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NEWS: 13.03.2017

Viel investiert, diesmal nicht belohnt

Viel investiert, diesmal nicht belohnt
Niedergeschlagene Borussen nach dem späten Siegtreffer des HSV.

Auch wenn spielerisch nicht alles rund lief, an Einsatz und Willen hat es der Fohlenelf beim 1:2 in Hamburg nicht gemangelt. Zwei ausgelassene große Chancen in der ersten Halbzeit waren aus Sicht der Borussen die Knackpunkte im Spiel.

Die Borussen verließen die Kabine im Hamburger Volksparkstadion gebündelt und gingen zügig die wenigen Meter zum bereitstehenden Mannschaftsbus. Von der Polizei eskortiert machte sich die Fohlenelf eine knappe Dreiviertelstunde nach dem Abpfiff auf den Weg zum Flughafen. Es galt, keine Zeit zu verlieren, um möglichst schnell nach Hause zu kommen und mit der Regeneration für die anstehende letzte Englische Woche des Monats zu beginnen. Neben der rein physischen, spielt auch die mentale Frische der Borussen in diesen Tagen eine entscheidende Rolle. „Wenn diese mentale Frische fehlt, kommt es vor, dass man eben nicht immer im richtigen Moment die richtige Entscheidung trifft“, sagte Borussias Trainer Dieter Hecking nach 90 intensiven Minuten beim Hamburger SV, in denen seine Schützlinge leider ein ums andere Mal falsch entschieden hatten und so letztlich eine 1:2-Niederlage hinnehmen mussten.

Der Anfangsschwung der Gastgeber, die auf Revanche aus waren für die Pokalniederlage an gleicher Stelle keine zwei Wochen zuvor, war gerade abgeebbt, da brachte Andreas Christensen die Borussen mit einem Kopfball nach Freistoß von der linken Seite in Führung. Mitten in die kurze Zeit später folgende Unruhe um ein nicht gegebenes Tor der Hanseaten konterte die Fohlenelf mustergültig, verpasste aber in Person von Josip Drmic das 2:0. Stattdessen glich der HSV wenig später aus. Doch erneut hätte der VfL die Euphorie der Gastgeber im Keim ersticken können, als Patrick Herrmann nach einem weiteren schnell vorgetragenen Konter frei vor dem Tor an HSV-Keeper René Adler scheiterte. „Ein zweites Tor hätte uns definitiv gut getan und uns womöglich auf die Siegerstraße gebracht“, mutmaßte Hecking. „So waren es vielleicht die Knackpunkte in unserem Spiel.“

Fehlende Enlastung

Nach dem Seitenwechsel gelang den Borussen nicht mehr viel im Spiel nach vorne. „Wir hatten viele leichte Ballverluste, Hamburg hat viele Zweikämpfe im Mittelfeld für sich entschieden und zweite Bälle erobert“, analysierte der Trainer. Und Sportdirektor Max Eberl ergänzte: „Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht mehr die Ballsicherheit gehabt, um für Entlastung zu sorgen. Dennoch haben wir gut verteidigt und kaum hochkarätige Chancen zugelassen. Wenn aber eine Angriffswelle nach der anderen kommt, besteht immer die Gefahr, dass einem der Ball vor die Füße fällt. Genauso ist es beim Tor leider gekommen.“ Zehn Minuten vor dem Ende gelangte Wood glücklich an den Ball und ließ Yann Sommer aus kurzer Distanz keine Abwehrchance. In der Schlussphase waren die Borussen bemüht, noch Ausgleichschancen zu kreieren, echte Torgefahr beschwörte die Fohlenelf aber nicht mehr herauf. „Wir müssen die Niederlage akzeptieren. Der HSV hat sich den Erfolg in der zweiten Halbzeit mit viel Leidenschaft und dem unbedingten Willen verdient“, so Hecking. Der Trainer der Fohlenelf betonte zugleich, er könne seiner Mannschaft keinerlei Vorwurf machen. „Das Team hat alles investiert und leidenschaftlich versucht, diesen Punkt zu verteidigen. Das ist diesmal leider nicht belohnt worden.“

Ausfälle und Belastung keine Alibis

Den kurzfristigen Ausfall von Raffael (Krankheit) und Lars Stindl (muskuläre Probleme im Hüftbereich) wollte im Lager der Borussen niemand als Erklärung für die Niederlage anführen, ebenso wenig die enorme Belastung der vergangenen Wochen. Es war immerhin das 39. Pflichtspiel der Borussen in dieser Saison, mehr hat kein anderes Bundesligateam in den Knochen. „Wir könnten uns das natürlich als Alibi geben“, so Hecking, „aber das wollen wir nicht. Wir haben anstrengende Wochen hinter uns und jetzt noch eine vor uns. Aber es macht Riesenspaß, und die Mannschaft wirft sich jedes Mal voll rein.“ Auch die neu ins Team gekommenen Spieler – insbesondere Nico Elvedi in seinem ersten Startelfeinsatz 2017 und Josip Drmic in seinem ersten Spiel über 90 Minuten seit Monaten – hätten alles versucht, die Ausfälle zu kompensieren. „Die Mannschaft hat insgesamt kein schlechtes Spiel gemacht“, pflichtete Sportdirektor Eberl bei. „Wir haben jetzt im 13. Spiel in diesem Jahr - davon waren neun auswärts - zum dritten Mal verloren. Im Fußball gehört es dazu, auch mal zu verlieren, auch wenn man das nicht gerne hat.“

Appell von Eberl

Wie in diesen Wochen üblich, bleibt den Borussen nicht viel Zeit, das Spiel vom Sonntagabend zu verarbeiten – mental wie körperlich. „Für uns steht jetzt das Spiel am Donnerstag gegen Schalke im Fokus“, sagte Trainer Hecking. „Wir müssen die Kräfte bündeln und alles versuchen. Es wäre fantastisch, wenn wir ins Viertelfinale der Europa League einziehen könnten.“ Ob Stindl und Raffael dann wieder zur Verfügung stehen, ist noch unklar. Immerhin gab es im intensiven Duell mit dem HSV keine neuen verletzten Spieler. Für Sportdirektor Max Eberl wird ohnehin ein anderer Faktor entscheidend sein. „Ich hoffe, der BORUSSIA-PARK wird stimmungstechnisch brennen. Die Zuschauer haben uns bislang hervorragend unterstützt. Das brauchen wir am Donnerstag in extremer Form, weil es eine hochkomplizierte Aufgabe wird – für den Kopf, aber auch für die Beine. Wir freuen uns aber darauf.“ An die danach anstehende, nicht minder reizvolle Aufgabe in der Bundesliga gegen die Bayern (Sonntag, 17.30 Uhr), wollte Trainer Hecking noch nicht denken. „Wir reden nur von Spiel zu Spiel“, sagte er schmunzelnd auf entsprechende Nachfragen. „Sonst kommen wir noch durcheinander bei den ganzen Spielen.“

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