia hautnah“

Jantschke und Heimeroth bei „Borussia hautnah“ 25.10.2017

„Borussia hautnah“ ist zurück: Als erste Gäste der Sendung sind am heutigen Mittwochabend Tony Jantschke und Christofer Heimeroth zu Gast bei Radio 90,1.

Jetzt Geschenke finden

Hier Tickets sichern

Böklunder